Kostensteigerung vom Stadtrat abgesegnet Strombrücke in Magdeburg: Trümper warnt vor neuen Finanzlücken

Erst verteuerten Probleme bei der Auftragsvergabe den Brücken-Neubau, nun musste der Magdeburger Stadtrat schon wieder über einen Zuschuss entscheiden. Weitere Finanzlücken drohen, weil bereits genehmigte Fördermittel alle sein sollen.

Schild "Sitzung - bitte nicht stören" an Tür zu Sitzungssaal
Bildrechte: MDR/Sören Thümler

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) warnt vor möglichen weiteren Finanzlücken beim Bau der neuen Brücke über die Alte Elbe. Trümper sagte auf der Stadtratssitzung am Donnerstag, Mittel aus dem Hochwasserschutz könnten ausbleiben: "Es gibt eine heftige Debatte im Land, denn es heißt, die Hochwassermittel seien alle. Ich hatte deshalb ein Gespräch mit dem Ministerpräsidenten und mehreren Ministern, und da versichert das Land, man bemühe sich, uns zu helfen." Allerdings sei unklar, ob die Zusagen eingehalten würden.

Trümper verwies in diesem Zusammenhang auf die Rechtslage: "Wir haben einen Fördermittelbescheid für die Beseitigung des Schadens. Aber ob wir das Geld tatsächlich bekommen, ist unklar." Im schlimmsten Fall müsse die Stadt weitere 44 Millionen Euro für den Brückenbau selbst finanzieren.

Stadtrat gibt grünes Licht für Mehrkosten

Trotz dieser Unsicherheit stimmte der Stadtrat bei nur einer Enthaltung dem neuen Finanzplan für die Brücke zu: Die Gesamtkosten betragen nunmehr 180 Millionen Euro statt der bislang veranschlagten 160 Millionen.

Im Zuge des Neubaus muss auch die Strombrücke über die Stromelbe saniert werden. Noch in diesem Jahr will die Verwaltung dazu den Kostenrahmen dem Stadtrat vorlegen.

Schon die DDR wollte einen neuen Brückenzug über die Elbe in Magdeburg bauen. Schon damals schien die historische Anna-Ebert-Brücke den modernen Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Nach der Wende wurden die alten Pläne überarbeitet. Mit dem Hochwasser von 2013 musste komplett neu geplant werden, um der gestiegenen Hochwassergefahr Rechnung zu tragen.

Schon die zweite Nachforderung

Die ursprünglichen Planungen für den Strombrückenzug hatten Kosten in Höhe von 120 Millionen Euro vorgesehen. Allerdings gab es Probleme beim Vergabeverfahren: Die Stadt hatte sich für das günstigste Angebot entschieden. Ein anderer Baukonzern hatte deshalb eine Nachprüfung gefordert. Das Ergebnis: Das Ausschreibungsverfahren zog sich in die Länge und der Stadtrat musste Mehrkosten in Höhe von 38 Millionen Euro zustimmen.

Wie die neue Elbebrücke in Magdeburg künftig aussehen soll

Entwurf einer Brücke in einer Stadt mit Hochhäusern
Der neue Strombrückenzug in Magdeburg wird eine Pylonbrücke über die Alte Elbe – eine Art Hängebrücke mit gespannten Seilen. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Entwurf einer Brücke in einer Stadt mit Hochhäusern
Der neue Strombrückenzug in Magdeburg wird eine Pylonbrücke über die Alte Elbe – eine Art Hängebrücke mit gespannten Seilen. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Anna-Ebert-Brücke mit Pylonbrücke im Hintergrund
Der Neubau verläuft parallel zur hochwassergeschädigten Anna-Ebert-Brücke. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Bereich zwischen einhüftigem Rahmen (links) und Zollbrücke (rechts)
Die alte Brücke von 1882 soll vom Verkehr entlastet werden. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Anna-Ebert-Brücke (links) und neue Pylonbrücke (rechts)
Für Fußgänger und Radfahrer entstehen Sitzmöglichkeiten und neue Wege... Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Neue Zufahrt zur Straße Am Winterhafen
Dadurch kann man künftig wieder entlang der Alten Elbe in Richtung Stadtpark laufen. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Neue Umfeldgestaltung am Heumarkt
Das Aussehen des Heumarkts wird ebenfalls verändert... Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Künftige Gestaltung und Verkehrsführung am Heumarkt
... genau so wie die dortige Straßenführung. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Platz zwischen Anna-Ebert-Brücke (rechts) und neuer Pylonbrücke (links)
Im Bereich Zollhaus gibt es aktuell noch Straßenbahngleise. Künftig ist das nicht mehr so – dann führen die Gleise über den Neubau. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Künftige Verkehrsführung mit neuer Zufahrt zum Stadtpark
Auf der neuen Strombrücke soll es für Bahnen und Autos getrennte Fahrbahnen geben... Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Neue Haltestelle Zollhaus vor der neuen Pylonbrücke
... und zwar auf dem gesamten Brückenzug. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Bereich zwischen Anna-Ebert-Brücke (links) und Pylonbrücke (rechts)
Die Fertigstellung ist für 2023 geplant. Die Kosten liegen bei mindestens 93 Millionen Euro, werden aber laut Tiefbauamt wahrscheinlich steigen. Grund sind die Verzögerungen beim Bau. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Bereich zwischen Zollbrücke (links) und einhüftigem Rahmen (rechts)
Für den Bereich neben der Zollbrücke ist künftig dieser Look geplant... Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Draufsicht auf den neuen Brückenzug in Richtung Innenstadt
... und so soll das gesamte Bauwerk aussehen. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Gesamter Brückenzug inklusive bestehender Strombrücke über die Stromelbe
Bisher führt die Magdeburger Strombrücke nur über die Stromelbe. Die neue Brücke wird künftig diese bestehende Brücke verlängern und das Stadtzentrum mit Brückfeld und Cracau verbinden. Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
Entwurf einer beleuchteten Brücke bei Nacht
Es handelt sich um eines der größten Bauprojekte in Magdeburg.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24. Februar 2020 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/kb
Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH
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Gesamter Brückenzug inklusive bestehender Strombrücke über die Stromelbe
Bildrechte: Bauwerksentwürfe Leonhardt, Andrä und Partner; Visualisierung AI.STUDIO GmbH

Doch auch diese Finanzplanung war nur vorläufig. Im September 2021 war bekannt geworden, dass der Neubau nochmals um rund 22 Millionen Euro teurer wird. Damit belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 180 Millionen Euro. Der Grund: Ein Gutachten hatte ergeben, dass der Mehrbedarf für den ersten Nachtrag rund neun Millionen Euro höher liegt, als noch 2020 angenommen worden war. Unter anderem hatten die Verkehrsbetriebe Mehrkosten für den Schienenersatzverkehr geltend gemacht, die sich wegen der verzögerten Vergabe erhöht hätten.

Außerdem seien die Kosten durch die archäologische Begleitung des Projekts gestiegen. Auch hätten hohe Pegelstände der Elbe zu Verzögerungen geführt, die sich auf die Kosten niedergeschlagen hätten. Immerhin: Nach Angaben der Stadtverwaltung wird ein Großteil der Kosten über Fördermittel finanziert.

Fertigstellung des neuen Strombrückenzuges bis 2023 geplant

Spatenstich für die neue Strombrücke war im Februar 2020, vorbereitende Arbeiten hatten schon im Jahr davor begonnen. Der Neubau verlängert die schon bestehende Brücke um eine hochwasser-sichere Pylonbrücke über Zoll- und Alte Elbe in den Magdeburger Osten. Bis Ende 2023 soll der neue Brückenzug fertiggestellt sein.

MDR/Hannes Leonard/Uli Wittstock

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 04. November 2021 | 06:30 Uhr

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