Preisverleihung Grimme Online Award für MDR WISSEN-Projekt "Umwelt in Ostdeutschland"

Das interaktive Projekt "Umwelt in Ostdeutschland" von MDR WISSEN hat den Grimme-Online-Award 2022 in der Kategorie Information gewonnen. Der Preis wurde am Donnerstagabend (23. Juni) auf einer Gala in Köln übergeben.

"Dieses Projekt hat mich unfassbar begeistert", so TV-Moderator und Laudator Simon Beeck in seiner Ansprache zur Verleihung des Preises, "es war eine tolle Reise in meine Kindheit". Der 42-jährige gebürtige Görlitzer erinnerte sich an stinkende Trabis und Seen, in denen man nicht baden konnte. "Umwelt in Ostdeutschland wirft ein neues Licht auf alte Probleme und ist ein lokaler Beitrag zum wichtigen Thema Klima", so begründet die Jury des Grimme Online Awards die Auszeichnung. Sie bezeichnet das Projekt als visuelles Meisterwerk. "Die aufwendige Visualisierung und die kreative Bebilderung können als Referenzpunkte des zeitgenössischen Datenjournalismus bezeichnet werden."

MDR WISSEN Projekt erhält den Grimme Online Award bei der Gala in Köln
Laudator Simon Beeck (l.) mit Sascha Collet (visuelle Gestaltung, Mitte) und Michael Schönherr (Autor, r.), die den Grimme Online Award für "Umwelt Ostdeutschland" in Empfang nehmen. Bildrechte: Stefan Wernz/Grimme-Institut

"Die Auszeichnung des Grimme Instituts würdigt, wie kraftvoll digitales Storytelling und moderner Datenjournalismus sein können", freut sich MDR WISSEN Redaktionsleiter Daniel Vogelsberg über den Preis.

Daniel Vogelsberg, MDR WISSEN
MDR WISSEN Redaktionsleiter Daniel Vogelsberg Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

"Auf diese Weise konnten wir das Thema Umweltverschmutzung in der DDR ganz neu erzählen und auch jüngere Nutzerinnen und Nutzer dafür gewinnen. Dafür braucht es natürlich auch ein kreatives Team, das mit Mut, Lust und Innovationsfreude immer wieder neue Wege findet, komplexe oder auch vermeintlich bekannte Themen neu und mit modernen Mitteln zu erzählen. Dafür bin ich der Redaktion von MDR WISSEN und dem Team von Hoferichterjacobs sehr dankbar."

"Journalistisch war es für uns besonders spannend, dieses komplexe Thema in eine interaktive Form zu gießen, mit der die Nutzerinnen und Nutzer Spaß haben und gleichzeitig selbst zu einigen Aha-Effekten kommen", so der für das Projekt verantwortliche MDR WISSEN Redakteur Daniel Schlechter. MDR-Programmdirektorin Jana Brandt: "Wir freuen uns über den Grimme Online Award für ‚Umwelt in Ostdeutschland‘, denn die Thematik ist heute noch genauso drängend wie nach der Wiedervereinigung. Mit dem interaktiven Projekt wollen wir verschiedene Generationen auf spielerische Weise dafür sensibilisieren."

Darum geht es in diesem Projekt

Jahrzehntelang brachte die katastrophale DDR-Planwirtschaft Mensch und Natur an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Die Region um Bitterfeld etwa wurde intern als unbewohnbar für Kinder eingestuft, ohne die Eltern zu informieren. Bitterfeld selbst galt im Volksmund als schmutzigste Stadt Europas, Mölbis bei Leipzig als das dreckigste Dorf.

Es war vor allem hochgiftiges Schwefeldioxid aus Braunkohlekraftwerken, Industrieabgasen und privaten Kohleöfen, das die Luft belastete. Zum Vergleich: Beim berüchtigten London-Smog 1952 mit mehreren Todesopfern zeigten die Messstationen 3.580 μg/m³ an. Der Smog vom Januar 1985 erreichte in Leipzig Werte bis zu 4.999 μg/m³ – mehr konnten die Messgeräte nicht anzeigen.

Nach der Wiedervereinigung erfuhr das Land eine milliardenschwere Erholungskur, die Luft, Wasser und Böden sauberer und so manchen Ort überhaupt erst wieder bewohnbar machte. Das Gebiet des ehemaligen Ostens ist heute – zumindest landschaftlich – grüner denn je. Und doch beschäftigen uns die Folgen der begangenen Umweltsünden bis heute. Fast zwanzig Prozent der Gesamtfläche gelten bis heute als Altlast.

In unserer interaktiven Story scrollen Sie von der Luft bis in den Boden – und können erleben, wo unser Handeln neue und oftmals noch größere Umweltprobleme erzeugt.

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