Online-Portal "Sachsen-Anhalt wählt" mit positiver Bilanz Allein am Wahltag knapp 50.000 Seitenabrufe

Knapp 270.000: So viele Seitenabrufe haben Stefan Weißwange, Rahel Szalai und Daniel Kühne registriert, seit im Dezember 2015 ihre Plattform "Sachsen-Anhalt wählt" online gegangen ist. Im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT blickt Weißwange auf Daten und Fakten rund um das Portal und zieht ein positives Fazit.

"Unglaublich gut" hätten die Klickzahlen beim Online-Portal "Sachsen-Anhalt wählt" sich entwickelt, sagt Stefan Weißwange. Der Hallenser ist einer der Macher von "Sachsen-Anhalt wählt" - einer Plattform, auf der in den vergangenen Monaten ganz neutral und unkommentiert Parteien, Kandidaten und Wahlprogramme zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zusammengestellt worden sind. Als Datenbank für Informationen war die Plattform gedacht; quasi als Anstoß, sich mit den zur Wahl stehenden Parteien auseinander zu setzen. Knapp 270.000 Seitenabrufe haben Weißwange und seine Mitstreiter seit dem Start der Plattform im Dezember 2015 registriert.

"Allein am Wahltag haben wir über 50.000 Seitenabrufe von knapp 30.000 Nutzern gehabt", erklärt Weißwange am Tag nach der Wahl MDR SACHSEN-ANHALT. Gerade bis 14 Uhr seien die Zugriffszahlen sehr hoch gewesen. Vermehrt haben die Macher des Portals außerdem Zugriffe von Mobilgeräten wahrgenommen. "Die Vermutung liegt also nahe, dass sich Leute auf dem Weg ins Wahllokal tatsächlich noch mal informiert haben, wer denn zur Wahl steht", sagt Weißwange.

Und genau darum ging es ihm und seinen Mitstreitern Rahel Szalai und Daniel Kühne. Was einst als Portal für die Stadt Halle begann, stand jetzt erstmals als Service auf Landesebene zur Verfügung. Mit eingearbeitet worden waren auch Interviews mit den Kandidaten, gestaffelt nach Wahlkreisen. "Die Interviews sind besonders gut geklickt worden - sicher auch, weil Kandidaten sie zur Selbstdarstellung genutzt haben. Aber das ist ja auch völlig legitim."

Besonders beliebt war bei den Usern auch die Übersicht der Wahlprogramme. Die standen sowohl einzeln zum Abruf; darüber hinaus hatten die Initiatoren von "Sachsen-Anhalt wählt" dafür gesorgt, dass man alle Programme auf Schlagworte durchsuchen konnte. "Am besten wurde das Programm der AfD geklickt, gefolgt von dem der CDU", sagt Stefan Weißwange. Auch am Wahlabend, als die ersten Hochrechnungen bekannt wurden, haben er und sein Team "extrem hohe" Zugriffszahlen auf das AfD-Programm registriert.

Das zu interpretieren, liegt dem IT-Fachmann fern. Ebenso, wie die deutlich höhere Wahlbeteiligung zustande gekommen ist. Nur so viel: "Ich finde es gut, dass wir die drittbeste Wahlbeteiligung seit 1990 haben", sagt Weißwange. Dass mehr Menschen an politischen Prozessen teilnähmen - und sei es nur dadurch, dass sie zur Wahl gingen - sei gut.

Unzählige Arbeitsstunden sind in den vergangenen Wochen und Monaten in das Online-Portal investiert worden. Und die Macher sind der Meinung, dass die Arbeit sich gelohnt hat. "Die Landeszentrale für politische Bildung hat dieses Projekt überhaupt erst möglich gemacht und wir haben dort natürlich auch Projektplan und Projektziele eingereicht." Die Ziele, also dass "Sachsen-Anhalt wählt" gut platziert und vor allem genutzt wird, hätten sie erreicht. Kritisiert worden sei nur wenig - und wenn, dann seien Fehler im Arbeitsablauf schuld gewesen. Also, dass zum Beispiel die Parteienzugehörigkeit von zwei Kandidaten vertauscht worden sei. "Das haben wir aber auch direkt öffentlich kommuniziert", betont der Hallenser.

Fragt man ihn, wie es jetzt nach der Landtagswahl mit "Sachsen-Anhalt wählt" weitergeht, entgegnet er lachend: "Wir werden das Portal nicht abschalten. Die Wahlergebnisse bis hin zur Bildung von Regierung und Opposition wollen sie abbilden - und dafür auch die Daten nutzen, die schon jetzt auf der Webseite zu finden sind. "Die gewählten Direktkandidaten sollen in einer Übersicht mit Kontaktdaten aufgelistet werden." Und auch, wenn es gerade unwahrscheinlich sei: Auch eine mögliche Neuwahl haben Weißwange, Szalai und Kühne im Blick. "Wir sind auf alles vorbereitet", sagt Stefan Weißwange.

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