Sport Landessportbund-Chef Dahms nach Lockdown in Sachsen: "Herber Schlag"

Geisterspiele bei den Profis, Saisonunterbrechung bei den Amateuren - der Sport in Sachsen wurde erneut ausgebremst. Der LSB sieht das Überleben der Vereine gefährdet. Vereinsfunktionäre kritisieren die ablehnende Haltung der Politik bei Lösungsgangeboten.

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Christian Dahms hat als Generalsekretär des Landessportbundes Sachsen den erneuten Lockdown im Freistaat kritisiert. "Der erneute 'Lockdown' und damit verbunden der Stillstand des organisierten Sports in Sachsen ist ein herber Schlag für das gesamte System und führt es an seine Grenzen", sagte Dahms der "Leipziger Volkszeitung" (Samstag) und betonte: "Die ganzheitliche Vollbremsung für das aktive Sportgeschehen samt Einstellung des regulären Spiel- und Wettkampfgeschehens gefährdet das grundsätzliche Überleben vieler sächsischer Vereine und Verbände."

Geisterspiele im Profisport

Sachsen will ab Montag angesichts rasant steigender Corona-Zahlen wieder Zuschauer im Profisport untersagen. Das teilte die Regierung am Freitagabend mit. Die Regelungen, zu denen auch Geisterspiele zählen, gelten zunächst bis zum 12. Dezember. Davon ist auch der Profisport betroffen.

Vizemeister RB Leipzig spielt am 28. November gegen Bayer Leverkusen und am 11. Dezember daheim gegen Borussia Mönchengladbach. In der Champions League steht das Spiel gegen Manchester City am 7. Dezember auf dem Programm. Da die Regelung erst ab Montag gilt, kann Dynamo Dresden an diesem Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf noch vor Publikum spielen.

3D-Modell Coronavirus und Training des 1.FC Magdeburg.
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Günther: Lösungen aus dem Sport werden ignoriert

In Sachsen betrifft die Regelung ohne Zuschauer viele Profi-Mannschaften. Neben dem FC Erzgebirge Aue müssen sich auch die Fußballer bis in Liga vier sowie die Handball-Teams bis in Liga drei runter auf Geisterspiele einstellen. "Das trifft uns und den Sport insgesamt sehr hart. Wir waren immer bereit, mit anzupacken, um Kontakte zu reduzieren, haben dafür schon seit Wochen 2G konsequent umgesetzt und mit der Reduktion der Kapazitäten sowie einer FFP2-Maskenpflicht konkrete Angebote an die Politik gemacht", meinte Manager Karsten Günther vom Handball-Erstligisten SC DHfK Leipzig.

Geschäftsführer Karsten Günther
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Er kritisierte die neuen Regelungen, weil auch die Lösungen aus dem Sport von den Politikern ignoriert werden: "Leider wurden diese nicht angenommen und sowohl im Sport als auch in der Kultur komplett dicht gemacht, während weiterhin täglich 100.000 Menschen ohne personalisiertes Ticket zur Kontaktverfolgung und FFP2-Maske shoppen können."

Kinder und Jugendliche dürfen trainieren

Auch Fitnessstudios und Schwimmhallen müssen dicht machen. Im Amateursport sind bis zum 12. Dezember Training und Wettbewerbe drinnen und draußen untersagt. Nur Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr dürfen weiter trainieren, die Trainerinnen und Trainer müssen aber geimpft oder genesen und zudem getestet sein.

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dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 20. November 2021 | 16:00 Uhr

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