Hochsommer Neue Hitzewelle trifft Thüringen: Waldbrandgefahr und Grillverbote

In Thüringen steigen die Temperaturen und mit ihnen die Waldbrandgefahr. Schon am Mittwoch gab es mehrere Feldbrände. Wegen Hitze und Trockenheit haben die ersten Städte Vorsichts- und Gegenmaßnahmen getroffen.

Blumen und Gras auf einer Wiese, darüber der blaue Himmel mit Sonnenschein
Vor allem am Donnerstag soll es in Thüringen wieder heiß werden - mit Temperaturen bis zu 37 Grad. Bildrechte: MDR/Mayte Müller

Die erneute Hitzewelle hat die Waldbrandgefahr in Thüringen wieder ansteigen lassen. Nach Angaben der Landesforstanstalt lag in fünf von 32 Regionen im Freistaat die Waldbrandgefahrenstufe bei vier - und damit auf der zweithöchsten Stufe. Betroffen sind vor allem die Wälder in der Mitte des Landes und im südlich gelegenen Forstamtsbereich in Heldburg.

Vor allem für den Donnerstag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nochmal ein deutliche Zunahme der Waldbrandgefahr. Die Temperaturen sollen weiter bis auf 35 Grad steigen, vereinzelt sogar bis auf 37 Grad. Laut DWD wird der Donnerstag der heißeste Tag in dieser Woche. Der Freitag könnte dagegen mit Regen und Gewitter für Entspannung sorgen. Dann werde vermutlich nur noch höchstens die Waldbrandgefahrenstufe drei herrschen.

Flächenbrände in mehrere Regionen am Mittwoch

Aufgrund von Hitze und Trockenheit haben bereits am Mittwoch in Thüringen wieder mehrere Felder gebrannt. Nach Polizeiangaben hatte sich zwischen Kleinfurra und Großfurra im Kreis Nordhausen zum wiederholten Male ein abgeerntetes Feld entzündet. Etwa ein Hektar Fläche sei betroffen gewesen.

Mehrere Feuerwehren aus umliegenden Orten waren im Einsatz. Nach ersten Erkenntnissen hat sich das umgeackerte Feld selbst entzündet. Mittlerweile ist der Brand gelöscht. Erst vor zwei Wochen hatte es dort im Bereich der alten Kiesgrube gebrannt. Damals waren rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz.

Auch bei Cumbach im Kreis Saalfeld-Rudolstadt und zwischen Zimmernsupra und Töttelstädt im Kreis Gotha musste die Feuerwehr zu Flächenbränden ausrücken. Erst vor zwei Wochen waren dort zehn bis 15 Hektar eines Getreidefeldes abgebrannt.

Erfurt erlässt Feuer- und Grillverbot in Parks

Wegen der anhaltenden Trockenheit hat die Stadt Erfurt das Braten in Park- und Grünanlagen verboten - auch auf fest installierten Grillplätzen. Die Stadt teilte mit, die Gefahr für Wald- und Wiesenbrände sei hoch. Den Angaben nach ist auf städtischen Flächen ab sofort alles untersagt, was zu Bränden führen könnte. Dazu gehöre etwa das Anzünden von Kerzen oder Shisha-Kohle.

Den Angaben nach ist auch das Wegwerfen von Streichhölzern und glühenden Zigarettenstummeln sowie das Entsorgen von Asche oder Tabakresten nicht erlaubt. Zudem könnten auch Glasflaschen oder Scherben Brände auslösen. Das Garten- und Friedhofsamt bat daher um besondere Vorsicht und Achtsamkeit.

Darüber hinaus müssen die Zufahrtswege zu Feldern, Wäldern und Parkanlagen frei gehalten werden. Damit solle sichergestellt werden, dass im Ernstfall Feuerwehr und Rettungsdienste nicht behindert werden.

Jena verteilt Wasser und Trinkbrunnen

Wegen der Hitze verteilt die Stadt Jena am Mittwoch und Donnerstag kostenlose Wasserflaschen. "In Jena gibt es derzeit in der Innenstadt keine Trinkbrunnen. (…) Deshalb musste etwas passieren", sagte Stadtsprecher Kristian Philler. Ein weiterer Grund sei die Hitzewarnung des DWD, die vor allem für die dicht bebauten Gebiete gilt. Die Wasserflaschen gibt es an den beiden Tagen im Servicezentrum des Kommunalservice Jena.

Laut Philler ist die Verteilaktion aber nur eine Übergangslösung. Ein Trinkwasserbrunnen soll in zwei Wochen im Stadtteil Winzerla in Betrieb genommen werden. Zwei weitere soll es ab Herbst in Jenas Innenstadt geben. Außerdem bestehe die Möglichkeit, die eigenen Flaschen oft kostenfrei in Geschäften oder Gaststätten mit Leitungswasser auffüllen zu lassen. Die Aktion nennt sich Refill. Eine Übersichtskarte zeigt, wer sich daran beteiligt.

Ein kleines Mädchen bekommt eine Flasche Wasser über einen Tresen gereicht
Die kleine Helena konnte sich zum Beispiel über eine frisch aufgefüllte Flasche Wasser freuen. Bildrechte: MDR/Sarah Rose

Gera senkt Eintrittspreise für Tierpark

In Gera werden dagegen die Eintrittspreise gesenkt. Steigen die Temperaturen über 30 Grad, kostet der Eintritt 50 Cent weniger. Der Geraer Tierpark ist gerade im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel, weil er in einem Tal im Wald liegt. Auf einer Fläche von über 20 Hektar sind dort über 500 Tiere aus rund 80 Tierarten zu sehen. Besonders beliebt sind die drei weißen Löwen, der begehbare Affenwald und der Streichelzoo im Bauernhof. Zudem fährt die Parkeisenbahn durch den Martinsgrund.

Klassik-Stiftung warnt vor abbrechenden Ästen

Wegen der lang anhaltenden Trockenheit drohen in den Parkanlagen und Gärten der Thüringer Klassik-Stiftung Äste abzubrechen. Die Stiftung warnte deshalb am Mittwoch vor dem Aufenthalt unter alten Bäumen, sowohl in den zwölf historischen Parks als auch in den Schloss- und Burganlagen.

Nach Angaben der Stiftung können die Kronen der Bäume nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt werden. Dadurch könnten auch Äste gesunder Bäume abbrechen. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass offenes Feuer wegen der hohen Waldbrandgefahr verboten ist.

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MDR (cfr),dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. August 2022 | 19:00 Uhr

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