Coronavirus 31. Juli: EU will sich Impfstoff für alle Mitglieder sichern

Die EU-Kommission will beim Sanofi-Konzern Impfstoff für die gesamte EU ordern. Die Corona-Pflichttests für Rückkehrer aus Risikogebieten kommen später als geplant. Auslandsurlauber können sich bereits ab Sonnabend nach ihrer Rückkehr freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Drei spanische Regionen wurden jetzt als Risikogebiete eingestuft. Alle Infos im Ticker.

Eine Machine, im Hintergrund ein Mann mit Mund-Nasen-Schutz.
Der französische Pharmakonzern Sanofi rechnet in gut einem Jahr mit der Zulassung seines Impfstoffes. Die EU will sich bereits jetzt 300 Millionen Dosen davon sichern. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 31. Juli 2020, endet hiermit. Weitere Informationen finden Sie im Ticker vom Samstag, 1. August 2020. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:27 Uhr | Hunderte Kinder in US-Sommerlager infiziert

Im US-Bundesstaat Georgia haben sich in einem Sommerlager Hunderte Kinder mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die US-Gesundheitsbehörde CDC erklärte, mindestens 260 der fast 600 Teilnehmer seien bislang positiv getestet worden. Für gut die Hälfte der Teilnehmer läge noch kein Ergebnis vor. Das Lager war bereits Ende Juni abgebrochen und die Tests angeordnet worden, nachdem ein jugendlicher Betreuer positiv getestet worden war. Die CDC erklärte, alle Kinder hätten vor der Ankunft im Lager einen negativen Corona-Test vorgelegt. Im Lager seien Hygienemaßnahmen befolgt worden. Allerdings sei das Tragen von Stoffmasken nicht verpflichtend gewesen. Das Fazit der CDC lautet: Die Ergebnisse zeigten, dass sich das Virus auch unter jungen Menschen sehr schnell ausbreiten könne und alle Altersgruppen anfällig seien.

21:11 Uhr | Griechenland und Zypern verschärfen Corona-Regeln

In Griechenland und Zypern müssen künftig Masken in öffentlich zugänglichen Räumen getragen werden. Beide Länder verschärften wegen steigender Infektionszahlen die Maskenpflicht zunächst bis Ende August. In Zypern müssen ab Sonnabend etwa in Geschäften, Supermärkten, Banken oder Krankenhäusern Masken getragen werden. In Griechenland gilt die Maskenpflicht demnach unter anderem in Kirchen, nicht aber in Restaurants. Die griechische Regierung erließ zudem neue Beschränkungen für Besuche in Altenheimen sowie Kontaktbeschränkungen bei privaten Feiern.

20:34 Uhr | WHO meldet Rekord bei Neuinfektionen

Die Weltgesundheitsorganisation meldet einen neuen Rekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Wie die WHO am Freitag mitteilte, infizierten sich innerhalb von 24 Stunden weltweit rund 292.000 Menschen. Die größten Zunahmen bei den Fallzahlen wurden demnach in Brasilien (69.000), den USA (65.000) und Indien (55.000) registriert. In Europa wurden 25.000 neue Fälle gemeldet, viele davon in Spanien mit 2.800.

20:12 Uhr | EU will sich Impfstoff für alle Mitglieder sichern

Die EU-Kommission will 300 Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffes gegen das Coronavirus beim französischen Pharmaunternehmen Sanofi kaufen. Die Brüsseler Behörde erklärte, ein entsprechender Vertrag, der die Versorgung aller EU-Länder mit dem Impfstoff vorsehe, stehe kurz vor dem Abschluss. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilte mit, Vorgespräche für den anvisierten Vertrag seien abgeschlossen worden.

Der Vertrag sieht demnach vor, dass die EU vorab einen Teil der Entwicklungskosten des Unternehmens übernimmt. Im Gegenzug bekommt sie das Recht, eine bestimmte Anzahl von Impfstoffdosen in einem bestimmten Zeitraum zu kaufen. Die bereitgestellten Gelder wären dann eine Anzahlung auf die Impfstoffe. Sanofi will für seinen Impfstoffkandidaten nach jetziger Planung im Juni 2021 die Zulassung beantragen.

17:48 Uhr | 19 Coronafälle in Magdeburger Klinik

Im Klinikum Magdeburg im Stadtteil Olvenstedt sind insgesamt 19 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Geschäftsführer Knut Förster mit. Am Klinikum hatten sich zunächst zwei Patienten ohne Kontakt nach außen mit dem Virus infiziert. Daraufhin waren für etwa 1.900 Beschäftigte Corona-Test angeordnet worden. Nach Angaben der Klinik werden alle Patienten vor ihrer Aufnahme ebenfalls getestet.

17:36 Uhr | Quarantäne nach Corona-Infektion auf Kreuzfahrtschiff

In Norwegen sind drei Besatzungsmitglieder eines Kreuzfahrtschiffes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Für alle 160 Crewmitglieder der "Roald Amundsen" wurde nach Angaben des Betreibers Hurtigruten Quarantäne angeordnet. Die Passagiere würden angewiesen, sich in Selbstisolation zu begeben. Medienberichten zufolge waren fast 200 Reisende an Bord. Sie hatte am Freitagmorgen das Schiff im Hafen von Tromsö verlassen.

17:07 Uhr | Thüringen hat Reserve für Schutzausstattung fast zusammen

Thüringen hat seine Reserve an Corona-Schutzausrüstung fast vollständig aufgebaut. Sozialministerin Heike Werner teilte mit, es seien unter anderem so viele zweilagige Schutzmasken und Schutzbrillen eingelagert worden, die den Bedarf des Freistaates für sechs Wochen abdecken. Es fehlten noch Masken der Kategorie FFP3. Auf die Reserve soll medizinisches und pflegerisches Personal zugreifen können. Werners Angaben zufolge hat das Land bislang etwa 23 Millionen Euro für Masken, Brillen, Schutzkittel und ähnliche Dinge ausgegeben.

16:01 Uhr | Corona-Pflichttests für Reiserückkehrer verzögern sich

Die Pflichttests für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten kommen später als bislang geplant. Das Bundesgesundheitsministerium teilte dem ARD-Hauptstadtstudio mit, die entsprechende Anordnung werde derzeit noch mit den Bundesländern abgestimmt. Die Testpflicht trete voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche in Kraft. Reiserückkehrer müssen sich dann auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes testen lassen. Ursprünglich hatte Gesundheitsminister Jens Spahn den Start der Pflichttests für Montag angekündigt.

15:44 Uhr | Johnson stoppt Corona-Lockerungen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat weitere Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen für England gestoppt. Johnson sagte, es sei Zeit, auf die Bremse zu treten. Grund seien steigende Infektionszahlen. Ab Sonnabend sollten in England eigentlich kleine Hochzeitsempfänge wieder möglich sein sowie Kasinos und Bowlinghallen öffnen dürfen. Das wird nun um mindestens 14 Tage verzögert. In Nordengland wurden die Maßnahmen sogar ausgeweitet und etwa die Kontaktbeschränkungen verschärft. In Großbritannien entscheidet jeder Landesteil über seine eigenen Pandemie-Maßnahmen.

15:32 Uhr | MDV verzichtet auf Preiserhöhung

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund setzt die für Sonnabend geplante Preiserhöhung aus. Als Grund nannte das Unternehmen den reduzierten Mehrwertsteuersatz von fünf Prozent, der bis zum Jahresende gilt. Bis dahin sollen dem MDV zufolge nahezu alle Preise für Abonnements und Tickets konstant bleiben. Zum Verbund gehören 20 Nahverkehrsfirmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dazu zählen S-Bahnen, Bus- und Straßenbahnlinien.

14:49 Uhr | Kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer ab Sonnabend

Ab Sonnabend können sich alle Urlauber, die aus dem Ausland zurückkehren, kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das legt eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fest, die dann in Kraft tritt. Die Tests sollen innerhalb von 72 Stunden nach der Rückkehr bei Gesundheitsämtern und niedergelassenen Ärzten möglich sein. Die Kosten für die Tests trägt der Verordnung zufolge die gesetzliche Krankenversicherung. Für Rückkehrer aus Risikogebieten sollen die Coronatests ab kommender Woche verpflichtend sein.

14:32 Uhr | Update: Reisewarnungen für drei spanische Regionen

Das Auswärtige Amt warnt wegen steigender Corona-Infektionszahlen vor Reisen in drei spanische Regionen. Es sprach Reisewarnungen für die Region Katalonien mit Barcelona und der Costa Brava sowie die nordspanischen Regionen Arragón und Navarra mit den Pyrenäen aus. Bereits gebuchte Reisen in die Regionen können storniert werden. Für Rückkehrer aus diesen Regionen können die Länder eine 14-tägige Quarantäne anordnen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist das vorgesehen - es sei denn, es liegt ein negativer Covid-19-Test vor, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Zuvor waren die Regionen bereits als Risikogebiete eingestuft worden. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurde dort die Schwelle von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. Für die übrigen Regionen Spaniens liegt die Zahl der Neuinfektionen unter diesem Wert. Bisher stand von den EU-Ländern nur Luxemburg auf der Liste der Risikogebiete. Rückkehrer aus solchen Regionen müssen sich direkt für 14 Tage in Quarantäne begeben. Ab kommender Woche soll es für sie verpflichtende Corona-Tests geben.

13:59 Uhr | Frankreich setzt verstärkt auf Maskenpflicht an der frischen Luft

Menschen mit Schutzmasken
In Frankreich steigen die Coronazahlen wieder, deshalb haben Kommunen nun mehr Spielräume bei der Maskenpflicht auch an der frischen Luft. Bildrechte: dpa

Wegen steigender Infektionszahlen hat Frankreichs Regierung den örtlichen Behörden mehr Spielraum bei der Maskenpflicht gegeben. Um die Ausbreitung von Covid-19 einzuschränken, könnten die Präfekturen nun die Maskenpflicht auf öffentliche Plätze ausdehnen, erklärte Gesundheitsminister Olivier Véran. Diese Entscheidung könne vor Ort je nach Gesundheitslage getroffen werden.

Die Präfektur von Lille reagierte sofort und kündigte für die Stadt eine Maskenpflicht etwa in der Fußgängerzone an. Auch auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks ist die Maske verpflichtend.

Eigentlich sind in Frankreich Masken nur in geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr und in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. Einige Städte - etwa in der Bretagne - hatten bereits eigenmächtig zuvor eine Maskenpflicht an der frischen Luft eingeführt.

13:30 Uhr | Antragsfrist für Überbrückungshilfe soll verlängert werden

Unternehmen in Not erhalten mehr Zeit, die Überbrückungshilfe des Bundes zu beantragen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, wird die Antragsfrist um einen Monat auf Ende September verlängert. Das Bundesfinanzministerium habe diesem Vorschlag von Wirtschaftsminister Peter Altmaier zugestimmt. Nun müssten noch die Verwaltungsvorgaben für die Bundesländer angepasst werden.

Die Überbrückungshilfen sind Zuschüsse zu den Fixkosten wie Mieten, Versicherungen und Leasingraten. Unternehmen können maximal 150.000 Euro für drei Monate erhalten. Um Missbrauch zu verhindern, müssen die Anträge mit Hilfe von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern oder vereidigten Buchprüfern gestellt werden.

13:10 Uhr | Über 50 Infizierte nach privater Feier

Nach einem privaten Fest sind im Kreis Kleve (Nordrhein-Westfalen) mehr als 50 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Kreisverwaltung mit. Bei der Veranstaltung habe es sich um eine Feier im benachbarten Kreis Wesel gehandelt, sagte eine Sprecherin. Bis auf wenige Ausnahmen seien allerdings alle Gäste im Ort Geldern im Kreis Kleve beheimatet.

Als sich ein Gast nach dem Fest als Corona-Fall meldete, seien 111 Personen umgehend getestet und unter Quarantäne gestellt worden. Von 98 am Freitagmorgen vorliegenden Laborergebnissen waren 54 positiv und 44 negativ.

12:55 Uhr | Umfrage: Deutsche beunruhigt über Corona-Entwicklung

Die Deutschen zeigen sich angesichts der zunehmenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus zusehends beunruhigt. Gut drei Viertel erwarten mittlerweile eine zweite Corona-Welle, wie aus dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" hervorgeht.

Erstmals überwiegt darin die Einschätzung, dass die Menschen sich eher unvernünftig verhalten. Dies sagten 51 Prozent der Befragten – im Juni waren es nur 33 Prozent gewesen. Gleichzeitig wird auch die Gefahr für die eigene Gesundheit höher eingeschätzt als etwa im drei Wochen zurückliegenden "Politbarometer". Die Hälfte der Befragten hält die Gesundheit für gefährdet, zu Monatsbeginn waren es noch 40 Prozent.

Bei der Rückkehr von Urlaubern aus Risikogebieten befürworten mit 94 Prozent fast alle Befragten verpflichtende Corona-Tests für diese Reisenden.

Skeptisch sind die Deutschen zur Realisierbarkeit der nach den Sommerferien vorgesehenen Rückkehr zum regulären Unterricht. 54 Prozent der Befragten äußerten Zweifel, dass dies funktionieren kann, 43 Prozent haben positive Erwartungen.

12:03 Uhr | Erstmals Urlauber auf Mallorca in Quarantäne

Ein Mann und eine Frau mit Maske an einem Strand
Strand auf Mallorca – dort gab es nun den ersten Coronafall unter Urlaubern. Bildrechte: imago images/Chris Emil Janßen

Erstmals seit der Wiedereröffnung der Balearen-Inseln für den internationalen Tourismus sind Urlauber auf Mallorca nach Behördenangaben positiv auf das Coronavirus getestet und in Quarantäne geschickt worden. Es handele sich um eine positiv auf das Virus getestete Person aus Spanien, die zusammen mit neun ebenfalls aus Spanien kommenden Menschen angereist sei, sagte eine Sprecherin der regionalen Gesundheitsbehörde.

Die zehn Urlauber seien in dem von der Regionalregierung eigens für Quarantäne-Maßnahmen angemieteten Hotel Morlans Garden in der Stadt Peguera knapp 25 Kilometer westlich von Palma de Mallorca untergebracht worden. Die Regionalregierung übernehme alle Kosten für Unterbringung und Verpflegung, aber nicht möglicherweise anfallende Kosten für eine medizinische Behandlung.

11:12 Uhr | Drei spanische Regionen nun Risikogebiete

Das Robert Koch-Institut (RKI) erweitert die Liste der Risiko-Gebiete um die spanischen Regionen Katalonien, Aragon und Navarra. Die Einstufung ist für deutsche Touristen wichtig, ab kommender Woche sollen für Reiserückkehrer aus solchen Gebieten Corona-Pflichttests gelten.

11:02 Uhr | Wirtschaft in Eurozone schrumpft zweistellig

Nachdem die meisten Euroländer Zahlen zur Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal gemeldet haben, liegen nun auch Daten für die gesamte Eurozone vor. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte sich im Zeitraum von April bis Juni zum Vorquartal um 12,1 Prozent, wie das Europäische Statistikamt Eurostat auf Basis einer vorläufigen Schätzung mitteilte. Dies sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe 1995.

Am heftigsten ging es für Spanien mit (minus 18,5 Prozent) bergab. Vergleichsweise glimpflich war der BIP-Rückgang dagegen in Litauen mit minus 5,1 Prozent.

10:01 Uhr | Corona-Fallzahlen steigen auch in Deutschland immer schneller an

Die Corona-Fallzahlen steigen in Deutschland wieder an – und das immer schneller. An den vergangenen beiden Tagen meldeten die Kreise und Städte in Deutschland zusammen etwa 1.700 neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2.

09:45 Uhr | Wirtschaft in Spanien im freien Fall

Spanische Miniatur-Flaggen, die am Strand in den Boden gesteckt sind, sollen den Mindestabstand markieren.
Der für Spanien wichtige Tourismus läuft nur langsam wieder an. Bildrechte: dpa

Nach den USA, Deutschland und Frankreich hat auch Spanien Wirtschaftsdaten für das zweite Quartal vorgelegt. Die Zahlen sind katastrophal: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im Frühjahr um 18,5 Prozent zum Vorquartal, wie das Nationale Statistikamt mitteilte. Zum Vorjahr ergab sich im Frühjahr sogar ein Minus von 22,1 Prozent.

Insbesondere der für Spanien sehr wichtige Tourismus-Sektor leidet bis heute unter den Folgen der Pandemie. Im Zuge der Virus-Krise ist auch die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit in Spanien massiv gestiegen. Zwischen April und Juni gingen eine Million Jobs verloren - so viele wie nie zuvor in einem Quartal. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf rund 15 Prozent.

09:04 Uhr | Steigende Infektionszahlen in Südafrika

Südafrika weist weltweit die fünftmeisten gemeldeten Corona-Infektionen auf, die seit Monaten geltenden Beschränkungen wurden inzwischen dennoch wieder etwas gelockert. Vor allem in den Armensiedlungen gibt es aber auch Angst vor einer Hungerkrise.

09:04 Uhr | Einzelhandel: Regeln einhalten

Der deutsche Einzelhandel hat angesichts steigender Infektionszahlen an die Verbraucher appelliert, die Corona-Regeln einzuhalten. Der Präsident des Handelsverbandes, Josef Sanktjohanser, sagte, es erfülle ihn mit großer Unruhe, dass viele Kunden es mit den Regeln nicht mehr so genau nähmen. Das Erreichte dürfe nicht kaputt gemacht werden.

Sanktjohanser warnte, bei einem zweiten Lockdown wären viele Handelsunternehmen nicht mehr zu retten. Der Handelsverbands-Präsident rechnet bisher mit Umsatzeinbußen von insgesamt 40 Milliarden Euro für die Branche. Dies könne 50.000 Handels-Standorten die Existenz kosten.

08:57 Uhr | Schub für Online-Handel

DHL Paketlieferdienst
Schon vorher verzeichnete der Onlinehandel hohe Zuwächse – Corona verhalf dem Wirtschaftszweig nun zu einem Boom. Bildrechte: imago/Geisser

Der Trend zum Einkaufen im Internet hat in der Corona-Krise an Fahrt gewonnen. Im Juni stieg der Umsatz im Online- und Versandhandel preisbereinigt um fast ein Drittel gemessen am Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Ein Wachstum dieser Größenordnung sei selbst in dieser sehr dynamischen Branche ungewöhnlich und "zu einem erheblichen Teil auf einen Sondereinfluss der Pandemie zurückzuführen".

Da in der Corona-Krise zeitweise viele Geschäfte schließen mussten und Verbraucher Infektionen fürchteten, bekam der ohnehin boomende Online-Handel einen zusätzlichen Schub. Mit dem Umsatzplus von mehr als 30 Prozent im Monat Juni wuchs der Internet- und Versandhandel viel stärker als der Einzelhandel insgesamt, der um 5,9 Prozent zulegte. Allerdings gab es vor allem im Einzelhandel wegen des Lockdowns starke Einbußen.

07:59 Uhr | Wirtschaftseinbruch auch in Frankreich

Besucher auf dem Eiffelturm
Erholt sich die französische Wirtschaft nach dem Absturz? Besucher auf dem Eiffelturm in Paris. Bildrechte: dpa

Am Donnerstag hatten bereits Deutschland und die USA einen historischen Wirtschaftseinbruch in Folge der Corona-Pandemie gemeldet, nun folgt Frankreich – dort ist der Rückgang sogar noch größer als in der Bundesrepublik.

Im zweiten Quartal schrumpfte die französische Wirtschaftsleistung um 13,8 Prozent, wie das Statistikamt Insee nach einer ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Monate April bis Juni mitteilte. Bereits im ersten Quartal hatten sich in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone deutliche Spuren der Corona-Krise gezeigt. In den Monaten Januar bis März war die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich um 5,9 Prozent gesunken.

07:39 Uhr | Studierende verschulden sich

Mit Abstand zueinander und Mundschutz stehen Teilnehmer einer Kundgebung von Studierenden auf dem Theaterplatz vor der Semperoper. Auf der Kundgebung wurde auf die unzureichenden Hilfsmaßnahmen für Studenten in finanzieller Notlage aufgrund der Corona-Krise aufmerksam gemacht
Protestaktion von Studierenden Anfang Juni in Dresden für mehr Unterstützung in der Corona-Krise. Bildrechte: dpa

In der Corona-Krise verschulden sich Tausende Studierende und beantragen staatliche Hilfskredite. Das geht aus einem Schreiben des Bundesbildungsministeriums an den Bildungsausschuss des Bundestages hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach wurden im Mai, Juni und Juli mehr als 22.000 Anträge auf einen Studienkredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Gesamtvolumen von 641,6 Millionen Euro gestellt.

Seit Mai müssen für den KfW-Studienkredit, den es auch schon vor der Krise gab, keine Zinsen gezahlt werden. Das ist als Corona-Hilfsmaßnahme gedacht und gilt bis März 2021. Im Vergleich zum April habe es im Mai eine deutliche Steigerung bei der Beantragung des Kredits gegeben, schreibt das Ministerium.

07:32 Uhr | Amtsärzte: Gesundheitsämter für zweite Welle zu knapp besetzt

Amtsärzte sehen die Gesundheitsämter in Deutschland für eine zweite Corona-Welle nicht gerüstet. Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, sagte den "Funke-Medien", dafür seien die Gesundheitsämter viel zu knapp besetzt. Man brauche eine kurzfristige Lösung, um im Notfall Verstärkung bekommen zu können. Teichert schlägt ein bundesweites Freiwilligenregister vor, eine Art Jobbörse, die im Ernstfall Mitarbeiter vermittelt, die bereits geschult seien.

07:21 Uhr | Kommission: Grippeimpfung trotz Corona vor allem für Risikogruppen

Eine Arzthelferin impft in einer Arztpraxis eine Patentin mit einer Spritze
Gegen Grippe gibt es eine Impfung, sie muss aber regelmäßig erneuert werden. Bildrechte: MDR/dpa

Trotz der Corona-Pandemie spricht sich die Ständige Impfkommission (Stiko) weiterhin für Grippeimpfungen vor allem für Risikogruppen in Deutschland aus. Der Fokus in der Grippesaison 2020/21 solle "klar auf Risikogruppen für schwere Krankheitsverläufe liegen", schreibt das Expertengremium am Robert Koch-Institut (RKI) in einer aktuellen Stellungnahme. Als Beispiele werden Senioren und chronisch Kranke genannt. Die Stiko stellt sich damit gegen Vorschläge, die Impfempfehlung auf die gesamte Bevölkerung auszuweiten.

"Durch eine Ausweitung der Impfempfehlung auf die gesamte Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland könnte es zu einer Unterversorgung der Risikogruppen kommen", heißt es. Weiter schreibt die Stiko, gleichzeitige Infektionen mit Corona und Grippe seien zwar beschrieben. Diese deuteten bislang aber nicht auf schwerere Verläufe für Covid-19 in Nicht-Risikogruppen hin.

07:15 Uhr | Keine Einigung in den USA

Unmittelbar vor dem Auslaufen von Corona-Zuschüssen für Millionen amerikanische Arbeitslose zeichnet sich im US-Kongress keine Einigung über ein neues Hilfspaket ab. Republikaner und Demokraten warfen sich am Donnerstag gegenseitig vor, eine Lösung des Streits zu blockieren, neue Beratungen soll es am Montag geben.

Die Zeit drängt, denn diesen Freitag läuft die Zahlung eines Zuschusses in Höhe von 600 Dollar pro Woche aus, von dem Amerikaner profitieren, die im Zuge der Corona-Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren.

06:53 Uhr | Mehrheit für härtere Strafen

Rund zwei der Drittel der Bundesbürger (65 Prozent) befürworten einer Umfrage zufolge härtere Strafen bei Verstößen gegen die Corona-Regeln. 32 Prozent seien dagegen, zum Beispiel Verstöße gegen die Maskenpflicht oder das Nicht-Einhalten bestehender Abstandsregeln härter zu bestrafen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für das Nachrichtenmagazin "Focus" ergab. 3 Prozent enthielten sich.

Vor allem Anhänger der Union sind für eine Strafverschärfung (78 Prozent), dahinter folgen Sympathisanten der SPD (74 Prozent), der Grünen (64 Prozent) und der FDP (63 Prozent). Bei den Linken-Anhängern plädierten nur 38 Prozent der Menschen für eine Strafverschärfung, bei der AfD sind es 27 Prozent. Für die Umfrage wurden 1.014 Menschen befragt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Juli 2020 | 06:00 Uhr