Fußball | Regionalliga NOFV-Chef Winkler: "Im Januar überall den Spielbetrieb fortsetzen"

Noch vor den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz hat sich NOFV-Präsident Hermann Winkler für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs stark gemacht. Im Interview mit "Sport im Osten" forderte er mehr Wertschätzung und eine Perspektive für den Sport.

"Nicht der Sport ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung", so Winkler, der nachlegt: "Wir Sportler und Vereine können dazu beitragen, die Krise eher zu überwinden, indem wir uns fit und gesund halten. Das wird nicht berücksichtigt und darüber sind wir sauer."

Man leugne nicht die Pandemie und die schwierigen Zeiten, habe aber kein Verständnis, "dass wir nicht direkt einbezogen werden. Wir wollen gehört werden - auch beim Erarbeiten von Verordnungen", fordert Winkler. Der Sport könne bei Überwindung der Corona-Krise helfen. Deshalb sieht der Grimmaer, der in diesem Jahr an die Spitze des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) gewählt worden war, den richtigen Weg in klaren Entscheidungen zugunsten des Sports. Man dürfe nicht nur im Vier-Wochen-Rhythmus denken.

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Winkler: Spielbetrieb muss weitergehen

"Wir wollen eine Perspektive, Planungssicherheit und im Januar überall den Spielbetrieb fortsetzen", machte er klar. Danach sieht es aber aktuell nicht aus. Einer Beschlussvorlage zufolge, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, soll es ab dem 28.12.2021 auch Kontaktbeschränkungen auf maximal zehn Personen - egal, ob geimpft oder genesen - geben. Das würde bedeuten, dass nur noch in kleinen Gruppen trainiert werden kann. Seit Ende November ruht der Spielbetrieb auf NOFV-Ebene. Eine Ausnahme gab es nur für die Regionalliga Nordost der Männer.

Ein Schwerpunkt ist für Winkler die Jugend. Momentan ist es in Sachsen Jugendlichen ab 16 Jahren nicht erlaubt, Sport zu treiben. Winkler hält nichts von dieser Altersbegrenzung: "Die Zahl 16 ist sehr unglücklich. Jugendliche bis 18 sollen an der frischen Luft Sport machen dürfen."

"Pele" Wollitz 3 min
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Kein Befürworter von Geisterspielen

Ein generelles Verständnis für Geisterspiele hat Winkler nicht, "weil es andere Ereignisse gibt, wo Menschenansammlungen stattfinden. Das passt nicht zusammen." So haben viele - auch kleine Sportvereine - tolle Hygienekonzepte erarbeitet, "die besser waren als in vielen Großmärkten oder Baumärkten und trotzdem durften keine Zuschauer dort sein. Das ist eine Situation, für die kein Verständnis da ist".

Der Sport sei momentan das einzige Gebiet, wo es noch Zusammenhalt in einer gespaltenen Gesellschaft gebe. Es sei eine riesengroße Chance, den Sport gerade jetzt zu fördern, wo es in der Gesellschaft an allen Ecken und Enden kracht. "Es sollten doch die belohnt werden, die etwas für die Gesellschaft tun und Lösungsansätze bieten, sonst wird doch die gesamte Gesellschaft krank."

Es sollten doch die belohnt werden, die etwas für die Gesellschaft tun und Lösungsansätze bieten, sonst wird doch die gesamte Gesellschaft krank.

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Wettbewerbsverzerrung droht

Er gab zu bedenken, dass die Auswirkungen eines erneuten Lockdown, die vielleicht auch den Sport treffen könnten, größer als der positive Effekt sein können. Für die Regionalliga sei ein Lockdown, so er denn nicht bundesweit einheitlich ist, praktisch Wettbewerbsverzerrung. "Angenommen in der Regionalliga Nord wird weiter gespielt und wir müssen pausieren, dann könnte das für unseren Vertreter im Relegationsspiel um den Aufstieg ein klarer Nachteil sein."

Winkler vermisst generell auch eine fehlende Lobby innerhalb der Politik. "Ein Sportminister muss dafür kämpfen, dass Sport getrieben werden kann", forderte er deutlich, gespürt habe er davon wenig, sagte der 58-Jährige.

Vorbild: Teamsport Sachsen

Lobende Worte fand Winkler für die Impfaktionen der Organisation "Teamsport Sachsen", zu dem auch einige Vereine des NOFV gehören. "Grundsätzlich haben wir Verständnis für die Maßnahmen. Wir wollen alles tun, um die Pandemie einzudämmen, aber dazu müssen wir mehr Berücksichtigung finden", macht er klar.

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sst/dh

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 21. Dezember 2021 | 19:30 Uhr

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