Parasiten-Studie Zecken: Lyme-Borreliose-Erreger besonders oft in Zentraleuropa

Die von Zecken übertragene Krankheit Lyme-Borreliose gibt es weltweit – aber wo ist sie am stärksten verbreitet und gibt es besonders betroffene Bevölkerungsgruppen? Das hat ein Forschungsteam in einer Metastudie untersucht und Erstaunliches herausgefunden.

Eine Zecke
Der Lyme-Borreliose-Erreger wird von Zecken verbreitet. Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

Etwa jeder fünfte Mensch in Mitteleuropa hat oder hatte wahrscheinlich eine durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose, die anhand von Antikörpern im Blut nachgewiesen werden kann. Das zeigt die Datenanalyse einer Forschungsgruppe am Tropenmedizin-Institut der Kunming Medical University in China. Demnach sind Zentral- und Westeuropa sowie Ostasien die Regionen der Welt, in denen die meisten Lyme-Borreliose-Infektionen bekannt sind. Am wenigsten verbreitet ist der Krankheitserreger dagegen in Südasien, in der Karibik und Ozeanien.

Weltweit ist den Forschern zufolge davon auszugehen, dass 14,5 Prozent der Menschen Antikörper gegen Borreliose haben und dass über 50-jährige Männer in ländlichen Gebieten am stärksten gefährdet sind. Lyme-Borreliose wird durch Zecken übertragen, die den Krankheitserreger Borrelia burgdorferi sensu lato (Bb) in sich tragen. Ein weiterer Fund der Analyse: Zwischen 2010 und 2021 wurden mehr Lyme-Borreliose-Antikörper nachgewiesen, als im Zeitraum 2001 bis 2010. Aber was ist der Grund dafür? Die Forschungsgruppe erklärt sich das mit einer Art Domino-Effekt durch ökologisch veränderte Bedingungen: Auf der einen Seite längere Sommer und wärmere Winter, weniger Niederschläge, veränderte Tiermigrationsmuster, zerfaserte Ackerflächen. Auf der anderen Seite dann der Mensch, der sich auch anpasst: Längere Sommer, wärmere Winter bedeuten auch, dass Menschen mehr Zeit im Freien, zum Beispiel mit ihren Haustieren verbringen. Das wiederum erhöht die Chance auf Begegnungen mit den Zecken, die Lyme-Borreliose verbreiten .

Für die Forschungsarbeit wurden 89 Studien ausgewertet, in denen insgesamt Daten von 158.287 Personen eingeflossen waren.

Frau mit Hund in einer Gruppe von Wanderern im Wald
Sind die Sommer länger, bewegt sich der Mensch mehr im Freien. Bedeckte Beine und Fußknöchel können Zecken aber den Zugriff auf den Menschen erschweren. Bildrechte: IMAGO/U. J. Alexander

Wie erkennt man Borreliose?

Die häufigste Erkrankungsform ist die sogenannte Wanderröte, die Tage oder Wochen nach dem Zeckenstich auftritt. Anfangs ist die ringförmige Hautrötung in der Mitte blasser als am Rand, dann wandert der rote Ring nach außen. Dazu können weitere Krankheitssymptome wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, Müdigkeit auftreten. Ist das Nervensystem betroffen, kann es zu einer akuten Neuroborelliose kommen: brennende Nervenschmerzen, vor allem nachts und leichte Lähmungen der Hirnnerven. Je nach betroffenen Hirnnerven können Symptome wie Taubheitsgefühle, Seh- oder Hörstörungen auftreten. (Quelle: RKI)

Links/Studien

Hier lesen Sie die komplette Studie, die in der Zeitschrift BMJ Global Health veröffentlicht wurde: "Global seroprevalence and sociodemographic characteristics of Borrelia burgdorferi sensu lato in human populations: a systematic review and meta-analysis".

(lfw)

Zecke auf einem Arm 5 min
Zecke auf der Haut: Die Spinnentiere können unter anderem Borrelien übertragen, wenn sie sich lange Zeit festbeißen. Bildrechte: imago images/CHROMORANGE
404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/160de289-ef36-4983-9f6d-fc473674b965 was not found on this server.