13. Juli 2022 Neue Vega C-Rakete der Esa startet

Am 13. Juli wird die neue Rakete Vega C der Esa voraussichtlich zum ersten Mal in den Orbit starten. An Bord ist unter anderem ein Experiment, das die von Einstein vorhergesagte Verzerrung der Raumzeit messen soll.

Die neue Vega C Rakete der Esa
Startet am 7. Juli 2022: Die verbesserte Vega-Rakete der Esa Vega C. Bildrechte: ESA-J. Huart

Update 5.7.2022

Wie die Europäische Raumfahrtagentur mitteilte, verschiebt sich der Start auf den 13. Juli, "sofern geeignete Bedingungen vorliegen", wie es bei der Esa heißt.

Seit 2012 hat die Esa ihre Rakete Vega für kleine und mittlere Lasten im Einsatz. Im Juli 2022 startet sie das erste Mal in der Version Vega C vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana. Die Rakete besitzt leistungsfähigere Triebwerke, so dass sie statt bisher 1,7 Tonnen jetzt 2,2 Tonnen Fracht in eine Umlaufbahn von 700 km bringen kann. Mit 34,8 Meter ist Vega C fast fünf Meter höher als die Vorgängerin, aber immer noch deutlich kleiner als die Ariane 5 (bis 54 Meter) oder die neue Ariane 6 (bis zu 61 Meter), die noch in diesem Jahr starten soll.

Raketenmotor auch in Ariane 6 verbaut 

Laut Esa hat die Oberstufe der Rakete eine höhere Kapazität an Flüssigtreibstoff. Das gestattet längere Missionen im All. Nutzlasten können damit außerdem je nach Bedarf in verschiedene Umlaufbahnen befördert werden. In Vega C verbaute Komponenten (z.B. der sogenannte P120C Feststoffraketenmotor) kommen auch als zusätzliche Booster für die Ariane 6 zum Einsatz. Fest steht jetzt schon, dass die Vega C auch für die Weltraum-Müllabfuhr der Esa eingesetzt wird. 2025 startet ein entsprechender Satellit mit dem Namen ClearSpace-1.

Die ESA und die europäische Industrie entwickeln derzeit eine neue Generation von Trägerraketen: Ariane 6. Dies folgt dem Beschluss des ESA-Rates vom Dezember 2014, die Führungsrolle Europas auf dem sich schnell wandelnden Markt für kommerzielle Startdienste aufrechtzuerhalten und gleichzeitig auf die Bedürfnisse der europäischen institutionellen Missionen einzugehen.  Die teilnehmenden Staaten sind: Österreich, Belgien, Tschechische Republik, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Rumänien, Spanien, Schweden und Schweiz.  Auf der Welle des Erfolgs von Vega haben sich die Mitgliedstaaten auf der ESA-Ministertagung im Dezember 2014 darauf geeinigt, das leistungsstärkere Vega-C zu entwickeln.  Vega-C wird die Leistung von Vega von derzeit 1,5 t auf etwa 2,2 t in einer Referenzpolarumlaufbahn von 700 km erhöhen und damit den Missionsbedarf der europäischen institutionellen Nutzer decken, ohne dass die Kosten für Startdienste und Betrieb steigen.
Größenvergleich: Ariane 6 (links) und Vega C. Was bei der vega C das haupttruebwerk ist, sind bei der neuen Ariane 6 die Booster außen and er Rakete Bildrechte: ESA - D. Ducros

Vermessung der Raumzeit

Die erste Hauptnutzlast am 7. Juli wird aber eine wissenschaftliche Mission der italienischen Raumfahrtagentur (ASI) sein. Ziel der Mission: Die Messung des so genannten Frame-Dragging-Effekts. Das ist eine Verzerrung der Raumzeit, die durch die Rotation großer Körper wie der Erde verursacht wird. Einstein hatte das in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt. Bereits die Vorgänger-Rakete Vega hatte bei ihrem Erstflug das Vorgänger-Experiment an Bord. Das zweite Nutzlastpaket sind sechs Cubesats. Das sind kleine, schuhkartongroße Satelliten, die einzelne Experimente enthalten, wie etwa beim Greencube (Italien), in dem die Aufzucht von Pflanzen in der Mikrogravitation untersucht wird.

Nutzlast für die neue Vega C Rakete der Esa
Die Nutzlast des ersten Fluges der Vega C: Ein Experiment zur Vermessung der Raumzeit und sechs kleine Satelliten Bildrechte: ESA/CNES/Arianespace/Optique video du CSG/P Piron

gp

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MDR KULTUR - Das Radio Do 03.02.2022 12:19Uhr 01:06 min

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