Sport | Jahresrückblick November | Corona Corona bringt sächsischen Teams Geisterspiele – Ende Dezember auch bundesweit

Es gab Hygienekonzepte, es gab 3G, 2G – am Ende half alles nichts: In Sachsen wurden für den gesamten Profisport Geisterspiele beschlossen. Zum Ärger der Vereine, die in den Nachbar-Bundesländern vor Fans spielten. Ende Dezember sorgt die Omikron-Variante dann dafür, dass Bund und Länder flächendeckend Geisterspiele im Sport beschlossen. Ein Ende ist nicht absehbar.

Beide Mannschaften im leeren Stadion
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Nach zwei Spielzeiten unter besonderen Umständen sollte es in dieser Saison wieder "normale" Bedingungen für Mannschaften und vor allem Fans geben. Die einzelnen Vereine – gerade in den Hallensportarten – hatten Konzepte über Konzepte entwickelt, um den Besuch so sicher wie möglich zu machen. Dennoch folgte im November der erneute Nackenschlag: Die sächsische Staatsregierung beschloss angesichts erneut hoher Corona-Zahlen eine Saisonunterbrechung für den Amateurbereich. Für die Profis und die Regionalliga bedeutete dies: Spiel ja, Zuschauer nein. Zunächst war diese Maßnahme begrenzt bis 12. Dezember, mittlerweile wurde sie bis 9. Januar ins neue Jahr verlängert.  

Ungleichbehandlung verärgert sächsische Vereine

Besonders fatal: In allen benachbarten Bundesländern durften unter 3G-, 2G- oder 2G+-Regel weiterhin Zuschauer ins Stadion oder in die Hallen. "Das trifft uns und den Sport insgesamt sehr hart. Wir waren immer bereit, mit anzupacken, um Kontakte zu reduzieren, haben dafür schon seit Wochen 2G konsequent umgesetzt und mit der Reduktion der Kapazitäten sowie einer FFP2-Maskenpflicht konkrete Angebote an die Politik gemacht", meinte DHfK-Manager Karsten Günther.

Petra Köpping 1 min
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Leeres Stadion in Leipzig, volle Hütte in Köln

In der Realität sah das so aus: RB Leipzig spielte am 28. November gegen Bayer Leverkusen vor einer Geisterkulisse, während tags zuvor 50.000 Fans die Partie 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach verfolgen konnten. Zu einem echten Stimmungskiller wurde zudem das Sachsenderby FC Erzgebirge Aue gegen SG Dynamo Dresden. Ohne Unterstützung mussten zudem die Erstliga-Handballer vom SC DHfK Leipzig und Sachsen Zwickau, der HC Leipzig in der 2. Handball-Bundesliga, die Niners Chemnitz (Basketball) und die drei sächsischen DEL2-Klubs aus Weißwasser, Crimmitschau und Dresden auskommen.

Torjubel
Volles Haus bei 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach Bildrechte: IMAGO / Eibner

Teil-Ausschluss in Sachsen-Anhalt und Thüringen

In Sachsen-Anhalt und Thüringen blieben Zuschauer – wenn auch im begrenzten Maße – erlaubt. Allerdings müssen die Macher des Biathlon-Weltcups in Oberhof bereits zum zweiten Mal die Zuschauer aussperren. Die in Thüringen geltende "Verordnungslage würde nach Abzug aller Sportler und Offiziellen nur noch in geringem Umfang Zuschauer ermöglichen", erklärte Thomas Grellmann, Chef des Organisationskomitees.

Landessportbund 4 min
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Sport im Osten Sa 20.11.2021 16:00Uhr 03:31 min

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Sport im Osten Sa 20.11.2021 16:00Uhr 04:46 min

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Flächendeckend Geisterspiele seit Ende Dezember

Am 20. Dezember erfolgte dann der nächste Hammer. In einem Bund-Länder-Gipfel wurde beschlossen, dass es ab 28. Dezember bundesweit nur noch Spiele ohne Zuschauer geben wird. Unter Punkt 12 hieß es: "Überregionale Großveranstaltungen finden spätestens ab dem 28. Dezember 2021 ohne Zuschauer statt." Heißt, dass sich der Sport erneut auf harte Zeiten einstellen muss. Denn die Angst vor einem rasanten Anstieg der Corona-Zahlen durch die Omikron-Variante, das ist bereits absehbar, wird auch in den nächsten Monaten sicher zu keiner Rücknahme der Beschlüsse führen. Im Gegenteil: Der nächste Gipfel ist bereits für den 8. Januar einberufen, ein kompletter bundesweiter Lockdown erscheint nicht ausgeschlossen.

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NOFV-Präsident Hermann Winkler 10 min
NOFV-Präsident Hermann Winkler Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

NOFV-Boss Winkler: "Sport kann gespaltene Gesellschaft zusammenhalten"

NOFV-Präsident Hermann Winkler kündigte dennoch trotzig an, dass die Regionalliga Nordost Ende Januar ihren Spielbetrieb fortsetzen wolle und forderte von der Politik: "Wir wollen eine Perspektive, Planungssicherheit und im Januar überall den Spielbetrieb fortsetzen." Zudem könne der Sport einen wichtigen Beitrag gegen eine weitere Spaltung der Gesellschaft leisten. Der Sport sei momentan das einzige Gebiet, wo es noch Zusammenhalt in einer gespaltenen Gesellschaft gebe. Es sei eine riesengroße Chance, den Sport gerade jetzt zu fördern, wo es in der Gesellschaft an allen Ecken und Enden kracht. "Es sollten doch die belohnt werden, die etwas für die Gesellschaft tun und Lösungsansätze bieten, sonst wird doch die gesamte Gesellschaft krank."

rei

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