50.000 Euro Zuschuss Land unterstützt Halles Bewerbung für Einheitszentrum

Die Stadt Halle wird im Rennen um die Bewerbung für ein Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation vom Land Sachsen-Anhalt unterstützt. Die Landesregierung fördert die Bewerbung Halles mit 50.000 Euro.

Riebeckplatz - Verkehrsfluss heute.
Die Stadt Halle könnte Standort des "Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation" werden. Bildrechte: MDR/Andreas Weichold

Sachsen-Anhalts Landesregierung unterstützt die Stadt Halle bei ihrer Bewerbung als Standort des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation mit 50.000 Euro. Am Mittwoch wurde eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Eine Zusage für den Zuschuss hatte Halle bereits im Juli erhalten.

Kulturminister Rainer Robra (CDU) erklärte im Juli, Halle erfülle die meisten Kriterien des Standortwettbewerbs des Bundes. Die 50.000 Euro kann Halle dem Kulturminister zufolge nach eigenem Ermessen einsetzen, um die eigenen Chancen bei der Bewerbung zu erhöhen. Ebenfalls beworben hatten sich Magdeburg, Dessau-Roßlau und die Lutherstadt Wittenberg.

Die Landtagsfraktionen der SPD und der Grünen hatten die Entscheidung der Landesregierung begrüßt. "Ohne Rückendeckung durch das Land hätte keine Stadt aus unserem Land eine Chance, sich gegen starke Konkurrenz aus den anderen ostdeutschen Flächenländern durchzusetzen", sagte die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Katja Pähle.

Wissenschaftseinrichtungen und Kulturangebot in Halle ausschlaggebend

Halle habe mit seinem breiten Angebot in Wissenschaft und Kultur genau das richtige Profil, um eine erfolgreiche Bewerbung aus Sachsen-Anhalt auf den Weg zu bringen. Insbesondere die gut vernetzten wissenschaftlichen Einrichtungen mit thematischen Bezügen zum Inhalt des Zukunftszentrums, das vorhandene Kulturangebot und eine Vielfalt von Kultureinrichtungen waren laut Robra für die Unterstützung ausschlaggebend. Auch die Erreichbarkeit der Stadt per Auto, Bahn oder Flugzeug habe eine Rolle gespielt.

Olaf Meister, finanzpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion, hatte auch die Städte Magdeburg, Dessau-Roßlau und Lutherstadt Wittenberg, ermutigt, an ihren Bewerbungen festzuhalten. "Die zum Teil ungewöhnlich intensiven Transformationsgeschichten dieser Städte haben durchaus das Potenzial, auf Bundesebene für Überraschungen zu sorgen", sagte er. Die Landesregierung wollte den Städten ein für die Bewerbung nötiges Unterstützungsschreiben geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass die anderen Städte trotz der Favorisierung von Halle erfolgreich sein werden, sei dennoch eher gering, erklärte Minister Robra. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September.

Entscheidung über Standort Anfang 2023

Der Bürgermeister von Halle, Egbert Geier (SPD), hatte sich gefreut: "Unsere zielstrebige und mit zahlreichen Partnern abgestimmte Arbeit in den vergangenen Wochen hat sich gelohnt", sagte Geier. Verwaltung und Partner der Stadt wollten alle Energie auf die Fertigstellung der Bewerbung richten.

Magdeburgs Bürgermeisterin Regina-Dolores Stieler-Hinz hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt, die Entscheidung und insbesondere auch die Begründung hätten die Stadt Magdeburg überrascht. "Wir werden mit unseren Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft und Kultur in den kommenden Tagen den Umgang mit der Entscheidung sowie das weitere Vorgehen abstimmen."

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Der Standortwettbewerb für das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation wurde am 1. Juli von der Bundesregierung eröffnet. Die Einrichtung ist als wissenschaftliches Institut und zentrales Dialog-, Begegnungs- sowie Ausstellungs- und Kulturzentrum mit direkter Anbindung zur Stadtgesellschaft geplant. Verbunden sind damit Investitionen von bis zu 200 Millionen Euro. Eine unabhängige Jury soll bis Anfang 2023 eine Empfehlung für einen Standort abgeben. Bis 2028 soll das Zentrum dann in einem neuen oder umgestalteten Gebäude in Ostdeutschland Platz finden.

epd, dpa, MDR (Felix Fahnert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. September 2022 | 07:30 Uhr

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