Wirtschaft und Digitalisierung Start-ups vor allem in Großstädten: So arbeitet Sachsens Gründerszene

Start-up-Unternehmen gelten als innovativ und offen für Trends. Auf die können die kleinen Neugründungen schneller reagieren als manch großer Konzern. In Sachsen wurden im vergangenen Jahrzehnt hunderte Start-ups gegründet. Nicht alle hielten bis 2021 durch: Neben Geld fehlten vor allem Fachkräfte. Auch die digitale Infrasturktur spielt eine wichtige Rolle, die ist auf dem Land ausbaufähig.

Auf einer Computertastatur liegt das Wort Start-up.
Die Bereiche Information und Kommuikation, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen standen hoch im Kurs bei Start-ups in Sachsen. Bildrechte: imago images / Steinach

Leipzig und Dresden sind für Unternehmensgründungen am attraktivsten in Sachsen. Mit Abstand folgen die Landkreise und die Stadt Chemnitz. Das hat eine Studie zum Gründungsstandort Sachsen ergeben, die Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Dienstag dem Kabinett vorlegte. Demnach sind von 2011 bis 2019 rund 1.200 sogenannte Start-ups gegründet worden. Zwei Jahre später bestanden davon noch rund 860 Unternehmen (minus rund 29 Prozent). Dulig sagte: "Unter dem Strich ist weniger die Zahl der Gründungen maßgebend, sondern Klasse statt Masse." Auf Nachhaltigkeit, Innovationskraft und das Wachstumspotenzial, das vor allem technologieorientierte und innovative Gründungen versprechen, komme es an.

Fachkräfte-Sorgen auch bei Gründerinnen und Gründern

Zwei von drei der befragten Start-ups (68 Prozent) sehen künftig große Herausforderungen, Fachkräfte zu gewinnen, ergab die Studie. Vor allem würden Menschen mit einem Hochschulabschluss im IT- und Informatik-Bereich, in Ingenieurwissenschaften, technischen Fachrichtungen und in Wirtschaftswissenschaften gesucht. Die Analyse zur Gründerszene in Sachsen soll laut Wirtschaftsministerium in die Fortschreibung der sächsischen Existenzgründungsstrategie einfließen.

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Das sind die wesentlichen Ergebnisse der Gründer-Analyse

  • Prozentual die meisten Unternehmensgründungen seit 2011 gab es in Leipzig (32,8 Prozent), gefolgt von Dresden (30,7 Prozent) und Chemnitz (8,4 Prozent).
  • In allen Landkreisen zusammen gab es rund 28 Prozent innovativer Gründungen.
  • Am häufigsten beschäftigten sich die neugegründeten Firmen im Bereich Information und Kommunikation.
  • Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen kamen auf Platz zwei, gefolgt von Neugründungen im verarbeitenden Gewerbe.
  • Es überwogen Teamgründungen mit durchschnittlich 2,8 Mitgliedern.
  • In nur knapp jedem dritten Team waren Frauen beteiligt.

Quelle: Analyse im Auftrag des sächsischen Wirtschaftsministeriums vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sagt: "Sachsens Gründerszene ist voller Dynamik." Bildrechte: dpa

Unter dem Strich ist weniger die Zahl der Gründungen maßgebend, sondern Klasse statt Masse. Auf Nachhaltigkeit, Innovationskraft und das Wachstumspotenzial, das vor allem technologieorientierte und innovative Gründungen versprechen, kommt es an.

Martin Dulig Wirtschaftsminister in Sachsen (SPD)

Halbe Milliarde Euro für digitale Offensive

Digitales und Kommunikation spielt nicht nur für die IT-Expertinnen und -Experten der Gründerszene eine Rolle. Auch das Land geht in die digitale Offensive und will 436,5 Millionen Euro ausgeben. Eine entsprechende Richtlinie dazu wurde am Dienstag vom Kabinett verabschiedet. Damit soll die Erschließung von mehr als 120.000 Haushalten mitbezahlt werden, sagte Wirtschaftsminister Dulig. Mit der neuen Richtlinie seien alle Anschlüsse förderfähig, denen im Download weniger als 100 Mbit pro Sekunde zuverlässig zur Verfügung stehen (Graue Flecken).

Glasfaserausbau auf dem Land

Dulig sprach von einem guten Tag vor allem für den ländlichen Raum. "Denn gerade hier hat der Glasfaserausbau noch am meisten Nachholbedarf." Bisher habe Sachsen rund 800 Millionen Euro zur Kofinanzierung von Bundesmitteln bereitgestellt. Mit der bereits erfolgten Förderung würden am Ende rund 330.000 Anschlüsse in bislang unterversorgten Regionen geschaffen. Der Minister legte sich aber nicht fest, wann all diese Anschlüsse fertig sind. Die aktuelle politische Entwicklung verzögere Bauvorhaben, sagte Dulig.

MDR (kk)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 05. Juli 2022 | 19:00 Uhr

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