So 02.08. 2020 22:45Uhr 43:45 min

Rif Achmetganeev mit Familie auf dem Roten Platz in Moskau.
Rif Achmetganeev mit Familie auf dem Roten Platz in Moskau. Bildrechte: MDR/SW FILM
MDR FERNSEHEN So, 02.08.2020 22:45 23:30

MDR DOK Sowjetarmee geheim

Sowjetarmee geheim

Soldatenalltag in der DDR

Film von Christian H. Schulz und Ulli Wendelmann

Folge 1 von 2

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Weimar, Großenhain, Weißenfels - Spuren der Sowjetarmee

Galerie "Sowjetarmee geheim" Weimar, Großenhain, Weißenfels - Spuren der Sowjetarmee

Neben der offiziellen Völkerverständigung gab es vielfach auch private, nicht immer erlaubte Beziehungen zwischen Russen und Deutschen. Und auch der Geheimdienst war mit im Spiel.

Zwei Soldaten
Wladimir Tarasjuk (r.) aus Odessa wurde 1972 als sowjetischer Wehrpflichtiger in die DDR geschickt. Bildrechte: SW FILM
Zwei Soldaten
Wladimir Tarasjuk (r.) aus Odessa wurde 1972 als sowjetischer Wehrpflichtiger in die DDR geschickt. Bildrechte: SW FILM
Margit
Zwei Jahre später verliebte sich Wladimir Tarasjuk in Margit. Sie war 26 Jahre, hatte zwei Kinder und war verwitwet. Beide wurden ein Paar, doch in der DDR war diese Art der Freundschaftsbeziehung nicht erwünscht. Bildrechte: SW FILM
Margit und Wladimir
Der sowjetische Militärgeheimdienst hatte ihr Verhältnis schon länger beobachtet. Eines Tages wurde Wladimir Tarasjuk nach Odessa abgeschoben, Margit stand mit ihren zwei Kindern alleine da. Doch die beiden hatten einen Plan, 1977 war Wladimir wieder in Deutschland - als Ehemann. Die unterschiedlichen Mentalitäten und schwierigen Alltagsbedingungen führten später zu einem Bruch. Nach der Wende haben sie wieder zueinander gefunden. Bildrechte: SW FILM
Sowjetische Soldaten in Nohra.
In Weimar-Nohra war seit 1945 die 8. Gardearmee stationiert, dazu ein Flugplatz mit einer Hubschrauberstaffel. Nohra war einer der wichtigsten Standorte der Sowjetischen Streikräfte in der DDR. Bildrechte: MDR/SW FILM
Ein Kamerateam filmt A. Woronzow auf Spurensuche
Weimar-Nohra: Wo heute ein Wald steht, lebten und arbeiten jahrzehntelang über 5.000 Menschen. Heute erinnern daran nur noch Ruinen. Hier hatte Alexander Woronzow (li.) Anfang der 1980er-Jahre fünf Jahre mit seiner Familie gelebt. Sein Vater war Nachrichtenoffizier in dem streng abgeschirmten Militärstädtchen. Kontakte zu Deutschen hatte er nicht: "Das deutsche Leben haben wir eigentlich nur auf den Fernsehbildschirmen mitbekommen. Es kam einfach zu keinem Austausch mit den Deutschen. Nicht, weil das keiner wollte oder man Angst gehabt hätte. Wir waren hier einfach isoliert." Bildrechte: SW FILM
Alte Aufnahme des Restaurants "Goldener Stiefel"
Großenhain in Sachsen: In diesem Haus, im Restaurant "Goldener Stiefel" begann die Geschichte seiner Eltern: Christian Löser, 65, ist bis heute auf der Suche nach seinem Vater, der hier vor mehr als 60 Jahren als Rotarmist stationiert war und spurlos verschwand. Bildrechte: SW FILM
Christian Löser als kleiner Junge
Erst als seine Mutter vor ein paar Jahren etwas über die Familiengeschichte berichtete, erfuhr Christian Löser, hier als kleiner Junge, Genaueres über seinen Vater: "Von 1946 an war sie zwei Jahre mit Grischa zusammen. Während sie schwanger ist, wird sie plötzlich verhaftet, zur russischen Kommandantur gebracht. Sie leugnet die Liebe. Am Abend des 17. Oktober 1948 kam er in Begleitung eines hochrangigen Offiziers, um sich zu verabschieden. Er hat gesagt, er würde wiederkommen, und wenn als alter Mann. Am nächsten Tag bin ich zur Welt gekommen und von da an haben wir nichts mehr von ihm gehört." Bildrechte: MDR/SW FILM
Alte Aufnahme eines Betriebsgeländes
Der VEB-Spezialhandel in Taucha bei Leipzig war eine Art Großhandel für die Sowjets. Bildrechte: SW FILM
Eine Frau an einem Schreibtisch
Ursula Schwarzbach war bis Anfang der 1990er-Jahre in Taucha beschäftigt. Trotz intensiver Zusammenarbeit mit den in zivil auftretenden sowjetischen Chefs blieben die Kontakte auf die Dientzeit beschränkt - bis auf einige Ausnahmen. Ursula Schwarzbach berichtet, wie sie ihren russischen Chef eingeladen hatte, um mit ihrem Mann und ihrem Vater gemeinsam fernzusehen - denn einen Fernseher hatten die Genossen nicht. Sie sieht es heute ganz pragmatisch: "Ich persönlich kenne niemanden, der gesagt hat: Wann ändert sich das? Jeder wusste, die Amerikaner sind in dem einen Teil, und die Freunde sind hier." Bildrechte: SW FILM
Soldaten an einem Tisch
Witali Loboda (vorn) war von 1976 bis 1978 in einer Kaserne in Weißenfels stationiert. Auf dem großen Areal einer ehemaligen Wehrmachtskaserne aus den 1930er-Jahren war das 174. Garde-Mot. Schützen-Regiment untergebracht. Loboda hatte von Beginn an keine gute Meinung von den Deutschen: "Es gab bei uns so eine Art Sprichwort: wenn man jemanden mit einem bösen Menschen verglich, sagte man einfach: Du bist wie ein Deutscher. So war die Vorstellung." Bildrechte: SW FILM
Drei Frauen und ein Mann im Gespräch
Sein erster Kontakt mit Deutschen veränderte alles: Während eines Manövers bewachte Witali Loboda mit Kameraden stundenlang eine Straßenkreuzung. Da kam eine Frau mit einem Mädchen auf sie zu: "Sie hat uns begrüßt, ging schnell weg und brachte uns eine Thermoskanne Kaffee und Butterbrote. - Man sagte uns, dass wir hier den Frieden verteidigen, dass niemals wieder von deutscher Erde sich jemand gegen unser Land gewaltsam erhebt. Aber ich glaube, irgendwie waren wir in unserer Rolle doch auch Besatzer. Trotz allem. Und plötzlich kommt da diese Frau und macht diese Geste als wären wir Verwandte. Und damit hat wahrscheinlich bei mir alles angefangen." Bildrechte: SW FILM
Gerhard Lauter am Schreibtisch
Sowjetische Wehrpflichtige, die Gewalt und Schikanen nicht mehr ertragen konnten, sahen als letzten Ausweg oft nur Selbstmord oder Fahnenflucht. Hunderte von ihnen flüchteten. Gerhard Lauter war Anfang 1980er-Jahre Fahndungschef der Volkspolizei. Nach der Geiselnahme von München während der Olympischen Sommerspiele 1972 baute er Antiterroreinheiten in der DDR auf. Eine Aufgabe dieser Spezialkommandos war die Fahndung nach sowjetischen Deserteuren ... Bildrechte: SW FILM
Ein Mann mit Pistole
Für die Fahndung waren außerhalb der Militärzonen Volkspolizei und Stasi zuständig. Praktisch bestimmten die Sowjets jedoch allein, was passiert. Gerhard Lauter (Bild) erinnert sich: "Sie fühlten sich als Herren." Bildrechte: SW FILM
Garnisonsfriedhof
Der sowjetische Garnisonsfriedhof in Dresden: Früher musste Jane Jannke hier als Pionierin zum Tag der Befreiung am 8. Mai antreten. Bildrechte: SW FILM
Jane Jannke im Interview
Heute interessiert sich die 35-jährige Jane Jannke für den abgelegenen Nordteil des sowjetischen Garnisonsfriedhofs in Dresden. Hier, in der hintersten Ecke der Anlage, sind nicht die "Nationalhelden" aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern Soldaten begraben, die in Friedenszeiten starben. 20 Jahre nach dem Abzug der Sojwtarmee versucht Jannke zu erforschen, wie das Leben der Sowjets in der DDR war. Bildrechte: SW FILM
Alexej Artjomow
Hier traf Jane Jannke zufällig Galina Malofeeva. Die Russin sucht das Grab ihres Bruders Alexej. Bei seinem Abschied vor der Reise in die DDR 1966 hat sie ihn das letzte Mal gesehen. Er soll Selbstmord begangen haben. Doch bei einer Analyse von Totenscheinen im Jahr 1990 stellte eine Armeekommission fest, dass bei mehr als der Hälfte falsche Angaben gemacht wurden. Bildrechte: SW FILM
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Soldaten an einem Tisch
Witali Loboda (vorn) war von 1976 bis 1978 in einer Kaserne in Weißenfels stationiert. Auf dem großen Areal einer ehemaligen Wehrmachtskaserne aus den 1930er-Jahren befand sich das 174. Garde-Mot. Schützen-Regiment. Loboda hatte von Beginn an keine gute Meinung von den Deutschen: "Es gab bei uns so eine Art Sprichwort: wenn man jemanden mit einem bösen Menschen verglich, sagte man einfach: Du bist wie ein Deutscher. So war die Vorstellung." Bildrechte: SW FILM
Berlin 1994. Nach 40 Jahren erfolgte der größte Militärabzug der Geschichte aus einem besetzten Land. Heute sind von der einst so ruhmreichen Sowjetarmee kaum noch Spuren übrig. Wie haben "Besatzer" und "Besetzte" eigentlich alltäglich zusammengelebt? Konnten aus ehemaligen Feinden überhaupt Freunde werden? Welche Rolle spielten die Wächter in Ostberlin und Moskau?

"Sowjetarmee geheim" erlaubt einen unverstellten Blick auf das Geschehen in den sowjetischen Kasernen und auf das komplizierte Verhältnis zwischen den Deutschen in der DDR und den hier nicht immer freiwilligen Soldaten aus der Sowjetunion. Eine filmische Spurensuche in zwei Folgen: Soldaten erzählen erstmals ohne Zensur von ihrem Alltagsleben im Bruderstaat DDR. Deutsche berichten von ihren Begegnungen mit den Menschen der ehemaligen Sowjetunion.

Erzählt wird die dramatische Liebesgeschichte zwischen Vladimir und der jungen Margit aus Weimar; zwei längst erwachsene Männer berichten von ihrer Suche nach dem Vater, der Soldat oder Offizier der Roten Armee war; dem Schriftsteller Ulrich Schacht gelingt es nach Jahren, seinen Vater in ausfindig zu machen, junge Geschichtsdetektive aus Weimar bekommen Besuch von einem Moskauer Ingenieur; drei rüstige Damen erinnern sich an ihren langjährigen Arbeitgeber, einen sowjetischer Großhandel und Vitali, ein Chemiefacharbeiter aus der Ukraine erzählt vom harten Leben der einfachen Soldaten, das er zwei Jahre lang in Weißenfels zu überstehen hatte.

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Mai 1990. Unterwegs in die DDR. Wenige Monate nach der Maueröffnung und noch gut ein halbes Jahr vor der Wiedervereinigung bereiste der Dokumentarfilmer Reinhard Kungel mit seinem Team die (Noch-)DDR. Bildrechte: MDR/Reinhard Kungel
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Peter Camps leitete in den 70er Jahren den Zeltplatz in Markgrafenheide. In den Sommermonaten musste er bis zu 4000 Camper betreuen. Bildrechte: MDR/Bodo Strecke
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Das "Dübener Ei" der Familie Würdig in den 60er- und 70er-Jahren auf Reisen. Bildrechte: MDR/Christa Würdig
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