Corona-Pandemie Ski- und Winterurlaub 2021 - fahren oder stornieren?

Wer seinen Winterurlaub bereits gebucht hat, dem treibt die aktuelle Corona-Situation die Sorgenfalten auf die Stirn. Bis Ende Januar sollte man gar nicht verreisen. Und danach? In der Schweiz sind zahlreiche Skipisten geöffnet, Österreich will Ende Januar nachziehen, Italien sogar noch früher. Doch das kann sich schnell ändern, Planungssicherheit gibt es nicht. Stornieren und zu Hause bleiben, trotzdem fahren - oder erstmal abwarten? Eine Übersicht über die Lage in den einzelnen Ländern.

Zwei Skifahrer auf der Piste
Was tun mit dem geplanten Winterurlaub? Obgleich Risikogebiete, sind im Ausland die ersten Skipisten geöffnet. Bildrechte: colourbox

Geht es ums Skifahren, sind laut Deutschem Skiverband jedes Jahr sieben bis acht Millionen Deutsche mit von der Partie. Schnee gibt's diese Saison auch in Deutschland, doch aufgrund der angespannten Corona-Lage stehen die Skilifte still - und das bis noch mindestens 31. Januar.

Für zahlreiche Städte und Kreise mit einer Inzidenz ab 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gilt sowieso ein Bewegungsradius von 15 Kilometern. Doch das Reisen ins Ausland ist grundsätzlich gestattet - wenn auch dringend davon abgeraten wird.

Rückkehr aus Risikogebieten: Doppel-Test-Strategie

Wer dennoch unbedingt reisen will, muss seine Reise vorab dem Gesundheitsamt melden und sich vor seiner Rückkehr nach Deutschland einem Corona-Test unterziehen und in zehntägige Quarantäne begeben.

Die kann erst durch einen zweiten Corona-Test nach fünf Tagen verkürzt werden. So zumindest lautet die Vereinbarung des Bund-Länder-Gipfels am 5. Januar.

Mann auf Skiern mit VR-Brille
Reisen sollte man derzeit vor allem virtuell ... Bildrechte: imago/Westend61

Verzögerter Start in Österreich

In Österreich hat die Skisaison bereits Heiligabend begonnen. In Gondeln und Warteschlangen müssen Skifahrer über 14 Jahre eine FFP2-Maske tragen, um sich und andere zu schützen.

Für Urlauber aus dem Ausland ist es derzeit noch fast unmöglich, in Österreich Urlaub zu machen. Denn der ursprünglich bis zum 18. Januar geplante Lockdown soll laut österreichischer Regierung bis zum 24. Januar verlängert werden. Bis dahin bleiben Hotels und Gastronomie geschlossen.

Für Einreisende (auch Tagestouristen) gilt derzeit eine Quarantänepflicht von 10 Tagen, die erst ab dem 5. Tag durch einen negativen Corona-Test verkürzt werden kann.

Mut zum Risiko in der Schweiz

Anders sieht es in der Schweiz aus. Hier gelten - mit Ausnahme von Menschen, die sich während der letzten zehn Tage in Sachsen aufgehalten haben - keine Einreisebeschränkungen für Deutsche Staatsbürger. Wer im von der Schweiz als Risikogebiet eingestuften Sachsen war, muss für zehn Tage in Quarantäne.

Ob die Pisten und Lifte geöffnet sind, hängt von den Regelungen der einzelnen Kantone ab. In den meisten Skigebieten sind die Bergbahnen in Betrieb, die Skischulen geöffnet, ebenso viele Hotels. Doch das kann sich jederzeit ändern. Daher: Vor der Abreise unbedingt beim Reiseanbieter oder vor Ort informieren!

Winterlandschaft im Schweizer Kanton Wallis mit tief verschneiten Chalets, hinten Gipfel von Dom und Matterhorn
Im Kanton Wallis sind derzeit Lifte und Skipisten in Betrieb. Bildrechte: imago/imagebroker

In Frankreich noch alles ungewiss

Unklar gestaltet sich die Situation im stark von der Corona-Pandemie gebeutelten Frankreich. Die Einreise ist für Deutsche Staatsbürger zwar ohne Einschränkung gestattet, auch die Pisten sind nicht gesperrt - doch die Lifte außer Betrieb. Sprich: Man kommt nicht hin. Das sollte ursprünglich nur bis zum 7. Januar der Fall sein. Doch die Corona-Zahlen sind weniger stark gefallen als erwartet. Am 20. Januar soll die Situation neu bewertet werden.

Abgesehen davon gilt in ganz Frankreich eine Ausgangsbeschränkung von mindestens 20:00 Uhr abends bis 06:00 Uhr morgens, in 20 Departements darf man nur bis 18:00 Uhr draußen sein. Zahlreiche Hotels sind noch geschlossen, obgleich Urlauber grundsätzlich beherbergt werden dürfen, Restaurants müssen vorerst zu bleiben. In ganz Frankreich ist ein Mund-Nasen-Schutz verpflichtend - auch in wenig belebten Gegenden.

Start der Skisaison am 18. Januar in Italien

Nach anfänglichem Zögern will Italien die Skisaison 2021 nicht ganz abschreiben. Nach aktuellem Stand sollen die Skigebiete am 18. Januar öffnen. Das war ursprünglich bereits für die erste Januarwoche geplant, doch viele Regionen und Provinzen benötigten etwas mehr Zeit, um die Gesundheitsregeln anzupassen. Noch wird diskutiert, wie voll besetzt Lifte und Gondeln sein dürfen.

Sobald die Skisaison losgeht, gelten in den Seilbahnen Abstandsregeln und eine Maskenpflicht. Außerdem sollen die Gondeln regelmäßig desinfiziert und mit Schutzabtrennungen ausgestattet werden.

Die Einreise nach Italien ist für deutsche Staatsbürger grundsätzlich möglich. Allerdings müssen seit dem 10. Dezember eine Selbsterklärung ausgefüllt und ein negativer PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, vorgelegt werden. Wer das nicht kann, muss sich in Quarantäne begeben.

Hotels und Restaurants sollen ab dem 18. Januar wieder geöffnet sein. Im ganzen Land gilt eine Maskenpflicht - auch im Freien.

Keine Einreise für Touristen nach Tschechien

In Tschechien herrschte im Dezember reger Betrieb auf den Skipisten. Unterwegs waren dort allerdings nur Einheimische, da das Land die Grenzen für touristisch Reisende dicht gemacht hat. Am 27. Dezember musste Tschechien zu einem harten Lockdown zurückkehren. Seitdem sind Hotels und Skilifte geschlossen - und das noch bis mindestens 10. Januar. Wie es danach weitergeht, ist ungewiss.

Lieber zu Hause bleiben: umbuchen oder stornieren?

Seinen Skiurlaub problemlos stornieren kann in der Regel nur, wer pauschal gebucht hat - und wenn seitens des Auswärtigen Amtes für den Urlaubsort eine Reisewarnung vorliegt. Dann fallen die Stornierungsgebühren normalerweise vergleichsweise niedrig aus. Aber: Je kurzfristiger man storniert, desto teurer wird's.

Wer sich privat um seine Unterkunft gekümmert hat, kann lediglich auf die Kulanz des Vermieters setzen, wenn im Vorfeld keine Stornierungsklausel vereinbart worden ist. Schlagen Sie eine Umbuchung vor - in den meisten alpinen Skigebieten kann man auch im März oder über Ostern noch über die Pisten jagen. Oder sie planen gleich, den Urlaub erst im kommenden Jahr nachzuholen. Gleiches gilt für bereits bezahlte Skipässe.

Alternativ können Sie abwarten, ob die Urlaubsländer von sich aus den Tourismus untersagen und ein Beherbergungsverbot aussprechen. Dann müssten Sie zumindest den größten Teil Ihres Geldes zurückbekommen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. Januar 2021 | 17:15 Uhr

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