Corona-Zahlen für Sachsen-Anhalt Inizidenz stark gestiegen: 13 Patienten werden beatmet

Die Corona-Situation in Sachsen-Anhalt spitzt sich zu: Die Inzidenz steigt weiter, dazu verzeichnen bundesweit die Krankenhäuser mehr Corona-Infizierte. Unklar ist bislang noch, ob eine neue Corona-Variante für mehr schwere Verläufe sorgt.

Eine Frau mit Mund- und Nasenbedeckung in einem Bus mit regennassen Scheiben
Die Corona-Zahlen in Sachsen-Anhalt steigen. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/NurPhoto

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen ist in Sachsen-Anhalt im Vergleich zur Vorwoche wieder gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmittag mit 515,1 an. In der Vorwoche hatte der Wert noch bei 450,0, im Vormonat bei 186,9 gelegen. Bundesweit gab die Behörde die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 577,5 an. In der Vorwoche lag die Zahl bei 466,0 (Vormonat: 217,2). 

Warum die Zahlen ungenau sind Die Zahlen spiegeln nur ein ungenaues Bild des Infektionsgeschehens.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen.

Allerdings zählen nur positive PCR-Tests in die Statistik ein. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen

Das registrierte Infektionsgeschehen unterscheidet sich in den Landkreisen in Sachsen-Anhalt teils deutlich: Die landesweit höchsten Inzidenzen ermittelte das RKI für den Landkreis Harz mit 641,3 und für das Jerichower Land mit 621,6. Die niedrigsten Werte wurden für den Salzlandkreis (401,6) und den Landkreis Wittenberg (412,7) ausgewiesen.

Wenige Corona-Infizierte müssen beatmet werden

Seit Beginn der Pandemie wurden nach RKI-Angaben landesweit inzwischen 858.051 Infektionen registriert. Die Statistik weist insgesamt 5.731 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion im Land aus. Sachsen-Anhalt hat rund 2,17 Millionen Einwohner. Derzeit sind zwischen Arendsee und Zeitz 35 Covid-19-Patienten in Behandlung, davon werden 13 beatmet.

Rückblick: Bereits seit Ende 2021 wird die Corona-Pandemie von der Omikron-Variante und deren Sublinien bestimmt. Sie haben kryptische Bezeichnungen aus Buchstaben und Zahlen: BA.2.75.2 zum Beispiel. Oder BQ.1.1. Dahinter verbergen sich Sublinien der Omikron-Variante des Coronavirus. Auch, wenn lange keine solche ganz neue, als besorgniserregend eingestufte Variante mehr aufgekommen ist: Das Virus mutiert weiter.

Starke Herbstwelle im Anmarsch?

Der Charité-Impfstoffforscher Leif Sander prognostizierte kürzlich auf Twitter: Neben der BA.5-Herbstwelle, die sich derzeit rasch aufbaue, werde man es wohl recht sicher bald mit einer Variante zu tun bekommen, die der bestehenden Immunantwort stark ausweicht: "Der Winter kommt & er wird anscheinend echt anstrengend."

Manche dieser Varianten weisen ein derart verändertes Erbgut auf, dass sie Antikörpern von Geimpften und Genesenen besser entgehen können als die bisher vorherrschenden Varianten. Dadurch könnten sie sich schneller verbreiten. Im Zuge der beginnenden Corona-Herbstwelle hat das RKI auf die schwierige Interpretation von Daten zur Krankheitsschwere hingewiesen.

Bei den schwer verlaufenden Atemwegsinfektionen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, deute sich zwar ein Anstieg der Fallzahlen an, heißt es im Wochenbericht des RKI zu Covid-19. Die Autoren schränken allerdings ein, dass "hier auch Fälle mit aufgeführt werden, die aufgrund einer anderen Erkrankung ins Krankenhaus kommen oder intensivmedizinisch behandelt werden müssen und bei denen die Sars-CoV-2-Diagnose nicht im Vordergrund der Erkrankung bzw. Behandlung steht".

Klinikbelegung steigt

Fakt ist: Die deutschlandweite Hospitalisierungsrate liegt laut RKI am Freitag bei 9,58 – ein neuer Höchstwert. Der Wert gibt an, wie viele Corona-Positive pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen in Krankenhäusern aufgenommen worden. Die Problematik ist lange bekannt: Die Hospitalisierungsinzidenz erlaubt keine Unterscheidung zwischen Patienten, die wegen Covid-19 oder mit einem Sars-CoV-2-Nachweis behandelt werden.

Übrigens: Speziell in Bayern gehen die im bundesweiten Vergleich hohen Fallzahlen nach Experten-Einschätzungen auch auf das Anfang der Woche beendete Oktoberfest zurück. Auffällig beim Vergleich der Sieben-Tage-Inzidenzen ist eine gewisse Ballung um München herum: Sowohl die Stadt als auch drei der vier direkt angrenzenden Landkreise liegen nun über 1.000, der Landkreis München nur relativ knapp darunter.

dpa, rki, divi, MDR (Hannes Leonard) | Erstmals veröffentlicht am 07.10.2022

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 07. Oktober 2022 | 14:13 Uhr

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