FAQ Corona-Pflichttests für Reiserückkehrer – Fragen und Antworten

Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich bei der Einreise nach Deutschland einem Corona-Test unterziehen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Testpflicht.

Corona-Testcenter für Reiserückkehrer am Flughafen Stuttgart
Das Corona-Testcenter für Reiserückkehrer am Flughafen Stuttgart Bildrechte: imago images/Lichtgut

Für wen gilt die Testpflicht?

Alle Einreisenden aus Ländern, die als Risikogebiet eingestuft sind, müssen sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen. Alternativ können sie ein negatives Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 48 Stunden sein darf. Solange kein negatives Testergebnis vorliegt, müssen sich Einreisende aus Risikogebieten in Quarantäne begeben.


Dürfen sich auch Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten testen lassen?

Rückkehrer aus Ländern, die nicht als Risikogebiet eingestuft sind, können sich freiwillig kostenlos testen lassen. Das kann bei der Einreise oder innerhalb von 72 Stunden bei Gesundheitsämtern oder Arztpraxen geschehen. Genauere Auskünfte gibt es unter der Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117.


Welche Länder gelten als Risikiogebiet?

Außerhalb der EU gelten derzeit fast alle Länder der Welt als Risikogebiet – von A wie Afghanistan bis Z wie Zentralafrikanische Republik.

In der EU ist Luxemburg das einzige Land, das komplett als Risikogebiet gilt. Weitere Risikogebiete sind

  • in Belgien die Region Antwerpen,
  • in Bulgarien Blagoewgrad, Dobritsch und Warna
  • in Rumänien Argeș, Bihor, Buzău, Neamt, Ialomita, Mehedinti, Timis
  • in Spanien Aragon, Baskenland, Katalonien, Madrid, Navarra


Wer stuft Länder als Risikogebiet ein?

Die Bundesregierung und das Robert Koch-Institut legen fest, welche Staaten als Risikogebiet mit einer erhöhten Infektionsgefahr gelten. Kriterium dafür ist, in welchem Land oder welcher Region es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.


Wer bezahlt die Kosten für Corona-Pflichttests?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erklärt, dass die Tests für die Reisenden unentgeltlich sind. Die Kosten übernimmt der Bund über einen erhöhten Zuschuss zur Krankenversicherung. Die Laborkosten für einen Corona-Test liegen laut Bundesgesundheitsministerium bei 50,50 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Arzt.


Auf welcher rechtlichen Grundlage beruht die Testpflicht?

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist die Testpflicht durch Paragraf 5 im Infektionsschutzgesetz gedeckt. Der Paragraf, der im Zuge der Corona-Krise geschaffen wurde, sieht besondere Kompetenzen des Bundes vor, wenn der Bundestag eine "epidemische Lage von nationaler Tragweite" festgestellt hat – so geschehen Ende März. Das Bundesgesundheitsministerium kann dann unter anderem ärztliche Untersuchungen anordnen.

Kritiker bezweifeln, dass die Testpflicht mit der derzeitigen Fassung des Infektionsschutzgesetzes begründet werden kann. Sie verweisen darauf, dass die für die Tests nötigen Abstriche etwa in Rachen und Nase ein erheblicher Eingriff in die Freiheitsrechte seien.


Wo werden die Tests durchgeführt?

Für die Umsetzung der Testpflicht sind die Länder zuständig. An Flughäfen, Häfen und Bahnhöfen sind Teststationen eingerichtet. Die Rückkehrer sollen von Bundespolizisten auf die Testmöglichkeiten hingewiesen werden.

Die Beamten sollen die Rückkehrer über die sogenannten Aussteigerkarten erkennen. Auf diesen Karten geben Flug- und Schiffreisende persönliche Daten und Informationen über ihren Urlaubsort an.


Wie werden auf dem Landweg Einreisende getestet?

Urlauber, die mit dem eigenen Auto unterwegs sind, können sich auch an vielen grenznahen Autobahnraststätten testen lassen. Sollten Einreisende aus einem Risikogebiet diese Möglichkeit nicht wahrnehmen, sind sie verpflichtet, sich unverzüglich nach Rückkehr beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Auch Hausärzte testen bis zu 72 Stunden nach Rückkehr kostenlos. Grenznah soll es durch die zuständigen Behörden Stichprobenontrollen geben.


Wie wird getestet?

In der Regel werden PCR-Tests vorgenommen werden. Dabei wird durch geschultes Personal ein Abstrich aus Mund, Nase oder Rachen vorgenommen.

Bis die Ergebnisse bekannt sind, müssen sich Reisende aus Risikogebieten unverzüglich in häusliche Quarantäne begeben. Wenn das Testergebnis negativ ist, entfällt die sonst vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne. Kritiker der Regelung verweisen darauf, dass ein negatives Testergebnis erst nach Ende der Inkubationszeit tatsächlich aussagekräftig ist.


Was passiert mit Test-Verweigerern?

Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt und sich nicht testen lässt, muss mit einer Geldbuße rechnen. Auch bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen drohen Sanktionen. Zwangstests sind jedoch nicht geplant.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 28. Juli 2020 | 19:30 Uhr