Fußball | Regionalliga Erfurt und Jena teilen sich im Thüringenderby die Punkte

6. Spieltag

Es gibt keinen Derbysieger, aber nur Gewinner! In einem rassigen, herzerfrischenden Spiel haben sich Erfurt und Jena leistungsgerecht die Punkte geteilt. Die 104. Auflage des Klassikers seit 1947 endete vor 12.000 Zuschauern im ausverkauften Steigerwaldstadion 1:1 (1:0).

Stolze 1.666 Tage nach dem letzten Derby waren beide Mannschaften im Dauerregen extrem motiviert. Erfurt dominierte in der ersten Halbzeit, Jena in der zweiten. "Das Ergebnis geht total in Ordnung", befand RWE-Trainer Fabian Gerber nach dem Abpfiff bei "Sport im Osten". Jena bleibt damit ungeschlagen Zweiter, Erfurt als starker Aufsteiger Fünfter.

Jena: Verkamp nur auf der Bank

Fußballfans auf einer überdachten Tribüne in einem Stadion.
Die Rot-Weiß-Fans begeisterten mit einer Choreo vor dem Anpfiff. Bildrechte: MDR/Oliver Gussor

Es war nicht nur ein Derby, sondern auch ein Spitzenspiel. Nach vier Siegen in Folge reiste Jena mit Stolz geschwellter Brust, allerdings ohne zwei Stammkräfte zum furios gestarteten Aufsteiger (5. Platz). Innenverteidiger Burim Halili (muskuläre Probleme) und Torjäger Pascal Verkamp (angeschlagen) fehlten. Verkamp saß zumindest auf der Bank und sah, dass beide Mannschaften das Risiko scheuten.

Seidemann trifft zum 1:0

Statt schnell nach vorn zu spielen, wurde gemütlich aufgebaut. Nur keinen Fehler machen, schien das Motto. So war es lange zäh und der erste Torschuss ließ mehr als 20 Minuten auf sich warten. Jenas Marcel Hoppe traf dann aus 23 Metern nicht das Tor, sondern den Fanblock. Deutlich besser zielte Erfurts Kay Seidemann. Der Mittelfeldspieler wurde herrlich von Keliano Tavares in Szene gesetzt und spitzelte den Ball an Keeper Kevin Kunz vorbei. CZ-Kapitän Bastian Strietzel war zwar dran, konnte den Torschützen aber nicht mehr entscheidend stören.

Das Tor beflügelte die Erfurter, die nun deutlich gefährlicher wurden. Artur Mergel hatte das 2:0 auf dem Fuß, schoss aber aus acht Metern mit links am Tor vorbei. Jena konnte die Erfurter Defensive nie ernsthaft in Gefahr bringen. Sportdirektor Tobias Werner ärgerte sich über den Auftritt der ersten Halbzeit und schätzte ein: "Wir haben nicht gut gespielt, waren zu nervös und müssen einen Tick mutiger werden."

Jena wirft den Motor an

Carl Zeiss stand in der ersten Halbzeit auf der Bremse, ließ Erfurt schalten und walten. Damit war nach dem Wechsel aber Schluss, weil Jena deutlich engagierter auftrat und druckvoll nach vorn spielte. Franco Flückiger im Tor von Rot-Weiß stand deutlich öfter im Blickpunkt, musste aber keinen Unhaltbaren halten.

Nach knapp einer Stunde kam Verkamp und mit ihm der Ausgleich. Zwölf Minuten nach seiner Einwechslung versenkte der Torjäger (4 Tore, eine Vorlage) einen Elfmeter zum Ausgleich. Vorausgegangen war eine dumme Aktion von Abou Ballo, der Jenas Ken Martin Gipson unnötig foulte. Der Jenaer war auf dem Weg aus dem Strafraum, als der Erfurter Verteidiger ihn leicht am Schienbein tuschierte. Verkamp ließ sich nicht bitten und verwandelte sicher zum verdienten 1:1 (70.). Beide Mannschaften wollten in der Folge das entscheidende Tor. In einer dramatischen Schlussphase verpasste Mergel nach einem Solo und anschließendem Flachschuss knapp den Siegtreffer. Im Gegenzug wurde Verkamp von Manu noch entscheidend am Torschuss gestört.

Trainerstimmen nach dem Spiel

Andreas Patz (Carl Zeiss Jena): "In der zweiten Halbzeit war der Sieg natürlich drin, aber in der ersten Halbzeit waren wir zu zögerlich und zu verhalten. Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und waren nicht gut drin im Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir es deutlich besser gemacht. Den Punkt nehmen wir mit. In der Halbzeit habe ich gesagt, dass sich die Mannschaft auf ihre Tugenden konzentrieren soll. Die Jungs haben dann Charakter gezeigt, daran können wir anknüpfen."

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 18. September 2022 | 16:00 Uhr

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