Radioaktivität US-Atomtestgebiete stärker verstrahlt als Tschernobyl

1958 beendeten die USA ihre oberirdischen Atomtests im Südpazifik. Dennoch sind diese Gebiete immer noch weit stärker verstrahlt, als die Gebiete um Tschernobyl und Fukushima, zeigt eine neue Studie.

Nukleartest auf den Marshall-Inseln.
Aufnahme eines Nuklarbomben-Tests auf den Marshall-Inseln. Bildrechte: World Future Council

Die Atomtestgebiete der USA im Südpazifik sind immer noch deutlich stärker radioaktiv verseucht, als die Gebiete rund um die havarierten Atomkraftwerke Fukushima und Tschernobyl. Zu diesem Ergebnis kommen drei neue Studien von Forschern der New Yorker Columbia Univeristät.

Wie das Team um Emlyn Hughes und Malvin Ruderman in den Proceedings of the National Academy oft Sciences (PNAS) berichtet, ist die Konzentration radioaktiver Isotope in einigen Gebieten der Marshall-Inseln immer noch weit über den Grenzwerten, die die USA mit dem pazifischen Staat vereinbart haben. Die Forscher hatten dazu Proben von den betroffenen Inseln, vom Meeresboden und von verschiedenen Früchten untersucht.

Zwischen 1946 und 1958 hatten die USA zu Testzwecken insgesamt 67 Nuklearbomben auf den Marshall-Inseln gezündet. Die Inselgruppe liegt im Südpazifik, etwa auf halber Strecke zwischen Australien und Hawaii. Die stärkste der Bomben war "Castle Bravo", die 1954 auf dem Bikini-Atoll detonierte. Sie hatte in etwa die 1.000-fache Stärke der Hiroshima-Bombe. Von dem nuklearen Fallout sind neben Bikini auf die Atolle Enewetak, Rongelap und Utirik betroffen.

Viele ehemalige Einwohner der von den Tests betroffenen Inseln drängen inzwischen darauf, zurückkehren zu können. Das sei aber erst nach weiteren Sanierungsmaßnahmen möglich, schreiben die Wissenschaftler.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | LexiTV | 08. Dezember 2017 | 15:00 Uhr