Kultur Helmnot-Theater verwandelt Lichtenstein in eine Funkelstadt

Nachtspektakel vor dem Helmnot Theater.
Bildrechte: imago images / Eibner

Ein Jahr lang keine Aufträge, jede Menge fertige und aufwendige Projekte gestrichen und ein Ende der Durststrecke ist noch nicht in Sicht. So wie vielen Kulturschaffenden geht es auch dem Helmnot-Theater in Lichtenstein nach fast einem Jahr Corona-Zwangspause. Doch die Kreativen machen aus der Not eine Tugend und entwarfen Ende vergangenen Jahres die Funkelstadt. Aus der Kombination von fehlenden Auftritten und leer stehenden Ladenfestern wurde ein echter Hingucker. 42 Fenster an 15 Standorten sind innerhalb von drei Wochen mithilfe von Theaterrequisiten und Lichtinstallationen liebevoll gestaltet und so regelrecht inszeniert worden.

Man wollte, so sagt Theaterchef Dirk Grünig, dem verflixten Jahr 2020 doch noch ein Happy End bescheren. "Wir wollten was für unser Publikum machen, weil natürlich Kunst und Kultur uns allen fehlt", erzählt Grünig. "Das ist ein Input, das ist eigentlich ein Lebensmittel, was uns fehlt. Und diese einseitige Ernährung, die wir zur Zeit haben, die tut allen nicht gut, die tut der gesamten Gesellschaft nicht gut."

Hunderte Spenden für Funkelstadt

Ursprünglich sollten sechs Fenster gestaltet werden, die über die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gefördert wurden. "Und dann haben wir einen Aufruf gemacht über Social Media und Wahnsinn: dann kamen hunderte Spenden. Von fünf bis 500 Euro, von Unternehmen, von alten Menschen, von Kindern, die das Geld auch vorbeigebracht haben", so Grünig. Nun soll die Stadt auch über den Februar hinaus weiter funkeln.

Aufgeben sei für Theaterleute keine Option. Und so will das Helmnot-Theater sich auch in diesem Jahr durch die besonderen Herausforderungen der Pandemie kämpfen. Ideen gebe es genug. Allerdings, gibt Grüning zu, schwanke die Stimmung gelegentlich. "Es kommt wirklich auf den Moment an", sagt er. "Eigentlich kann man sagen, nachdem wie das vorige Jahr gewesen ist, müsste es eigentlich nur Pessimismus sein und eigentlich nur Resignation. Aber das können wir uns nicht leisten." Sie müssten Optimisten sein.

Keine staatlichen Hilfen

Dabei kann das Team nicht auf finanzielle Staatshilfen bauen, denn das Lichtensteiner Helmnot-Theater ist ein freier Kulturbetrieb. Unterstützung gibt es daher vor allem mental aus der Szene. Jeder versuche Ideen zu konzipieren und zu überleben. "Wir schaffen es jetzt seit vorigen März, uns trotzdem noch über Wasser zu halten, um dann, wenn der Lockdown aufgehoben wird und wir wieder auftreten können, für unser Publikum und auch für uns da zu sein", sagt Grünig. Wie lange dieser Spagat zwischen erzwungener Ruhe und kreativer Unruhe noch anhält, steht in den Sternen.

Helmnot-Theater Seit 25 Jahren machen die Künstler und Künstlerinnen des Helmnot-Theaters aus Lichtenstein nicht nur deutschlandweit in Städten und auf Plätzen Theater. Mit seinen Inspirationen und eigenen Ideen verwandelt das Team des Helmnot-Theaters diese Orte in Phantasiewelten. In den Ateliers entstehen jährlich riesige Kulissen und Bühnenbilder, mit denen es Städte zum Leuchten und Zuschauer zum Staunen bringt.

Quelle: MDR/al/igr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.01.2021 | 20:00 - 23:00 Uhr in Aufgefallen - Das Kulturmagazin

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