Leihgabe Himmelsscheibe von Nebra: Von London in die Niederlande

Archäologiefans können die Himmelsscheibe von Nebra in den Niederlanden im Original sehen. Nach der Leihgabe von Halle ins Londoner British Museum wird sie ab August zentrales Exponat einer Ausstellung im Drents Museum im niederländischen Assen. Im Oktober soll die Himmelsscheibe dann wieder nach Halle zurückkehren.

Ein Wissenschaftler hält in einem Labor die Himmelsscheibe von Nebra.
Für einige Wochen bleibt die Himmelsscheibe noch im Ausland: Nach Großbritannien geht es für sie als Nächstes in die Niederlande. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Seit Februar war sie in London zu sehen, nun geht es für die Nebraer Himmelsscheibe in die Niederlande. Vom 6. August bis 18. September wird sie zentrales Exponat einer Ausstellung im Drents Museum in Assen unter dem Titel: "De Nebraschijf – De ontdekking van de hemel" (Die Himmelsscheibe von Nebra – Die Entdeckung des Himmels).

die Himmelsscheibe von Nebra
Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

Himmelsscheibe von Nebra Die rund 3.600 Jahre alte Himmelsscheibe gilt weltweit als die älteste Darstellung konkreter Himmelsphänomene. 2013 wurde die Bronzescheibe in das Memory of the World-Register der Unesco aufgenommen. Zuletzt war sie in der Schau "The World of Stonehenge" im Britischen Museum London zu sehen, die laut Organisatoren rund 180.000 Besucher zählte.

Das Kunst- und Kulturhistorische Drents Museum im Norden der Niederlande zeigt auch weitere Funde aus Sachsen-Anhalt. In Kooperation mit dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle würden auch ein 3.700 Jahre alter bronzezeitlicher Hortfund aus Naumburg im Burgenlandkreis sowie der Inhalt einer Opfergrube aus dem Ringheiligtum Pömmelte im Salzlandkreis gezeigt, sagte Archäologe Michael Schefzik vom Landesmuseum in Halle.

Außergewöhnliche Exponate für die Niederlande

Sonnenuntergang am Ringheiligtum Pömmelte in Sachsen-Anhalt
Am Ringheiligtum Pömmelte gab es vor tausenden von Jahren eine Opfergrube. Bildrechte: IMAGO / imagebroker / Stephan Schulz

Auffälligstes Stück des Hortfundes sei eine bronzene Nackenkamm-Axt. "Das Prunkstück diente den Herrschenden als Machtsymbol und wurde nicht als Werkzeug zur Arbeit verwendet", so Archäologe Schefzik. Derartige Äxte stammten aus Ostungarn und der Slowakei. Das Exemplar sei also wahrscheinlich ein Import.

Aus dem Ringheiligtum Pömmelte, einem einstigen Kultort in Sachsen-Anhalt, sei das auffälligstes Exponat der eingeschlagene Schädel einer Frau, die damals geopfert wurde. Der Schädel war in einer rund 4.000 Jahre alten Opfergrube gefunden worden.

Himmelsscheibe ab Herbst zurück in Halle

"Das Drents Museum hat eine beeindruckende archäologische Sammlung, so dass die Himmelsscheibe sehr gut in die Ausstellung passt", sagte Landesarchäologe Harald Meller. Anfang Oktober wird die Himmelsscheibe dann nach mehr als einem halben Jahr im Ausland wieder in die Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte nach Halle zurückkehren.

Über dem Eingang des Landesmuseums für Vorgeschichte weist ein großes Banner auf eine Ausstellung zur Himmelsscheibe von Nebra hin.
Im Landesmuseum für Vorgeschichte ist die Himmelsscheibe von Nebra normalerweise ausgestellt. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

dpa, MDR (Luise Kotulla)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. Juli 2022 | 13:00 Uhr

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