Pandemie Corona-News vom 16. November: 2G laut Handwerkskammer wirtschaftliches Fiasko

Kabinett beschließt 2G-Regelung +++ Corona-Ausbruch in Jenaer Seniorenheim +++ Uniklinik verhängt Besuchsverbot +++ Spontane Demonstration in Hildburghausen +++ Corona-Tests an Schulen nachgeliefert +++ Die Corona-News für Thüringen im Überblick

2G Corona Schild am Einkaufscenter
Das Thüringer Kabinett hat am Dienstag die Einführung einer 2G-Pflicht für weite Teile des öffentlichen Lebens beschlossen. Bildrechte: imago/CHROMORANGE/dpa

So ging es weiter | Corona-News vom Mittwoch, 17.11.2021

Hier geht es zu den Corona-News vom Mittwoch, 17. November 2021.

Thüringen | Nicht genug Corona-Tests an Schulen

Die Covid-19-Infektionen an Thüringer Schulen steigen rasant an, aber an vielen Einrichtungen fehlt es an Schnelltests, um alle Schüler und Schülerinnen kontinuierlich zu testen. Woran liegt's?

Arnstadt | Landrätin fordert Corona-Tests in Kindergärten

Die Landrätin des Ilm-Kreises Petra Enders (pl) fordert verbindliche Corona-Tests in Kindergärten. Das Land Thüringen sei weiter nicht bereit, verpflichtende Testangebote wie in Schulen anzubieten und die Kosten dafür zu übernehmen, so Enders. Das geht nach ihren Angaben aus einer Antwort des Bildungsministeriums auf eine Anfrage des Ilm-Kreises hervor.

Kind mit Mund-Nasenmaske beim Arzt. 10 min
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Exakt Mi 03.11.2021 20:15Uhr 09:37 min

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Schulen und Kindertageseinrichtungen seien Treiber der Pandemie, so Enders. Die vom Land erlassene Regel, Kindergartenkinder nur noch in festen Gruppen zu betreuen und damit eine Testpflicht zu umgehen, führt laut Enders nur zu verkürzten Betreuungszeiten. Das sei unverständlich und unverantwortlich.

Erfurt | Landtag mit neuen Infektionsschutzregeln

Der Thüringer Landtag beginnt am Mittwoch seine Plenarsitzung erstmals mit einer Testpflicht für Abgeordnete und Mitarbeiter. Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen hatte Landtagspräsidentin Birgit Keller die Infektionsschutzmaßnahmen verschärft.

Demnach müssen Abgeordnete und Mitarbeiter einen negativen Corona-Test vorlegen, um an der Sitzung teilnehmen zu können. Außerdem haben alle während der gesamten Sitzung eine FFP2-Maske zu tragen. Kann ein negatives Testzertifikat nicht vorgewiesen werden, ist eine Teilnahme am Plenum nur auf einem Tribünen-Platz möglich. Der Landtag stellt die Testangebote zur Verfügung.

Suhl | 2G laut Handwerkskammer wirtschaftliches Fiasko

Die Handwerkskammer Südthüringen hat die landesweite 2G-Regel als wirtschaftliches Fiasko bezeichnet. Als konkretes Beispiel nannte ein Sprecher nicht geimpfte Montage-Mitarbeiter, die keine Übernachtungsmöglichkeit mehr finden. Auch Handwerker im Sanitär- oder Heizungsbereich seien betroffen, wenn sie keine öffentlichen Gebäude mehr betreten dürften. Dafür müssten Lösungen gefunden werden, auch im Fall von Havarien in öffentlichen Einrichtungen.

Grafik - Probleme im Handwerk 3 min
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MDR aktuell 21:45 Uhr Di 19.10.2021 21:45Uhr 02:36 min

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Nach den Folgen der Pandemie, der Materialknappheit und immensen Preissteigerungen dürften nicht noch weitere Beschränkungen das Handwerk belasten und ausbremsen.

Nord-hausen | Warmer Regen aus Härtefallfonds

Die Stadt Nordhausen erhält 4.5 Millionen Euro aus einem Härtefallfond des Freistaates Thüringen. Wie das Innenministerium mitteilte, ist Nordhausen eine von insgesamt 27 Kommunen, die mit Geld aus dem Fond rechnen können. Diese Kommunen seien wegen der Corona-Soforthilfen des vergangenen Jahres in Schwierigkeiten geraten. Die Verrechnung dieser Hilfen führte dazu, dass die Kommunen weniger Zuweisungen aus Steuertöpfen bekommen hatten, sowie Geld zurück zahlen mussten.

Deutsch-land | Kekulé: Müssen in den Notfallmodus schalten

Nach Einschätzung des Virologen und Epidemiologen Alexander Kekulé ist die vierte Corona-Welle nicht mehr zu brechen oder einzudämmen. Kekulé sagte im Podcast von MDR AKTUELL: "Meines Erachtens müssen wir jetzt auch in einen Notfallmodus umschalten. Die Idee, der Welle noch irgendetwas entgegenzustellen, das war gestern. Das Virus wird jetzt durchlaufen." Kekulé sprach sich für Kontaktbeschränkungen für alle aus - also auch für Geimpfte und Genesene sowie Kita- und Schulkinder.

Nachrichten

Ein Porträt-Foto von Virologe Alexander Kekulé. 60 min
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60 min

MDR AKTUELL Di 16.11.2021 15:45Uhr 60:01 min

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"Wenn ich glaube, dass ich die Welle noch brechen kann, muss ich den Lockdown für alle machen. Denn auch die Geimpften und Genesenen geben das Virus massiv weiter", so der Virologe. Statt auf 2G müsse man auf 2G+ setzen: "Ich halte 2G+ für nicht praktikabel. Aber wenn man es machen würde, wäre es ein richtiges Mittel." Die "massiven Freiheiten für Geimpfte und Genesene" hätten zum derzeitigen Infektionsgeschehen beigetragen. Kekulé forderte zudem erneut, Risikogruppen wie Alte und Menschen über 60 priorisiert zu impfen beziehungsweise mit einer Auffrischungsimpfung zu versorgen.

Gera | Kontaktnachverfolgung eingeschränkt

Das Gesundheitsamt in Gera kommt mit der Corona-Kontaktnachverfolgung an seine Grenzen. Wie die Stadt mitteilte, sei es bei teils mehr als 100 Fällen am Tag nicht mehr möglich, alle Betroffenen persönlich anzurufen. Vor allem bei Schulklassen und Kita-Gruppen gebe es zahlreiche Kontakte. Das Gesundheitsamt bittet daher Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, sich umgehend zu isolieren und ihre Kontakte selbständig zu informieren. Laut Robert Koch-Institut liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Gera am Dienstag bei 445.

Schmölln / Neustadt | Weihnachtsmärkte abgesagt

In Ostthüringen sind weitere Weihnachtsmärkte wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Nach Jena, Altenburg oder beispielsweise Kahla verzichtet nun auch Schmölln im Altenburger Land auf den Weihnachtsmarkt. Er sollte eigentlich vom 3. bis 12. Dezember stattfinden. Die Stadt Neustadt (Orla) sagte den für das zweite Adventswochenende geplanten Adventsmarkt ab. Beide Städte hatten nach eigenen Angaben vergeblich Alternativen gesucht. Aus Schmölln hieß es, in der derzeitigen Corona-Lage seien überhaupt keine Veranstaltungen vertretbar.

Thüringen | Neue Corona-Regeln: 2G-Pflicht beschlossen

Das Thüringer Kabinett hat am Dienstag die Einführung einer 2G-Pflicht für weite Teile des öffentlichen Lebens beschlossen, ähnlich wie in anderen Bundesländern. Demnach soll unter anderem in der Gastronomie, in Beherbergungsbetrieben und zu Veranstaltungen nur noch Menschen Zutritt gewährt werden, die gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind. Ein negativer Corona-Test reicht dann oftmals nicht mehr aus. Die neuen 2G-Regeln sollen bereits in der laufenden Woche von den Kommunen umgesetzt und später in einer neuen Corona-Verordnung des Landes festgeschrieben werden. Hier erfahren Sie mehr zu den neuen Regelungen:

Oberbürgermeister fordern Impfpflicht für bestimmte Berufe

Die Oberbürgermeister der kreisfreien Städte in Deutschland haben angesichts der Corona-Krise eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen gefordert. So solle der Bund verpflichtende Impfungen für Beschäftigte in pädagogischen, medizinischen und Pflegeberufen per Gesetz festschreiben, sagte der Präsident des Deutschen Städtetags, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), im Vorfeld der Hauptversammlung in Erfurt. Wem kleine Kinder, schwer kranke oder pflegebedürftige Menschen anvertraut sind - der müsse gegen das Corona-Virus geschützt sein, stellte Jung klar. Andernfalls würden die Konsequenzen der Epidemie auf die Schwächsten abgewälzt. Am Montag hatte sich bereits Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) für eine Impfpflicht in bestimmten Bereichen ausgeprochen.

Jena | Weiterer Todesfall im Seniorenheim

In dem von einem Corona-Ausbruch betroffenen Jenaer Seniorenheim ist ein weiterer Bewohner verstorben. Damit hat sich die Zahl der Todesfälle in den vergangenen Tagen auf sechs erhöht. Ein Stadtsprecher sagte, dass insgesamt 76 Bewohner infiziert sind. Es müsse mit weiteren Todesfällen gerechnet werden. Gesundheitsamt und Heimaufsicht hatten die Einrichtung wegen möglicher Mängel bei den Hygieneauflagen kontrolliert. Weder die Gesundheitsbehörde noch die Heimaufsicht des Landesverwaltungsamts waren bislang für Stellungnahmen zu erreichen.

Rechtswissenschaftlerin hält Corona-Impfpflicht für möglich

Die Jenaer Rechtwissenschaftlerin Anika Klafki hält eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern für rechtlich möglich. Das sei ein verfassungsrechtlich gangbarer Weg, sagte die Juniorprofessorin für öffentliches Recht der ARD. Als Beispiel nannte sie die seit 2020 geltende allgemeine Masern-Impfpflicht für Mitarbeiter von Gemeinschaftseinrichtungen und Schulen. Das Bundesverfassungsgericht habe dieses Gesetz zumindest vorläufig gehalten, weil eine Impfpflicht dem Schutz der Bevölkerung diene.

Auch ein Lockdown für Ungeimpfte wäre in Deutschland möglich, so die Rechtswissenschaftlerin. Die 2G-Regel, bei der Ungeimpfte ausgeschlossen werden, wird zum Teil schon in einzelnen Bundesländern angewendet.

Besuchsverbot im Uniklinikum

Patienten am Universitätsklinikum Jena dürfen ab Mittwoch keinen Besuch mehr empfangen. Ausnahmen gelten demnach nur für wenige Situationen und nach Rücksprache, etwa für Schwerstkranke, Kinder und werdende Väter, wie das Klinikum mitteilte. Für diejenigen Besucher, die in Ausnahmefällen die Häuser betreten dürfen, gelten die 3G-Regeln.

Die ambulante und stationäre Versorgung bleibe gewährleistet, so die Klinik. Angesichts der Infektionszahlen müssten Patienten und Mitarbeiter geschützt werden, deshalb sei das grundsätzliche Besuchsverbot unumgänglich.

Rudolstadt | Plakate für mehr Impfungen

Mit Plakaten und mehr Aufklärung will Rudolstadt die Impfbereitschaft erhöhen. Nach wie vor sei die Impfquote im Landkreis niedrig, hieß es von der Stadt. Mit der Werbeaktion soll besonders das Personal von Bildungs- und sozialen Einrichtungen zum Impfen ermutigt werden.

Hildburg­hausen | 150 Menschen bei spontaner Demonstration

In Hildburghausen haben sich am Montagabend etwa 150 Menschen zu einem Spaziergang gegen die Corona-Regeln getroffen. Laut Polizei liefen die Teilnehmer des Zuges um den Marktplatz und durch die Innenstadt. Es seien keine Straftaten registriert worden. Ein MDR-Reporter berichtete jedoch, er sei beschimpft und bedrängt worden und habe schließlich den Rückzug angetreten, um nicht angegriffen zu werden. Uniformierte Polizisten seien nicht vor Ort gewesen.

Mehrere Menschen stehen auf dem Marktplatz in Hildburghausen.
Teilnehmer des "Spaziergangs" gegen die Corona-Regeln in Hildburghausen am Montag. Bildrechte: MDR7News5

Hildburghausens Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) sagte MDR THÜRINGEN, es seien weder eine Veranstaltung noch eine Demonstration angemeldet worden. Bereits Ende vergangenen Jahres hatten sich in Hildburghausen regelmäßig Gegner der Corona-Regeln zu solchen Spaziergängen getroffen.

Hinweis der Redaktion: Wir hatten an dieser Stelle zunächst ein Video eingebunden, das aber eine Demonstration in Hildburghausen im Herbst 2020 zeigt. Wir haben dieses Video entfernt und bitten den Fehler zu entschuldigen.

Thüringen | Kabinett berät 2G-Regelung

Die Landesregierung berät am Dienstag darüber, in welchen Bereichen künftig nur noch geimpfte und von Covid-19 genesene Menschen Zugang haben sollen. Das Ergebnis wird Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) gegen 13 Uhr in einer Pressekonferenz vorstellen. Zunächst war diskutiert worden, die sogenannte 2G-Regelung unter anderem für die Gastronomie, für Beherbergungsbetriebe und den Freizeitbereich, also zum Beispiel Schwimmhallen und Saunen, einzuführen.

Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen lehnt 2G-Regeln in Gastgewerbe und Einzelhandel ab. Eine solche Pflicht würde ein Drittel der Thüringer vom Gaststätten- oder Friseurbesuch ausschließen. Die schon jetzt stark angeschlagenen Betriebe würden so erneut enorme Verluste verbuchen. Die Kammer plädiert stattdessen für eine Testpflicht für alle - unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus.

Erfurt | Tests an Schulen nachgeliefert

Eine Woche nach Schulbeginn sollen an den Thüringer Schulen jetzt wieder ausreichend Tests vorhanden sein. Wie das Bildungsministerium mitteilte, hat das Deutsche Rote Kreuz die fehlenden Tests am Montag an die Schulen ausgeliefert. Am Montag und in der Vorwoche hatten Tests an den Schulen gefehlt.

Laut Ministerium hat das Land am Freitag weitere zwei Millionen Tests für etwa zehn Millionen Euro bestellt, nachdem der Haushaltsausschuss des Landtags dafür 20 Millionen Euro freigegeben hat. Die Lieferzeit betrage etwa drei Wochen. Mit Verspätungen sei aber zu rechnen. Die Tests stammen aus China.

Rudolstadt | Testzentrum öffnet wieder

Das Bürgertestzentrum wird am Dienstag wieder geöffnet. Im Diakoniezentrum "Glocke" ermöglicht die Diakonie Rudolstadt dienstags und donnerstags kostenlose Corona-Tests. Wie der Diakonieverein mitteilte, ist pro Person ein Test wöchentlich kostenlos. Dazu muss der Personalausweis mitgebracht werden.

Was bisher geschah | Corona-News vom Montag, 15.11.2021

Hier geht es zu den Corona-News vom 15.11.2021.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 16. November 2021 | 19:00 Uhr

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