Fußball | 2. Bundesliga Unverständnis, Wehmut und Dankbarkeit - Reaktionen zur Minge-Trennung

"Ich denke, sie wissen nicht, was sie tun!" Mit diesem Tweet machte Erzgebirge Aues Präsident Helge Leonhardt deutlich, was er von der besiegelten Trennung zwischen Dynamo Dresden und dem langjährigen Sportgeschäftsführer Ralf Minge hält. Rein gar nichts. Bei den SGD-Fans im Netz überwiegt vor allem Abschiedsschmerz und Dankbarkeit vor der Lebensleistung der Identifikationsfigur.

"Bleib stark Ralf. Ich denke, sie wissen nicht, was sie tun", twitterte Helge Leonhardt, Präsident des FC Erzgebirge Aue, am späten Montagabend.

Wie der Chef des Dresdner Zweitliga-Kontrahenten taten auch viele andere im Netz ihr Unverständnis kund, als die Nachricht vom besiegelten Aus des Dynamo-Urgesteins Ralf Minge als Sportgeschäftsführer der Schwarz-Gelben die Runde gemacht hatte.

Wirklich überraschend kommt die Trennung nicht. Seit Monaten konnten sich die Beteiligten nicht über eine Verlängerung des am 30. Juni auslaufenden Vertrages einigen. Noch viel länger belastete der interne Zwist zwischen Minge und dem kaufmännischen Geschäftsführer Michael Born den Klub. Zudem trägt Ralf Minge in seiner Funktion die Verantwortung für die jüngsten sportlichen Entwicklungen, die Misere der Mannschaft insbesondere in der vergangenen Hinrunde, sowie die Misserfolge unter Maik Walpurgis und Cristian Fiel, an dessen Personalie nicht zuletzt auch der 59-jährige Minge sein Schicksal als Verantwortungsträger geknüpft hatte.

"Können uns 20 Plakate von Legenden an die Pressetribüne klatschen"

Die allzu späte Vollzugsmeldung, noch dazu unmittelbar nach dem Restart des tief im Abstiegskampf steckenden Profiteams von Cheftrainer Markus Kauczinski, kam allerdings denkbar unglücklich. Und vor allem die Art und Weise dieser Entscheidung und ihrer Kommunikation sorgt für Kritik.

Trotz aller berechtigter Kritik an Minges Arbeit: Bei den SGD-Fans im Netz überwiegt vor allem Abschiedsschmerz und Dankbarkeit vor der Lebensleistung der Identifikationsfigur, die sich für den Verein aufgeopfert und die eigene Gesundheit aufs Spiel gesetzt hatte. 2018 hatte Minge eine viereinhalbmonatige Auszeit genommen, um sich von einer Burnout-Krankheit zu erholen.

Joel Amorim (@Vostok1981) bemühte mit großer Melancholie den US-amerikanischen Jahrhundertschriftsteller John Steinbeck und zitierte einen Ausschnitt aus dessen letztem Roman "Der Winter unseres Missvergnügens", der wie folgt übersetzt werden könnte: "Bei 'Lebewohl' schwingt der liebliche Klang des Zögerns mit. 'Tschüss' ist kurz, hart und final. Ein Wort, das mit scharfkantigen Zähnen das Band zerbeißt, welches die Vergangenheit mit der Zukunft verbindet."

Bezüglich des nun zu findenden Nachfolgers verdeutlichte Robert Kühne (@BobMachee) stellvertretend für die Meinung des Großteils der schwarz-gelben Anhänger: "All diejenigen, die jetzt Ralf #Minge das Misstrauen aussprechen, werden sich, bei allem Verständnis, daran messen lassen müssen, mit wem sie diese Position besetzen. Das sind verdammt große Schuhe."

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mhe/sst

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 02. Juni 2020 | 19:30 Uhr

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