Rekord Archäologen in Sachsen-Anhalt so beschäftigt wie nie

Sachsen-Anhalts Archäologen waren im Jahr 2021 so beschäftigt wie noch nie. Wenn gebaut wurde, wurden in vielen Fällen die Forscher hinzugezogen – und in nicht wenigen Fällen wurden sie auch fündig. Ein Überblick über die archäologischen Höhepunkte des Jahres.

Ein Besucher des Ringheiligtums Pömmelte steht bei Sonnenuntergang an einem Tor der Anlage
Gut mit dem englischen Stonehenge vergleichbar: das Ringheiligtum Pömmelte im Salzlandkreis. Dort waren Archäologen dieses Jahr häufig im Einsatz. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt sind im zu Ende gehenden Jahr so viele archäologische Untersuchungen gemacht worden wie noch nie. Das teilte Landesarchäologe Harald Meller mit und sprach von insgesamt 750 Untersuchungen. Die Gründe für die gestiegene Zahl seien vielfältig.

Meller erklärte, dass besonders der "Boom beim Einfamilienhausbau" und der Ausbau von Breitbandanschlüssen und Betriebserweiterungen zusätzliche Arbeit für die Archäologen bedeuteten.

Ringheiligtum Pömmelte: Weitere Grabungen in 2022

Am Ringheiligtum Pömmelte südlich von Magdeburg haben Archäologen die größte, rund 4.200 Jahre alte frühbronzezeitliche Siedlung Mitteleuropas weiter erforscht. Nach Angaben von Landesarchäologe Meller sind auf rund 24.000 Quadratmetern in diesem Jahr zahlreiche Hausgrundrisse freigelegt worden. Fertig sind die Arbeiten aber noch nicht. Sie sollen im Mai 2022 fortgesetzt werden.

"In einer Bestattung lag ein Schädel neben dem Skelett. Auch im Kreisgraben des Ringheiligtums wurden Schädel deponiert", sagte Meller. "Die Bestattungen werden in Halle mit internationaler Beteiligung detailliert untersucht und lassen weitere spektakuläre Ergebnisse erwarten."

Das Ringheiligtum Pömmelte aus der Vogelperspektive 2 min
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Königspfalz in Helfta

In Helfta bei Eisleben im Landkreis Mansfeld-Südharz haben Forscher in diesem Jahr in der wiederentdeckten Königspfalz die Überreste der verschwundenen Radegundis-Kirche Kaiser Ottos des Großen I. (912-973) untersucht. Die Kirche wurde vor 968 gegründet. Die lange verschollenen Überreste der Königspfalz auf dem Hügel "Kleine Klaus" wurde im Jahr 2009 durch geomagnetische Prospektion entdeckt.

Süßer See: Moderne Technik im Einsatz

Ist die Felsformation mitten im Süßen See ein Hügelgrab aus der Bronzezeit? Archäologen vermuten: Ja. Um das belegen zu können, haben sie in diesem Jahr mit moderner Technik den kompletten Grund des Sees in 3D kartiert. Stimmen die Vermutungen der Experten, könnte das Hügelgrab rund 3.500 Jahre alt sein.

Ebenfalls näher untersucht haben Archäologen in diesem Jahr eine Kirche auf dem Gelände des Klosters im Memleben im Buergenlandkreis. Sie war zur Zeit von Kaiser Otto II. entstanden und nach Einschätzung von Grabungsleiter Holger Grönwald tatsächlich genutzt worden. Dafür spreche die Entdeckung einer Bestattung, sagte Grönwald.

Zwei mittelalterlichen Burgen kamen die Forscherinnen und Forscher dagegen in Landsberg im Saalekreis auf die Spur. Dabei handele es sich um Gebäude aus dem 12. sowie aus dem neunten bis elften Jahrhundert, sagte Grabungsleiterin Katja Grüneberg-Wehner.

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Kripo live - Tätern auf der Spur Mi 15.06.2022 21:15Uhr 29:38 min

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Video

dpa, MDR (Luca Deutschländer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 28. Dezember 2021 | 10:00 Uhr

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