Gegen Corona-Proteste Mehr als 1.000 Unterstützer für Offenen Brief in Chemnitz

Die Coronamaßnahmen der Politik verursachen seit Wochen bei bestimmten Menschengruppe Unmut. Weil die Demos regelmäßig von Rechtsextremisten organisiert werden und Angriffe auf Polizisten stattfinden, verlangt eine Chemnitzer Initiative eine klare Ansage der sächsischen Landesregierung.

Menschen demonstrieren gegen die Corona-Maßnahmen
Gegen die Corona-Proteste in Chemnitz regt sich Widerstand. Bildrechte: Harry Härtel

Den Anfang Dezember veröffentlichten Aufruf des Netzwerks "Chemnitz für Menschlichkeit" haben bisher mehr als 1.000 Unterstützer unterschrieben. In dem Brief verlangen die Initiatoren vom sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), "den wöchentlich stattfindenden Demonstrationen und der damit verbundenen rechten Gewalt und Hetze entschieden und konsequent entgegenzutreten".

Die Musikpädagogin Nancy Gibson hat den Offenen Brief unterzeichnet, weil sie schon seit Jahren beobachtet, wie die Kommunikation immer aggressiver wird. Sie sagte MDR SACHSEN: "Ich kenne Leute in Verantwortungspositionen, die momentan richtig verzweifeln. Sie werden so aggressiv angegangen, dass sie um ihre eigne Sicherheit bangen müssen." Gibson glaubt, den Extremisten gehe es nur darum, "etwas kaputt zu machen". Deshalb seien sie auch gegen das Projekt der Kulturhauptstadt 2025. Umso wichtiger sei es, diese Leute in die Schranken zu weisen. 

"Die leise Mehrheit muss laut werden!"

Mehrere Polizeibeamte in voller Schutzmontur stehen Demonstranten in Chemnitz gegenüber.
In ganz Deutschland demonstrieren Menschen gegen die Coronamaßnhmen der Regierung. Auch in Chemnitz. Bildrechte: Harry Härtel

Sebastian Thieswald glaubt, die Menschen auf den Anti-Coronamaßnahmen-Demos seien eine laute Minderheit: "Ich habe grundsätzlich etwas gegen Antisemitismus und gegen Fremdenfeindlichkeit. Ich habe nichts gegen Demokratie. Aber was dort bei diesen sogenannten Spaziergängen passiert, ist eine Instrumentalisierung. Und dagegen müssen wir aufstehen und die leise Mehrheit muss laut werden." Thieswald möchte, dass jemand, der nach Chemnitz kommt, merkt, dass es eine offene, freundliche und weltoffene Stadt sei, in der es sich lohne zu leben.

Die Chemnitzer Puppenspielerin Gundula Hoffmann hat unterschrieben, um zu zeigen, dass Bedrohungen wie gegen Ministerpräsident Kretschmer oder Sozialministerin Köpping nicht hinnehmbar sind: "Natürlich geht es um gegenseitigen Respekt und darum, dass alle Meinungen in einer Demokratie ihren Platz haben sollten. Aber dabei darf die Menschenwürde nicht verletzt werden." Gerade die Ereignisse 2018 in Chemnitz hätten deutlich gemacht, dass man unsolidarischem Verhalten entgegenwirken müsse. Hoffmann ist überzeugt, in ihrer Stadt gebe es ganz viele Menschen, die nicht die Haltung der "Spaziergänger" teilten.

Quelle: MDR/mwa

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