Rezeptor in den Antennen So finden Mückenweibchen ihre Opfer

Wie finden Mücken ihre Opfer? Körperwärme, CO2 und Geruch. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, welche die Rezeptoren für den Geruch sind – und sie mit der Genschere CRISPR/Cas9 ausgeschaltet.

Eine Mücke
Die Gelbfiebermücke Aedes Aegypti. Forscher fanden in ihren Antennen die Rezeptoren für menschliche Gerüche - und schalteten sie aus. Bildrechte: imago/Xinhua

Schon seit Februar sind sie wieder unterwegs, die Mückenweibchen auf der Suche nach der nächsten Blutmahlzeit, die sie für ihre Nachkommen brauchen. Und wenn die Mückenweibchen ausschwirren, dann stellen sie im wahrsten Sinne des Wortes ihre Antennen auf. Diese Rezeptoren am Kopf der Mücke sind in der Lage, uns zu orten. Ein Forscherteam aus den USA und Schweden hat jetzt den Rezeptor gefunden, mit dem die Mücken unseren Schweiß riechen.

"Der menschliche Körpergeruch ist eine komplexe Mischung aus flüchtigen Chemikalien, die uns von anderen Wirbeltieren unterscheidet", schreiben sie in der Veröffentlichung in Current Biology.

Und diese Mischung aus z.B. Ammoniak und Milchsäure können die Mücken mit einem Rezeptor wahrnehmen, der in den Antennen sitzt, dem Ionenkanalrezeptor IR8a. Dieser Ionenkanal spricht auf die Moleküle in unserem Schweiß an.

Rezeptor ausschalten

Die Forscher um Joshua I. Ray von der Florida International University (USA) und Nadia Melo von der Lund University (Schweden) fanden heraus, dass Mückenweibchen, bei denen dieser Sensor defekt ist, deutlich weniger auf unseren Schweiß reagieren. Also nutzen sie die Genschere CRISPR/Cas9, um bei Mückenweibchen der Gelbfiebermücke gezielt den Ionenkanalrezeptor IR8a auszuschalten. Wie würden die Mücken jetzt auf menschlichen Schweiß reagieren? Das testeten die Forscher.

Sie ließen die mutierten und normale Mücken auf Probanden los und stellten fest, dass die mutierten Mücken Menschen nur halb so oft anflogen. Für die Forscher ist damit auch die These bestätigt, dass IR8a der Rezeptor für Milchsäure im menschlichen Schweiß ist.

Hilft das bei der Mückenabwehr?

Für die Forscher ist das nur ein erster Schritt auf dem Weg zu möglichen Abwehrmaßnahmen. "Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um aufzudecken, wie Mücken ihre menschlichen Wirte wahrnehmen", schreiben sie in ihrer Veröffentlichung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 27. Februar 2019 | 17:50 Uhr