Covid-19 Sars-CoV-2 in der Luft messen: Kleiner Clip als Corona-Sensor to go

Ein kleiner Clip an Pulli, Bluse oder Jacke, mit dem sich die Viruslast von Sars-CoV-2 in der Luft permanent überwachen lässt? Klingt nach einer überzeugenden Idee. Die gute Nachricht: Es scheint zu funktionieren. Die schlechte: Das Ding ist noch nicht im Handel erhältlich.

Clip in Form eines Anhängers mit blauem Rand und drei Kammern mit durchsichtigem Material, die um ein Ypsilon angeordnet sind. Platziert auf unscharfem Hintergrund: Zwei Personen mit Restaurant-typischer Schürze
Sofern das Wearable auf den Markt kommt, könnte es sich z.B. für Restaurantmitarbeitende als nützlich erweisen. Bildrechte: Adapted from Environmental Science & Technology Letters 2022, Pixabay/ansiyuwudia (M)

Wearables, die Tragbaren, das sind diese Dinger, denen man eine glorreiche Zukunft gleich nach dem Abgesang der Smartphones verspricht. Und die schon jetzt an Handgelenken baumeln (Fitnessarmbänder und Smartwatches) oder von der Nasenspitze aus die Realität um eine digitale Wunderwelt erweitern (Sie erinnern sich an Googles Nasenfahrrad?). Jetzt gibt's ein Wearable, dessen Existenz vor zwei Jahren (wie so vieles) noch völlig absurd erschienen wäre: Einen Sars-CoV-2-Luftprobennehmer.

Kleiner Anhänger, der mitatmet

Das Ding erinnert rein äußerlicher an die trendigen smarten Etiketten, mit denen man verlorengegangene Dinge wiederfinden kann, kommt aber sogar ohne Mikrochip aus. Dieser Clip zur Luftprobenentnahme kann am Körper getragen werden und soll helfen, zu ermitteln, wie stark der tragende Mensch einer Coronavirus-belasteten Luft ausgesetzt war. Das ist vergleichbar mit tragbaren Strahlenmessgeräten für den Aufenthalt in radioaktiv stärker belasteten Gebieten.

absorbieren vs. adsorbieren Bei der Absorption tritt ein Stoff, z.B. ein Gas, in das Innere eines Festkörpers oder einer Flüssigkeit ein. Adsorption heißt es, wenn der Stoff nur an der Oberfläche angereichert wird.

Der Fresh Air Clip, so nennen die Forschenden ihr Wearable, absorbiert kontinuierlich virusbeladene Aerosole auf einer Polydimethylsiloxan-Oberfläche. Das ist ein Polymer auf Siliziumbasis mit vielerlei Anwendungsmöglichkeiten, z.B. als Gleitbeschichtung auf Kondomen. Nach Labortests trugen 62 Freiwillige den kleinen Monitor für einen Zeitraum von fünf Tagen. Die höchste Viruslast – mehr als hundert RNA-Kopien pro Clip – wurden dabei bei zwei Restaurantmitarbeitenden festgestellt.

Noch nicht zu kaufen

Und das wäre dann wohl auch ein denkbar guter Einsatzort: Dort, wo (arbeitende) Menschen permanent einer potenziell hohen Viruslast ausgesetzt sind: Restaurants, medizinische Praxen, Supermärkte, Schulen, Büros. Allerdings: Das Gerät gibt's noch nicht zu kaufen. Aber, so schick, wie es aussieht, kann das nicht mehr lange dauern.

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Link zur Studie

Das Paper Development and Application of a Polydimethylsiloxane-Based Passive Air Sampler to Assess Personal Exposure to SARS-CoV-2 erschien im Januar 2022 bei ACS Publications.

DOI: 10.1021/acs.estlett.1c00877

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