Tonna Nach Suizid in JVA: Ermittlungen gegen Gefängnis-Mitarbeiter

Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat am Freitag ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Bedienstete der Justizvollzugsanstalt Tonna (Landkreis Gotha) eingeleitet. Es bestehe der Anfangsverdacht einer fahrlässigen Tötung durch Unterlassen, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf MDR-Anfrage.

Zelle in JVA Tonna dauerhauft überwacht

Hintergrund ist der Suizid eines Strafgefangenen in der JVA vor knapp zwei Wochen. Nach MDR-Recherchen hatte sich der 30-Jährige mit seiner Jogginghose erdrosselt. Die Selbsttötung geschah in einer Zelle, die mit einer Videokamera dauerhaft überwacht wird. Die Bilder werden in die Zentrale übertragen. Warum die beiden Bediensteten dort den Suizid nicht bemerkten und einschritten, müssen nun die Ermittlungen zeigen. Dazu sollen auch die beiden Beschuldigten noch gehört werden.

Ein Transporter fährt in die Justizvollzugsanstalt Tonna.
Nach einem Suizid in der JVA Tonna wird gegen zwei Bedienstete ermittelt. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Auch das Thüringer Justizministerium hat mittlerweile ein Disziplinarverfahren gegen die beiden Bediensteten eingeleitet, bestätigte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage. Die Zentrale müsse immer besetzt sein und die Monitore müssten überwacht werden, so der Sprecher.

Verstoß gegen Bewährungsauflagen

Der 30-jährige Insasse war wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wurde unter Auflagen vorzeitig entlassen. Da er gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte, sollte er nun seine Reststrafe absitzen. Warum er sich selbst tötete, ist unklar. Er galt als nicht suizidgefährdet, wie das Ministerium in einer Pressemitteilung angab. Warum der Mann dennoch in einer überwachten Zelle untergebracht war, ist nicht bekannt.

Linke fordert Aufklärung nach Suizid

Der Suizid in der JVA Tonna soll im September im Justizausschuss des Landtags behandelt werden. Nach Angaben der Linke-Fraktion wird der Justizminister über den Fall berichten. Außerdem werde sich die Strafvollzugskommission im September in dem Gefängnis ausführlich informieren. Deren Vorsitzende Karola Stange (Linke) sagte, die Umstände, die zum Tod des 30-Jährigen geführt haben, müssten hinterfragt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 31. Juli 2020 | 17:00 Uhr

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