Antisemitismus Jüdische Gemeinde Halle: Vorsitzender bestürzt über Beschädigung von Synagoge in Hannover

Am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ist in Hannover das Fenster einer Synagoge beschädigt worden. Darüber ist der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle fassungslos. Noch immer werde nicht akzeptiert, wenn jüdische Feiertage zelebriert würden.

Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, ist entsetzt über den Steinwurf auf eine Synagoge in Hannover. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Halle, Max Privorozki, ist über den Steinwurf auf die Synagoge in Hannover am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur am Mittwoch bestürzt.

Privorozki sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstag, die Tat habe gezeigt, dass es in Deutschland noch immer Menschen gebe, die es nicht akzeptieren könnten, wenn jüdische Feiertage zelebriert würden. Privorozki sagte, er sei dennoch überzeugt, dass diese Menschen keine Chance haben würden.

Bislang keine Hinweise auf Täter

Am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur am Mittwoch ist an der Synagoge Hannover ein Fenster beschädigt worden. Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an. Neue Erkenntnisse gebe es noch nicht, teilten die Beamten am Donnerstag mit. Zahlreiche Politiker, Verbände und Kirchengemeinschaften zeigten sich entsetzt und verurteilten die Tat.

Nach bisherigen Ermittlungserkenntnissen wurde am Mittwochabend die Scheibe des Gotteshauses in Hannover beschädigt. In dem Gebäude beteten zu der Zeit rund 150 Menschen. Verletzt wurde niemand. Der Staatsschutz ermittelt. Bisher sind keine Angaben zu möglichen Tätern, einem Motiv oder dem Tathergang bekannt. Auch der Gegenstand, mit dem die Scheibe zerstört wurde, wurde noch nicht entdeckt.

Anschlag von Halle an Jom Kippur

Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag, fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum im September oder Oktober. Vor drei Jahren hatte an diesem Feiertag ein schwer bewaffneter rechtsextremer und antisemitischer Attentäter in Halle versucht, in der voll besetzten Synagoge der Jüdischen Gemeinde zu Halle ein Blutbad anzurichten.

Er warf am 9. Oktober 2019 Brand- und Sprengsätze und schoss auf die Zugangstür. Er gelangte aber nicht auf das Gelände der jüdischen Gemeinde, weil die Tür dem Angriff standhielt. Vor der Synagoge erschoss der Täter eine Passantin, in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss einen 20-Jährigen. Das Oberlandesgericht Naumburg verurteilte den Täter zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

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MDR (Stefan Bringezu, Hannes Leonard), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 06. Oktober 2022 | 18:00 Uhr

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