Ausstellung Ehrenplatz für den Sport im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig

Obwohl das Sportmuseum Leipzig seit 1991 geschlossen ist und sich am geplanten neuen Museumsstandort seit fast 15 Jahren nichts tut, scheint das Museum bei der Bevölkerung sehr präsent zu sein. Jedes Jahr erhält die sporthistorische Sammlung des Museums zwischen 300 und 500 Schenkungen. Ab Mittwoch sind einige der Exponate im Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig zu sehen.

Drei silberfarbende Ehrenbecher der Deutschen Handballmeisterschaften aus den Jahren 1937, 1938, Geehrt wurde der Spieler Johannes Lang. Sein Name ist auf den Bechern eingraviert.
Diese drei Ehrenbecher der Deutschen Handballmeisterschaften von 1937, 1938 und 1939 sind unter anderem in der Ausstellung "Ehrenplatz" im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig zu sehen. Erhalten hat sie damals der Spieler Johannes Lang. Bildrechte: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Von Weltrekordurkunde über eine Reiterjacke der Olympischen Spiele in Rom bis zu Ehrenpokalen - das Sportmuseum Leipzig erhält jedes Jahr bis zu 500 Schenkungen für seine sporthistorische Sammlung. Einige ausgewählte Exponate bekommen jetzt einen "Ehrenplatz". Im Haus Böttchergäßchen des Stadtgeschichtlichen Museums sind diese besonderen Stücke und deren Geschichte ab Mittwoch zu sehen.

Eine Weltrekordurkunde im Schwimmen aus dem Jahr 1931
2007 erhielt das Museum von Brigitte Rudolph die Weltrekordurkunde für die Leipziger Schwimmerin Herta Wunder aus dem Jahr 1931. Den Weltrekord stellte sie über 500 Meter Brust im Leipziger Carola-Bad auf. Bildrechte: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Schenkende wünschen sich Ehrenplätze

Viele Schenkende wünschen sich laut Museumschef Aiko Wulff einen Ehrenplatz für ihr Objekt in der Ausstellung. 28 Exponate wurden nun ausgesucht und zu einer Studioschau zusammengestellt. "In der Ausstellung kommen Menschen zu Wort, die von ihrer Schenkung an das Museum erzählen, wie es dazu kam und was sie sich davon erhoffen", sagte Wulff MDR SACHSEN.

Unter anderem wird die Geschichte eines Konvoluts von den Olympischen Winterspielen 1964 erfahrbar. "Olympiateilnehmer Günter Meinel hatte seine Stücke von 1964 bei der ZDF-Sendung Bares für Rares 2021 verkauft. Ein Leipziger Unternehmer hat die Sendung damals gesehen, die Stücke des Sportlers vom SC Dynamo Klingenthal dem Antiquitätenhändler abgekauft und unserem Museum geschenkt", erzählt Wulff.

Neues Museum erst ab 2029

Zufrieden ist Wulff allerdings nicht mit der derzeitigen Situation. Erst 2029 soll auf dem Gelände des ehemaligen Schwimmstadions das Museum neu eröffnet werden. Seit Jahren ist die Sammlung als Interim im Keller des Olympiastützpunktes eingelagert. "Ich bin nicht glücklich über die ständigen Interimslösungen. Wir brauchen endlich eine feste Anlaufstelle", sagte Wulff.

Eine rote Reiterjacke
Die Reiterjacke des Springreiters Manfred Nietzschmann für die Olympischen Sommerspiele in Rom 1960 ist eine Schenkung von Nietzschmann selbst. Bildrechte: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Auch die Stadt hofft, noch in diesem Jahrzehnt das neue Sportmuseum zu eröffnen. Seit 2008 gibt es den Stadtratsbeschluss dazu. "Durch die Absage von RB Leipzig sind wir ein ganzes Stück zurückgeworfen worden", sagte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke. Der Fußball-Bundesligist wollte ursprünglich ein Funktionsobjekt auf dem Stadionvorplatz bauen, die Stadt sich mit ihrem Museum dort einmieten. Doch RB Leipzig hat sich anders entschieden. Dennoch sei man zuversichtlich bis 2029 rund um das alte Schwimmstadion einen "Campus in Bewegung" zu errichten, mit Schule, Turnhalle und dem neuen Sportmuseum, erklärt die Bürgermeisterin.

Bis dahin haben wenigstens einige der Schenkungen einen Ehrenplatz im Stadtgeschichtlichen Museum.

Ausstellung "Ehrenplatz – Eure Geschichten. Eure Schenkungen. Euer Sportmuseum!"
Vom 21. September 2022 bis 26. Februar 2023
Haus Böttchergäßchen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig

MDR (bbr)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 20. September 2022 | 15:30 Uhr

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