Fußball | Thüringenpokal Underdogs überraschen - Aus für Kammlott & Co. und einen Oberligisten

Achtelfinale

Freud und Leid im Achtelfinale des Thüringenpokals. Neben Jena, Erfurt und Fahner Höhe können sich fünf weitere Teams auf das Viertelfinale vorbereiten. Kammlott & Co. und auch ein Oberligist mussten die Segel streichen.

Thüringenpokal
Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Wacker Nordhausen wirft Kammlott & Co. raus

Oberligist Wacker Nordhausen ist genauso glücklich wie kurios im Thüringenpokal-Achtelfinale in Bad Frankenhausen weitergekommen. 9:8 hieß es nach Elfmeterschießen. Schwerdt hatte die Gäste gegen den Sechstligisten mit zwei Foulelfern, die er jeweils wie kopiert ins linke untere Eck verwandelte, mit 2:0 (37./53.) in Front gebracht. Dann zogen die Blau-Weißen den entscheidenden Joker. Sie brachten Leon Teske. Der Stürmer erzielte zwei Tore (63./94.) und holte einen Strafstoß heraus, den Ex-RWE-Star Carsten Kammlott gegen seinen Ex-Klub rotzfrech mitten ins Tor lupfte (69.). Dabei sah Nordhausens Dahlwall nach seinem Elferfoul wegen Meckerns auch noch Gelb-Rot. So führte Blau-Weiß in der Verlängerung bis zur 120. Minute, ehe Knopp Sekunden vor Schluss einen tollen Doppelpass mit Stix spielte und frei vorm Hüter die Nerven behielt (3:3/120.). Auch im Elferschießen hatte Nordhausen Glück, weil mit Rother und Schneegaß zwei Gegner am Pfosten scheiterten.

Bad Frankenhausens Trainer Silvio Beer meinte hinterher: "Es ist ultrabitter und tut mir für meine Jungs leid, weil einfach mehr drin war, wenn du in der 120. Minute noch ein Tor kriegst." Die gegenteilige Gefühlswelt dagegen bei Nordhausen. Deren Coach Philipp Seeland jubelte: "Wir sind überglücklich. 60 Minuten hatten wir alles im Griff. Was mir nicht so gut gefällt ist, dass wir zwei Elfer zur Führung brauchen. Dann haben wir uns beim 1:2 zu einfach auskontern lassen. Den Elfmeter für Bad Frankenhausen zum 2:2 fand ich fragwürdig, in Unterzahl war es anschließend schwierig. Die Moral muss aber da sein, sonst schaffst du so ein Tor in der 120. Minute nicht mehr."

Büßleben gewinnt in der Zusatzschicht gegen Neustadt/Orla

Im Landesklasse-Duell zwischen Büßleben und Neustadt/Orla setzten sich die Gastgeber trotz unnötiger Überschicht mit 5:3 nach Verlängerung durch. Erst die dritte Führung und die zweite mit zwei Toren Abstand reichte zum Erfolg. Durch die Tore von Tschirschky (23.), Simon (28.) und Jannes Kiermeier (38.) führten sie nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Boualem (24.) schon komfortabel mit 3:1. Trotz des 3:2 von Cypionka (43.) hatte Büßleben die gesamte zweite Hälfte mehr Chancen.

Doch ausgerechnet in der 90. Minute kam wieder die Spezialität der Neustädter zu tragen. Denn Simon markierte den dritten Kopfballtreffer seines Teams zum 3:3-Ausgleich. Der eingewechselte Normann avancierte in einer einseitigen Verlängerung mit einem Doppelpack (91./112.) zum Matchwinner. Büßleben muss sich jetzt im Viertelfinale gegen den FC Thüringen Jena beweisen.

Viertelfinal-Premiere für Thüringen Jena

Der FC Thüringen Jena steht erstmals in seiner Vereinsgeschichte im Viertelfinale des Thüringenpokals. Der Kreisoberligist siegte deutlich mit 4:1 (2:1) gegen den SV 09 Arnstadt. Dabei liefen die Gäste aus Arnstadt mit der zweiten Vertretung auf, da am Abend noch die Partie um den Oberligaaufstieg ansteht.

Szymon Kowalik brachte Jena vor 155 Zuschauern mit einem Foulelfmeter früh nach vorn (12.). Jean-Philipp Wulf gelang kurz darauf der Ausgleich (25.). Vor der Pause markierte Dominik Piskol die erneute Führung für die Gastgeber (40.). Ein Eigentor von Arnstadts Nick Schumacher (67.) brachte schließlich die Entscheidung. Sören Bittner schraubte das Ergebnis kurz vor Schluss in die Höhe.

Struth gewinnt Duell gegen Oberligist Rudolstadt

Bei der Pokalpartie zwischen dem Sportverein DJK SG Struth (Landesklasse) und Oberligist FC Einheit Rudolstadt blieb der Spannungspegel bis zum Schluss hoch. Schließlich hatte Struth das bessere Ende für sich und gewann mit 3:2 nach Verlängerung. Ein Klassenunterschied war nicht zu sehen.

Bis zur Pause fielen keine Tore, dann zogen die Teams an. Rudolstadts Coach Holger Jähnisch hatte in der 62. Minute ein gutes Händchen und wechselte Rupprecht ein, der kurz danach die Gäste-Führung besorgte. Die Gastgeber kamen aber mit gütiger Hilfe der Einheit-Elf zurück, denn nach einem Freistoß wuchtete Szymanski den Ball per Kopf ins eigene Tor zum 1:1 (68.). Nach der erneuten Rudolstädter Führung dank Rupprecht (73.) war die gastgebende Mannschaft von Trainer Andreas Seipel nunmehr in Zugzwang. Sekunden vor Ultimo war es Apel, der Struth das 2:2 bescherte und damit die Verlängerung. Hier wurde Wohlfeld mit seinem 3:2 (92.) zum Matchwinner. Einmal hieß es noch Zittern für die Gastgeber, doch Rudolstadts Bahn (97.) versemmelte einen Elfmeter. Am Mittwoch geht es für Struth gegen Saalfeld, die Weimar mit 6:0 besiegten.

Saalfeld im Torrausch - Weimar kommt unter die Räder

Siebtligist FC Saalfeld hat sich überraschend deutlich das Ticket für das Pokal-Viertelfinale gesichert. Die Mannschaft von Thomas Giering ließ Thüringenligist SC 03 Weimar keine Chance und gewann mit 6:0. Die Gastgeber legten einen Traumstart hin und führten bereits nach zwei Minuten dank eines Treffers von Stake mit 1:0. Weimar unter Coach Michael Junker verdaute den Rückstand nur schwer und hatte Mühe, ins Spiel zu kommen. Saalfeld trat sehr robust auf. Nach einer knappen halben Stunde bekam die Gäste dann doch ihre Chance zum Ausgleich, doch Hausdörfer vergab einen Handelfer. Jetzt waren die Weimar-Kicker völlig von der Rolle, was Saalfeld gnadenlos ausnutzte. Tzanev (30.) erhöhte auf 2:0 und Kleyla (42./45.+3) schob noch zwei verwandelte Foulelfmeter zum 4:0-Pausenstand nach.

Nach dem Wechsel schien sich Weimar zu stabilisieren, doch nach Ballverlust im Mittelfeld erzielte Tzanev (58.) das 5:0 für die Gäste. Auch Kleyla (69.) durfte noch einmal zur Tat schreiten und vollendete vom Punkt zum 6:0. Das sorgte für Frust bei den Gästen, denn Rammelt flog in der 75. Minute auch noch mit Rot vom Platz. Saalfeld trifft nun in der Runde der besten Acht auf die SG DJK SG Struth, die 3:2 n.V. gegen den FC Einheit Rudolstadt gewann.

Viertelfinal-Begegnungen in der Übersicht (23. Juni, 18 Uhr)
FC An der Fahner Höhe FC Rot-Weiß Erfurt
FC Saalfeld DJK SG Struth
FSV Wacker 90 Nordhausen FC Carl Zeiss Jena
FC Thüringen Jena SV BW Büßleben

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red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Thüringenjournal | 20. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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