Do 20.08. 2020 22:10Uhr 29:30 min

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MDR FERNSEHEN Do, 20.08.2020 22:10 22:40

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Das Kulturmagazin des MDR

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Die Themen u.a.:

* Chemnitz will Kulturhauptstadt werden
Unter anderem mit der Ausstellung "Gegenwarten - Presences"

* Was die Welt regiert
"Das Geld: Was es ist, das uns beherrscht" von Eske Bockelmann

* Geschlechtergerechtigkeit
So vielfältig kann Männlichkeit sein

* Kulturhauptstadt 2025
Chemnitz will in 5 Jahren europäische Kulturhauptstadt sein - die Stadt „mit Köpfchen", wie sie sich einmal nannte, wegen des riesigen Karl-Marx-Monuments - die Stadt der Moderne, wie sie sich jetzt nennt - und sich damit auf die industrielle Moderne bezieht - auf die glorreiche Vergangenheit.
Kulturhauptstadt 2025 - das hieße natürlich wirtschaftlicher Auftrieb, Stadtentwicklung, Fördermittel und vor allem ein wachsendes Selbstbewusstsein. Ein bisschen ist man es leid, vor allem an den weltweit mit Schrecken wahrgenommenen Demonstrationen von 2018 gemessen zu werden, man will mehr, kann mehr und will das zeigen - und die Chancen stehen gut.
Chemnitz ist zusammen mit Magdeburg und 3 westdeutschen Städten in der engsten Auswahl - in wenigen Wochen wird eine Jury die Bewerberstädte noch einmal begehen - diesmal Corona-bedingt nur virtuell.
Autor: Dennis Wagner

* Kunst in der Stadt: Gegenwarten
Zur Kulturstadtbewerbung der Stadt Chemnitz gehört eine Ausstellung mit Kunst im öffentlichen Raum: "Gegenwarten - Presences". 20 Künstler und Künstlergruppen haben ihre Bauten, Aktionen, Performances in die Stadt gegeben. Was Jetzt ist, ist Vieles, heißt es, und es hat eine Geschichte: Was einmal Jetzt war, ist jetzt Vergangenheit, und in der kann Chemnitz-Karl-Marx-Stadt mit einigen Brüchen aufwarten. So spielt also auch Karl Marx seine Rolle, nun nicht Kopf, sondern als Darm, und ein Auto liegt im Schlossteich - was schon für reichlich Stadtgespräch sorgte. Eins haben die „Gegenwarten" also schon geschafft: Kunst im öffentlichen Raum wird diskutiert.
Autor: Meinhard Michael

* Die Rolle des Geldes
Die Welt dreht sich seit ein paar Monaten etwas langsamer. Corona sorgt dafür, dass weniger gearbeitet, weniger produziert wird. Die Regierungen, weltweit, versuchen mit allen Mitteln, diesen Prozess klein zu halten oder gar einen erneuten zweiten Shutdown der Wirtschaft zu verhindern. Das tun sie nicht, weil sie nicht ertragen können, dass die Leute zu Hause sitzen und nichts tun oder sich um ihren Garten kümmern. Das tun sie allein wegen des Geldes. Geld muss sich bewegen, muss fließen, sonst geht die Welt, wie wir sie kennen, die nämlich vom Geld regiert wird, unter und eine sinnvolle Alternative steht momentan nicht zur Verfügung. Geld, welches sich nicht bewegt, also ausgegeben, eingenommen und vermehrt wird, ist kein Geld, sagt der Philologe Eske Bockelmann. In seinem Buch „Das Geld: Was es ist, das uns beherrscht", erschienen im Verlag Matthes & Seitz ausgerechnet im Corona-Jahr 2020, weist er ebenso wortreich wie eindringlich nach, dass dies allerdings erst seit 500 Jahren unser Leben bestimmt. Alles, was vorher war - Münzen, Muscheln und wertvolle Steine - war Tauschmittel, aber kein Geld - so seine These, die überrascht.
Autor: Hans-Michael Marten

* Mann und Männlichkeit
Er hat das Buch geschrieben, das er als Jugendlicher gern gelesen hätte: Denn Jungs stehen unter enormem Druck, einem Männlichkeitsideal zu entsprechen, bei dem Gefühle als Schwäche ausgelegt werden, sagt JJ Bola. In der Ära von Trump, #MeToo und Attentätern wie in Halle oder Hanau ist Männlichkeit kein positiver Begriff mehr. Der Aktivist JJ Bola sucht Auswege aus der Krise. Dabei betrachtet er Einflüsse aus nichtwestlichen Traditionen, aus Popkultur und der LGBTQ+-Community und zeigt, wie vielfältig Männlichkeit sein kann.
JJ Bola lädt in seinem Buch "Sei kein Mann. Warum Männlichkeit ein Albtraum für Jungs ist", erschienen bei hanserblau, in versöhnlichem Ton ein zum Gespräch zwischen verhärteten Fronten. Denn erst, wenn sich auch die Männer und der Begriff von Männlichkeit verändern, wird es echte Geschlechtergerechtigkeit geben.
Autor: Ralf Dörwang

* Kulturkalender
- Kurzsüchtig - Kurzfilmfestival 19.8. bis 23.8. Leipzig
- Grasgrün Festival Meinigen - Konzert mit Keimzeit am 21.8.
- "Liebe, Laube, Gartenzwerg. Und das Herz des Grafen!" - Sommertheater des Apron Theaters in Halle, Graben der Moritzburg, 21./22.8. & 27./28.8. & 2. bis 4.9.
Autorin: Ulrike Reiß

"artour" ist das Kulturmagazin für das MDR-Sendegebiet und für Ostdeutschland. "artour" wird in Rostock wie in Weimar geschaut, aber natürlich auch in Hamburg und München.

Das Kulturmagazin mit Ostkompetenz greift Themen auf, die die Zuschauer bewegen. Von Thälmann bis Theater, von der Kittelschürze bis zum Konzert, von der Off-Bühne bis zur Oper. Themen werden auch mal gegen den Strich gebürstet, egal, ob es sich um eine Kunstausstellung oder einen kulturpolitischen Skandal handelt.

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