Krankheitserreger in Flussauen Wie Extremwetter unser Trinkwasser gefährdet

Hochwasser gefährden die Menschen in den Überflutungsgebieten nicht nur direkt, sondern auch das Trinkwasser, das aus den Flussauen gewonnen wird. Wiener Forschende fanden nach Starkregen Krankheitserreger im Wasser.

Hochwasser der Zwickauer Mulde, 2013
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Die Experten der TU Wien um Dr. Julia Derx untersuchten für ihre in "Frontiers in Microbiology" erschienene Studie, wie fäkal ausgeschiedene Krankheitserreger durch Extremwetterereignisse in das Wasser von Flussauen gelangen. Denn diese sind für die Trinkwasserversorgung sehr wichtig und müssen daher vor Verunreinigungen geschützt werden. Dafür entwickelte das Forschungsteam ein Modell, das an einem Rückstaugebiet der Donau etwas außerhalb von Wien erfolgreich getestet wurde.

Erreger sowohl menschlicher als auch tierischer Herkunft

Das Ergebnis: Es fanden sich nach Starkregen tatsächlich die beiden untersuchten Krankheitserreger Cryptosporidium und Giardia in den Flussauen, beides Parasiten, die Menschen und andere Wirbeltiere infizieren können. Die Erreger waren dabei sowohl menschlichen Ursprungs – also etwa durch Flusswasser, das mit menschlichen Abwässern verunreinigt war – als auch von tierischer Herkunft, beispielsweise durch aus dem Boden gelöste Verunreinigungen.

Die Wissenschaftler entwickelten auch verschiedene Szenarien für in Zukunft wahrscheinlich häufiger auftretende Extremwetterereignisse wie Starkregen, die das Trinkwasser gerade in den Flussauen zusätzlich gefährden könnten. "Schwemmlandgebiete entlang großer Flüsse sind nicht nur wichtige natürliche Lebensräume und für den Hochwasserschutz von Bedeutung, auch enthalten sie wertvolle Ressourcen für die Trinkwassergewinnung", erklärt Julia Derx.

Für eine weiterhin sichere Trinkwasserversorgung müsse das System noch mehr ganzheitlich betrachtet werden: von der Reinigung des Wassers durch die verschiedenen Bodenschichten über die anschließende Desinfektion des Grundwassers bis zur kontinuierlichen Überwachung des Trinkwassers. "Unser Modellansatz ermöglicht dies für verschiedene Flussauengebiete umzusetzen, indem die unterschiedlichen Eintragspfade und deren Auswirkungen auf die mikrobiologische Wasserqualität quantifiziert werden können", erklärt Prof. Alfred Paul Blaschke von der TU Wien. Nun bedürfe es vor allem ortsspezifischer Messungen der mikrobiologischen Wasserqualität an den Eintragsquellen sowie dem Ort der Nutzung.

cdi

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