Vorhofflimmern Herzrhythmusstörungen: Alkohol bringt das Herz aus dem Takt

Alkohol kann dem Herz schaden, das ist kein Geheimnis. Es muss jedoch nicht der Vollrausch sein, auch geringe Mengen führen schon zu Herzrhythmusstörungen, wie Forschende des Hamburger Uniklinikums jetzt herausfanden. Schon ein kleines Glas Wein oder ein Bier am Tag können langfristige Folgen haben.

Ein Mann greift sich an sein Herz
Alkohol ist in Deutschland die Volksdroge Nummer 1. Oft werden die Folgen verkannt. So können schon kleine Mengen Alkohol langfristig zu Herzrhythmusstörungen führen. Bildrechte: IMAGO

Regelmäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Vorhofflimmern auch bei gesunden Menschen ohne Vorerkrankungen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Herz- und Gefäßzentrums am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). "Dass übermäßiger Alkoholkonsum dem Herzen schadet, ist zwar längst bekannt“, erklärt Kardiologe Andreas Götte vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. "Mit der neuen Studie müssen wir erkennen, dass auch schon kleine Mengen Alkohol das Flimmern auslösen können." Bereits ein kleines Glas Wein und oder ein Bier am Tag könnten das Herz aus dem Takt bringen.

Bei einem Bier oder Wein am Tag steigt Risiko um etwa 16 Prozent

OP-Monitor mit Arzt im Hintegrund
Das Herz, hier auf einem Monitor, ist der Motor des Menschen. Schon kleine Störungen können den komplizierten Herz- und Blutkreislaufs ins Wanken bringen. Bildrechte: colourbox.com

Für die Studie werteten die Forschenden die Daten von mehr als 100.000 Menschen aus, die nie zuvor unter Vorhofflimmern gelitten hatten. Mehr als 5.800 der Teilnehmenden entwickelten im Studienzeitraum von 14 Jahren erstmalig Vorhofflimmern. Dabei war das Risiko, die Herzrhythmusstörung zu bekommen, umso höher, je mehr Alkohol die Probanden regelmäßig konsumierten: So steigerten 12 Gramm Alkohol am Tag – das entspricht einem Glas Wein oder Bier – die Wahrscheinlichkeit um 16 Prozent im Vergleich zu den abstinenten Teilnehmern. Bei bis zu zwei Drinks täglich lag das Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln, bereits um 28 Prozent höher.

Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen bereits geringem Alkoholkonsum und einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern.

Dr. Dora Csengeri Studienleiterin Uniklinikum Hamburg

Alkohol besonders für Menschen mit Vorhofflimmern riskant

Herzspezialistin Dr. Csengeri warnte: Besonders riskant sei Alkoholkonsum für Menschen, die bereits Vorhofflimmern haben. Zwar sei die Auffassung weit verbreitet, dass regelmäßiger Konsum kleiner Mengen Alkohol nicht schade und das Herz sogar schütze. Dies gelte aber keinesfalls für Menschen, mit Vorhofflimmern.

"Betroffene mit Vorhofflimmern sollten Alkohol meiden oder den Konsum stark reduzieren. Für alle anderen gilt: Gegen ein gelegentliches Glas Wein oder Bier ist nichts einzuwenden. Wer regelmäßig trinkt – und sei es auch nur ein Gläschen – erhöht sein Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln, deutlich", erklären die Mediziner Csengeri und Götte. Das gelte auch für Menschen, die noch nie unter Vorhofflimmern gelitten haben.

Vorhofflimmern steigert das Schlaganfallrisiko

Bis zu zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden laut Deutscher Herzstiftung an Vorhofflimmern – viele davon, ohne es zu wissen. Herzstolpern und ein schneller Herzschlag sind erste Hinweise auf eine Herzrhythmusstörung. Das Risiko für die Herzerkrankung steigt mit zunehmendem Alter. Zwar ist das Flimmern der Vorhöfe nicht unmittelbar lebensbedrohlich, es kann aber je nach Schwere der Symptome mit einem hohen Leidensdruck verbunden sein. Unentdeckt  können Herzrhythmusstörungen zur Bildung von Blutgerinnseln führen, die das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.

Ausführliche Informationen zu der UKE-Studie sowie Hintergründe zu Vorhofflimmern bietet die Herzstiftung.

kt

Reanimation eines Dummy. 5 min
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