Großes Kulturangebot der ARD Neue Gemeinschaftseinrichtung ARD Kultur startet 2022 in Weimar

Die ARD stärkt ihr Engagement in Mitteldeutschland: In Weimar startet 2022 eine neue Gemeinschaftseinrichtung ARD Kultur. Zudem übernimmt der Mitteldeutsche Rundfunk in der Programmdirektion Halle die ARD Koordination Kultur vom Bayerischen Rundfunk. Damit verantwortet der MDR künftig die gemeinschaftlichen Kulturformate für Das Erste sowie für ttt social media. Außerdem werden in Halle die Kulturangebote in der ARD Mediathek kuratiert.

Weimar - Luftaufnahme 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die ARD stärkt ihr Engagement in Mitteldeutschland. Dazu startet 2022 eine neue Gemeinschaftseinrichtung ARD Kultur in Weimar. Das haben die Intendanten beschlossen.

Do 25.11.2021 11:51Uhr 00:44 min

https://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/video-sonstige/video-ard-gemeinschaftseinrichtung-weimar-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Die ARD stärkt ihr Engagement in Mitteldeutschland. Dazu haben alle neun ARD-Landesrundfunkanstalten auf einer Intendantentagung in Köln eine Vereinbarung unterzeichnet. Sie sieht eine neue Gemeinschaftseinrichtung Kultur in Weimar vor, die vernetzt mit ZDF und Deutschlandradio entsteht. Sie soll im Sommer 2022 ein eigenes Online-Portal starten. Nach Angaben von MDR-Intendantin Karola Wille wurde vereinbart, in Weimar zwölf neue Stellen zu schaffen. Das Budget für die Gemeinschaftseinrichtung liege bei jährlich fünf Millionen Euro.

MDR-Hörfunkzentrale Halle
Der Standort der MDR-Programmdirektion Halle Bildrechte: MDR

Zudem übernimmt der MDR in seiner Programmdirektion Halle die ARD Koordination Kultur, die bisher der Bayerische Rundfunk innehatte. Damit verantwortet der MDR künftig die gemeinschaftlichen Kulturformate für Das Erste und für ttt social media.

Auch die Kulturangebote der ARD Mediathek werden dann in Halle kuratiert. Die Verwaltungsvereinbarung steht noch unter einem Gremienvorbehalt.

In Weimar sollen neue digitale Formate entwickelt werden

Wille sagte weiter, mit diesen beiden Vorhaben säßen "künftig zwei zentrale Impulsgeber für die Stärkung der kulturellen Vielfalt in den Angeboten der ARD genau am richtigen Ort". Denn kaum eine andere Region vereine deutsche und europäische Kulturgeschichte und eine einzigartige Vielfalt und Dichte von Kunst- und Kulturangeboten so wie Mitteldeutschland. Als erstes Projekt der neuen Weimarer Gemeinschaftseinrichtung kündigte Wille den Ideenwettbewerb ARD Creators an. Dabei sollten unter dem Motto "Was verbindet unsere Gesellschaft?" innovative digitale Formate entwickelt werden.

Die Kulturbranche sei besonders von der Pandemie betroffen, so Wille weiter. Deshalb brauche es gerade jetzt "ein gemeinwohlorientiertes Kulturnetzwerk, das Inhalte nicht nur vermittelt, sondern auch mit Künstlerinnen und Künstlern produziert und Kulturschaffenden und Publikum einen gemeinsamen Resonanz- und Experimentierraum bietet".

ARD-Vorsitzender Buhrow spricht von digitaler Heimat für Kulturbegeisterte

Karola Wille 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow erklärte, mit den Vorhaben werde das Versprechen eingelöst, eine digitale Heimat für Kulturbegeisterte zu schaffen: "An dem künftigen Standort in Weimar sind wir mitten in einer der lebendigsten und geschichtsträchtigsten Kulturmetropolen Deutschlands. Diesen Geist sollen die Nutzerinnen und Nutzer spüren, wenn sie in dem Angebot unterwegs sind."

Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) bezeichnete die Entscheidung für Weimar als Sitz der neuen ARD Gemeinschaftseinrichtung Kultur als richtiges Signal zum richtigen Zeitpunkt: "Weimar war europäische Kulturhauptstadt und ist ein Ort, in dem Kulturgeschichte im Austausch steht mit zeitgenössischer Kunst und den wichtigen kulturellen Diskursen", so Hoff.

Auch die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag begrüßte die Entscheidung. Ihr Vorsitzender Mario Voigt sagte, er könne sich keinen besseren Standort für das Kulturportal vorstellen. Thüringen biete ideale strukturelle und technische Voraussetzungen. Außerdem habe der Freistaat mit international anerkannten Kulturinstitutionen das passende Umfeld. Die CDU hatte mit einem eigenen Antrag im Landtag dafür geworben, das Portal nach Thüringen zu holen.

Weimarer Kulturvertreter äußern sich erfreut

Die SPD-Fraktion zeigte sich ebenfalls erfreut. Ihr medienpolitischer Sprecher Thomas Hartung nannte den Schritt eine "kluge Entscheidung" zur weiteren Stärkung des Medienstandortes Thüringen. Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine sagte, die Entscheidung der ARD sei ein Beleg dafür, wie attraktiv Weimar sei. Seine Stadt stehe wie keine andere in Deutschland für Kultur. Er werde alles dafür tun, dass die ARD ihre Entscheidung niemals bereuen werde.

Zuspruch für die Entscheidung kam auch aus der Kulturszene. Die Präsidentin der Klassik-Stiftung Weimar, Ulrike Lorenz, sprach von "wunderbaren Neuigkeiten" und bot der ARD eine enge Zusammenarbeit an. Die Weimarer Comiczeichnerin Olivia Vieweg sagte MDR THÜRINGEN, das Potenzial Weimars als ARD-Kulturstandort sei die "sehr diverse Kulturszene". In der Stadt seien Hochkultur und Populärkultur gleichermaßen verankert. Außerdem gebe es Leute, die gerade erst mit der Kultur anfingen. Der Weimarer Pianist Martin Kohlstedt sagte, man könne Weimar durchaus als Zentrum eines Kulturnetzwerks sehen – nicht nur, weil die Stadt in der Mitte Deutschlands liege.

Mehr Kultur aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. November 2021 | 13:30 Uhr