CO2-Fußabdruck Die Dogge ist der SUV: Wie Hunde das Klima belasten

Unsere Lebensweise belastet den Planeten. Wie wir leben, arbeiten, essen, urlauben - und welche Haustiere wir haben. Unsere Hunde etwa verursachen im Lauf ihres Lebens so viel CO2 wie 13 Flüge von Berlin nach Barcelona.

Ein junger Hund frisst 3 min
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8,2 Tonnen CO2 - so viel Klimagase versursacht ein durchschnittlicher Hund in seinem gesamten Leben. Das entspricht etwa 13 Flügen von Berlin nach Barcelona. Forscher der TU Berlin haben diese Menge in einer neuen Studie ermittelt und waren von diesem Ausmaß überrascht. "Es wird ja immer über das Auto, über das Fliegen und über die Ernährung beim Menschen diskutiert. Und der Hund - oder Haustiere - finden so in dieser allgemeinen Umwelt- und Klimadiskussion eigentlich wenig statt", sagt Matthias Finkbeiner, Leiter der Studie.

Er und seine Kollegen haben zunächst einmal die Ökobilanz des Menschen untersucht. "Dieser Mensch, den wir da als Untersuchungsgegenstand hatten, hatte einen Hund. Wir haben dann diesen Hund und seine Konsumgüter vereinfacht abgebildet. Da haben wir schon gemerkt, dass der durchaus signifikanten Anteil an der gesamten Umweltbelastung hat."

Konventionelles Hundefutter hauptverantwortlich für Emissionen

Zum Vergleich: Laut Weltklimarat sollte jeder Mensch pro Jahr nicht mehr als zwei Tonnen CO2 verbrauchen. Bei Hundebesitzern verbraucht allein der Hund schon ein Drittel davon. Auf alle EU-Bürger hochgerechnet sind das sieben Prozent des CO2-Ausstoßes eines Bürgers. Das Lieblingshaustier der Deutschen ist also eine Umweltbelastung. Aber woran liegt das? Verwöhnen wir unsere Hunde zu sehr? Oder sind es die Plastik-Kotbeutel? Weder noch, sagt Matthias Finkbeiner, es ist vor allem das Futter. "Das sind ja im Wesentlichen Fleisch-Produkte, die der Hund zu sich nimmt und diese Fleischprodukte werden genauso erzeugt wie das Fleisch für den Menschen. Zwar werden da nicht die edlen Teile genommen. Aber die Umweltbelastung, die damit einhergeht, etwa die Bereitstellung der Futtermittel, ist ähnlich."

Die Ergebnisse im Überblick Die Forscher haben 15 sogenannte Wirkungskategorien untersucht, von Klimawandel, über gesundheitliche Kategorien, bis zur Landnutzung oder der Wasserverschmutzung. Zwei Faktoren stachen dabei besonders hervor. Der Hauptbeitrag zu den meisten wird durch Tiernahrung verursacht – 8.2 Tonnen CO2-Äquivalent im Leben eines Tieres, so die Forscher.

Hundekot hat zudem einen signifikanten Beitrag zur Kategorie der Süßwasserökotoxizität. "Die Auswirkungen nehmen mit zunehmendem Gewicht und einer längeren Lebensdauer des Hundes sowie niedrigen Sammelraten des Kots erheblich zu", so die Studie.

Aber was ist die Alternative? Veganes Futter für den Hund? Matthias Finkbeiner stellt klar: Ihm gehe es nicht darum, den Menschen zu sagen, ob und wie sie ihr Haustier zu halten haben. Seine Studie weist zunächst einmal nur auf ein Problem hin. "Ich weiß nicht, wie artgerecht es ist, einen Hund vegan oder vegetarisch zu ernähren. Das ist ja das, was man Menschen empfiehlt. Oder wie ich fleischhaltige, proteinhaltige Nahrung mit einer geringeren Umweltbelastung produzieren kann. Da müsste man verschiedene Alternativen untersuchen und könnte dann entsprechende Empfehlungen ableiten."

Dackel statt Dogge

Einen Tipp hat Matthias Finkbeiner dann aber doch noch für alle Hundefreunde und vor allem diejenigen, die sich irgendwann mal einen Vierbeiner zulegen wollen. Genau wie beim Auto gilt: Je kleiner, desto besser. Ein kleiner Hund schadet der Umwelt weniger als ein großer Hund. Wer sich einen anschaffen will, wählt also lieber den Dackel, statt die Dogge.

Link zur Studie

Die Open-Source-Hunde-Studie “Environmental Impacts of a Pet Dog: An LCA Case Study” können Sie hier nachlesen.

(af)

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