Debütalbum "Shelter Boy": ein Leipziger auf dem Weg zum Rockstar

Rockstar sein – davon träumt der bei Zwickau geborene Simon Graupner schon lange. Für seinen Künstlernamen "Shelter Boy" hat er sich von dem Bob Dylan-Song "Shelter from the Storm" inspirieren lassen. Musikalisch waren auch die Beatles und Oasis wichtige Einflüsse. Nun will der mittlerweile in Leipzig lebende Shelter Boy seinen Traum wahr werden lassen: Gerade ist das erste Album des 24-Jährigen erschienen. Es heißt "Failure Familiar" und klingt nach großer weiter Welt.

Shelter Boy
Der Musiker Simon Graupner alias Shelter Boy aus Leipzig hat sein Debütalbum "Failure Familiar" vorgelegt Bildrechte: Shelter Boy Presse

Rockstar sein. Hits schreiben, die um die Welt gehen, die aus unzähligen Kehlen erklingen, während das Publikum vor der Bühne sich selig in den Armen liegt. Einmal das ganz große Ding landen. Simon Graupner aus Leipzig träumt von nichts Geringerem. Als Shelter Boy will er den Traum wahr werden lassen. Gerade ist das erste Album des 24-Jährigen erschienen. Es heißt "Failure Familiar" und klingt so gar nicht nach dem Zwickauer Umland, wo Shelter Boy mit elf Jahren zum ersten Mal die Gitarre in die Hand nahm. Es klingt nach großer weiter Welt.

"Ich fand schon immer interessant, dass man eine Gitarre in einen Verstärker reinsteckt, und auf einmal ist man nicht mehr so ein kleiner dürrer Junge, sondern auf einmal hat man so viel Energie, die da durchkommt", sagt Graupner. "Und das, finde ich, ist ja total magisch, dass man bei Musik alles machen kann. Und ich finde, Coolness ist da schon wichtig."

Das hat mich schon weit gebracht, das Stück Holz.

Simon Graupner alias Shelter Boy über seine Gitarre

Oasis und andere Bands als Ansporn

Es ist dasselbe Fieber, das einst schon seine Helden packte. Die überlebensgroßen Rockbands Großbritanniens. Shelter Boy tritt mit seinem Sound in enorme Fußstapfen. Und scheint selbstbewusst genug, sie auch noch ausfüllen zu wollen.

Shelter Boy
Shelter Boy weiß, wie wichtig starke Bilder sind. Bildrechte: Philipp Gladsome

"Ich habe früher viele Beatles-Interviews angeguckt und Oasis-Interviews", erzählt er. Daraus habe er viel übernommen. "Obwohl ich manchmal zu strugglen hab, weil ich denke: Ich komme ja gar nicht dort her und dann habe ich den Akzent. Aber ich probiere, das nicht zu faken. Das ist halt irgendwie da, weil ich so viel von der Sprache gelernt habe."

Eigentlich kommt Simon Graupner aus der Nähe von Zwickau. Beim Künstlernamen lässt er sich von Bob Dylans Song "Shelter from the Storm" inspirieren. Er hat keine Lust, seine Freizeit zwischen Tuningwerkstatt und Fitnessstudio zu verbringen, beginnt Musik zu schreiben und flüchtet aus der Provinz. Die Songs des 24-Jährigen sind zeitlos, niemals unmodern – und doch umweht sie ein nostalgischer Hauch vergangener Tage.

Shelter Boy hat Mut zur Nostalgie

Er sei eben eine alte Seele, findet Graupner. Tatsächlich könne man Nostalgie auch mit Akkorden ausdrücken. So beziehe sich seine Musik manchmal auf Dinge, mit denen er zwar nicht aufgewachsen sei: "Aber trotzdem sehnt man sich irgendwie zu etwas zurück, was man nie erlebt hat."

"Failure Familiar" heißt Shelter Boys erstes Album. "Vertrautes Scheitern" – so in etwa. Es ist das zentrale Thema dieses bemerkenswerten Debüts. Ironisch mimt er im Video zum Eighties-schwangeren Song "Absence" den Herzschmerz-Geplagten. Der Song ist eine melancholische Hommage an die Herausforderungen der Liebe. "Scheitern ist für mich sehr oft ein neuer Antrieb, ein Motor – im besten Fall natürlich. Aber die Underdog-Position fand ich schon immer interessant. Ich fand es schon immer cool, unterschätzt zu werden und auf die Fresse zu fallen, aber weiterzumachen", erzählt Graupner.

Musik als Berufung – und als Beruf

Shelter Boy
Shelter Boy Bildrechte: Philipp Gladsome

Den langen Atem braucht es umso mehr, weil Graupner sich entschlossen hat, die Musik zum Hauptberuf zu machen. Noch jobbt er nebenbei in einer Bar. Doch seine Songs haben ihn bereits bis ins Land seiner Helden gebracht. Und auch wenn er dort die eigenen Plakate erstmal noch selbst kleben muss – die erste Europa-Tournee für Shelter Boy und seine Live-Band ist bereits in Planung.

"Bei mir schwankt das immer sehr, aber ich habe Selbstbewusstsein in der Hinsicht, dass ich einfach an das Ding hier glaube", sagt Graupner und zeigt auf seine Gitarre. "Ganz pathetisch, aber das hat mich irgendwie schon weit gebracht, das Stück Holz. Deswegen ist es doch irgendwie fair, daran zu glauben. Ist halt manchmal tough. Aber da muss man durch."

Am Ende ist das genau der Stoff, aus dem Rock'n'Roll-Träume sind. Und überhaupt: Auch die ganz Großen haben schließlich irgendwann mal angefangen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 11. November 2021 | 22:10 Uhr

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