Anpassung Sachsen setzt Hotspot-Regel in Corona-Verordnung aus

Sachsen passt seine Corona-Notverordnung leicht an. So soll die Hotspot-Regelung ausgesetzt werden, wovon unter anderem der Tourismus profitiert. Hochzeiten sollen mit bis zu 20 Personen unter 3G möglich sein, Reisebüros und Kosmetiksalons sollen keine Sorge vor erneuter Schließung haben. Alles soll von Anfang Februar bis Anfang März gelten, wenn das Kabinett nächste Woche zustimmt.

Hotelzimmer mit Bett.
Hotelbetten sollen auch bei steigenden Inzidenzen nicht mehr leer bleiben. Sachsen setzt dafür die Hotspot-Regelung aus. Bildrechte: Colourbox

Sachsens Regierung will die aktuellen Corona-Regeln im Freistaat nur etwas lockern. So sollen künftig Messen und Kongresse unter den Bedingungen von 2G und einer Kapazitätsbegrenzung wieder möglich sein, teilte Sozialministerin Petra Köpping am Dienstag nach der Kabinettssitzung mit. Dabei soll sich an den für den Handel geltenden Regelungen orientiert werden.

Hochzeiten und Beerdigungen mit 20 Personen unter 3G

Hochzeiten sind fortan wie bisher bereits Beerdigungen mit bis zu 20 Personen und der Maßgabe 3G erlaubt.

Junges Paar mit Maske
Wer sich traut, darf das in Sachsen bald wieder mit bis zu 18 Gästen. Es gilt die 3G-Regel. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Westend61

Für Dienstleister wie Reisebüros soll genau wie für die körpernahen Dienstleistungen - Kosmetik und Fußpflege - einheitlich 2G gelten. Anbieter dieser Leistungen müssen ihre Geschäfte nicht mehr schließen, wenn die Überlastungsstufe erreicht ist.

Hotspot-Regel wird ausgesetzt

Eine regionale Hotspot-Regelung mit verschärften Regeln ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1.500 ist nicht mehr vorgesehen. Sie soll aber bei Bedarf wieder kurzfristig eingeführt werden, wie Köpping sagte. Noch sei schwer absehbar, wie sich die Omikron-Variante auf die Belegung der Klinikbetten auswirke.

Mit Abschaffung der Hotspot-Regelungen kommt die Landesregierung der Tourismusbranche entgegen. Laut Corona-Notfallverordnung müssen bislang in sogenannten Hotspot-Regionen Museen, Hotels, Beherbergungsbetriebe und die Gastronomie ab einem Inzidenzwert von 1.500 wieder schließen. "Aus den Erfahrungen der Corona-Pandemie wird klar, dass vor allem die Situation in den Krankenhäusern berücksichtigt werden muss", hatte der Präsident des Landestourismusverbandes,Jörg Markert, Anfang der Woche gesagt. Priorität sollte seiner Meinung nach die Belegungsstufe der Krankenhausbetten haben.

Volle Stadien bleiben vorerst tabu

Bei Sportveranstaltungen unter freiem Himmel bleibt es vorerst bei der strengen Regelung, nur maximal 1.000 Zuschauer zuzulassen. Volle Stadien bleiben damit weiter tabu.

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Volle Stadien soll es in Sachsen bis mindestens Anfang März nicht geben. Bildrechte: MDR JUMP

Die Ministerin mahnte trotz vergleichsweise niedriger Inzidenz zu Vorsicht. Es gebe bereits wieder eine Zunahme der Bettenbelegung auf Normalstationen, während die Sieben-Tage-Inzidenz vergleichsweise niedrig bleibt.

Landestourismusverband begrüßt Änderungen der Corona-Notverordnung

Jörg Markert, Präsident des Landestourismusverband Sachsen, begrüßt die Anpassungen der Corona-Notverordnung. Insbesondere die Aussetzung der Hotspot-Regelung sieht er als positives Signal für das Hotel- und Gastronomiegewerbe. Damit erhielten die Branchen mehr Planungssicherheit. Auch das Erlauben von Messe und Kongressen unter der 2G-Regel empfindet er als Schritt in die richtige Richtung.

Hierbei hätte aber geholfen, dass in Sachsen zusätzlich Übernachtungen für Geschäftsreisende, wie bereits in anderen Bundesländern mit der 3G-Regel möglich, sind.

Jörg Markert
Neben der Änderungen der Corona-Notzverordnung begrüßt Jörg Markert die angeküdigte Überbrückungshilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige "Sachsen Plus". Bildrechte: dpa

Nachdem das Kabinett am Dienstag die Eckpunkte besprach, soll die neue Verordnung nach Anhörungen am kommenden Dienstag beschlossen werden und dann vom 6. Februar bis 6. März gelten. Abermals warb Köpping intensiv für das Impfen. Das soll im Freistaat künftig verstärkt auch sonntags angeboten werden, sagte sie.

MDR (lam)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 25. Januar 2022 | 15:00 Uhr

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