Gesundheitsgefahr Umweltministerium plant Messungen von radioaktivem Radon

Man kann es nicht sehen, nicht schmecken und doch ist es da: Das radioaktive Edelgas Radon kommt im Boden vor. In hoher Konzentration kann Radon zum Gesundheitsrisiko werden und zu Lungenkrebs führen. Im Ost- und Südharz gibt es Gemeinden, in denen Radon in höherer Konzentration bereits nachgewiesen wurde. Nun plant Sachsen-Anhalts Umweltministerium weitere Radonmessungen.

Messstation für Radioaktivität in Fredelsloh
In Sachsen-Anhalt soll die Konzentration des radioaktiven Gases Radon untersucht werden. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Das Umweltministerium will insbesondere im Süden Sachsen-Anhalts 2022 und 2023 die Konzentration des Edelgases Radon messen. Natürlich vorkommendes Radon gelte nach Rauchen und neben Feinstaub als häufigste Ursache für Lungenkrebs, sagt Umweltminister Armin Willingmann (SPD).

Armin Willingmann
Umweltminister Willingmann: Radon ist eine Ursache für Lungenkrebs. Bildrechte: dpa

Radioaktives Radon kann man nicht sehen oder schmecken, die Gesundheitsgefahr für den Menschen ist aber umso realer. Deshalb wollen wir zeitnah Messungen in weiteren Kommunen des Landes vornehmen, um mögliche Risiken genauer einschätzen sowie die Bevölkerung dort besser informieren und beraten zu können.

Armin Willingmann (SPD) Umweltminister

Höhere Radon-Konzentration in Ost- und Südharz

Die Konzentration hänge aber auch in erheblichem Maß von der Substanz der jeweiligen Wohn- und Arbeitsgebäude ab, hieß es weiter. Deshalb will das Ministerium in diesem Jahr eigenen Angaben zufolge auch Messungen in Innenräumen finanzieren. Bewohner des Radon-Vorsorgegebietes sollten davon Gebrauch machen, um mögliche Risiken genauer einschätzen zu können, sagte der Strahlenphysiker Christoph Ilgner aus dem Umweltministerium.

Der genaue Starttermin dieser zwölfmonatigen Messkampagne werde noch bekannt gegeben. Harzgerode, Thale, Wernigerode, Hettstedt, Allstedt und zehn weitere Einheits- oder Verbandsgemeinden der Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz sind bereits in der Vergangenheit als Radonvorsorgegebiet ausgewiesen worden. Dem vorausgegangen waren Messungen und Simulationen des Landesumweltministeriums sowie des Bundesamtes für Strahlenschutz. In der Region sei eine deutlich erhöhte Radonkonzentration zu erwarten.

dpa, MDR (Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. Mai 2022 | 17:00 Uhr

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