Pandemie 36 Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit Corona-Impfung

In Sachsen sind bisher 36 Menschen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Schutzimpfung gestorben. Nach Angaben des Sozialministeriums lässt sich allerdings nicht feststellen, ob die Impfung Ursache oder maßgeblich mitverantwortlich für ihren Tod war. In der Antwort auf eine Anfrage der AfD im Landtag wurden zudem für das vergangene Jahr zwischen Januar und November 428 Verdachtsfälle aufgelistet, bei denen die Nebenwirkungen einer Corona-Schutzimpfung über das übliche Maß hinausgingen. Bei mehr als fünf Millionen verabreichten Dosen entspreche das acht Meldungen pro 100.000 Impfungen.

Mehr als 5 Millionen Impfdosen verabreicht

Särge in einem Meißner Krematorium
Seit Pandemiebeginn gab es in Sachsen bisher 13.295 Tote im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Bildrechte: IMAGO / Christian Thiel

Das sächsische Gesundheitsministerium machte in seiner Antwort die Relation deutlich. Demnach wurden bis einschließlich 30. November im Freistaat gut 5,1 Millionen Impfdosen verabreicht. Die Melderate für betreffende Nebenwirkungen liege demnach bei 0,08 Meldungen pro 1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Verdachtsfälle bei 0,03.

Laut Statistik betrafen die 36 Todesfälle zu gleichen Teilen Frauen und Männer im Alter zwischen 37 und 91 Jahren. 23 Betroffene waren über 70, weitere acht zwischen 60 und 70 Jahren. 27 Todesfälle wurden im Kontext mit dem am meisten verimpften Biontech-Impfstoff registriert, drei im Zusammenhang mit Astrazeneca und einer mit Moderna. Bei fünf Todesfällen wurde der verwendete Impfstoff nicht näher benannt, wie es hieß.

Auch bei den Verdachtsfällen auf überdurchschnittliche Impfnebenwirkungen entfielen die meisten auf Biontech (320), gefolgt von Astrazeneca (62), Moderna (33) und Janssen von Johnson & Johnson (7). In sechs Fällen wurde der Impfstoff nicht näher spezifiziert. Von den 428 Verdachtsfällen waren knapp die Hälfte (209) als nicht schwerwiegend einzustufen. Schwerwiegend ist eine Reaktion etwa dann, wenn sie lebensbedrohend ist, eine stationäre Behandlung erfordert oder zu bleibender Behinderung führt. 47 weitere Fälle wurden als "eventuell schwerwiegend" deklariert.

Auch junge Menschen betroffen

Bei den als schwerwiegend eingestuften Fällen kam es am häufigsten zu Schlaganfällen (22), Thrombosen und Lungenembolien (je 17), Herzbeutel- oder Herzmuskelentzündungen (13), Kopfschmerzen (12), Schwindel (11 Fälle), Fieber (7), Sehstörungen (6), Hirnblutungen (6) und Gesichtslähmungen (5). Die AfD hob darauf ab, dass auch junge Menschen betroffen waren. So erlitt ein 14-Jähriger eine Herzbeutel-/ Herzmuskelentzündung, ein 20 -Jähriger eine Gesichtslähmung und ein 23-Jähriger eine Lungenembolie.

AfD: Impfentscheidung muss frei bleiben

Die AfD im Sächsischen Landtag interpretiert die Zahlen als Argument gegen eine Impfpflicht. Die Impfentscheidung müsste frei und unabhängig bleiben, erklärte der AfD-Abgeordnete Rolf Weigand.

Quelle: MDR(dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 07. Januar 2022 | 19:00 Uhr

Mehr aus Sachsen

Batteriespeicher 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Facebook 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK