Handball | Bundesliga Halle-Neustadt trotzt Corona-Ausbruch und zwingt Neckarsulm in die Knie

23. Spieltag

Mit viel Wut und Enthusiasmus im Bauch hat Union Halle-Neustadt nach dem Corona-Ausbruch im Kader der neuerlich abgewiesenen Spielverlegung getrotzt. Überraschend gewann ein zusammengewürfelter Haufen der "Wildcats" mit 29:27 (15:12) gegen Neckarsulm.

Julia Niewiadomska (Halle) und Lynn Knippenborg (Neckarsulm)
Julia Niewiadomska (li.) lässt Lynn Knippenborg keine Weg in den Kreis. In der Offensive war die Hallenserin zudem beste Werferin des Abends. Bildrechte: IMAGO / Fotostand

Katrin Welter schüttelte nach der Schlusssirene immer wieder ungläubig den Kopf. Alles hatte die Trainerin von Union Halle-Neustadt vor dem Heimspiel gegen die Sport-Union Neckarsulm erwartet, aber definitiv nicht diese Leistung ihres seit Tagen von einem Corona-Ausbruch geplagten Teams, das auf ein Dutzend Akteurinnen verzichten musste.

Katrin Welter
Wildcats-Trainerin Katrin Welter war begeistert von ihrem Team, jedoch weniger von den Liga-Verantwortlichen. Bildrechte: imago images/Fotostand

Welter kritisiert die HBF: "Geben einen Scheiß darauf"

Mit 29:27 zwangen die Wildcats dann aber ihre Kontrahentinnen aus Baden-Württemberg um die frühere Hallenser Trainer Tatjana Logvin in die Knie und zogen durch den zehnten Saisonsieg an den Tabellennachbarinnen vorbei auf Rang sieben. Ein zusammengewürfelter Rest aus wenigen Stammkräften, einigen Juniorteam-Talenten und der kurfristig reaktivierten Elisa Möschter, die ihren Karriere eigentlich schon vor drei Jahren beendet hatte, spielte sich zeitweise in einen Rausch.

"Es ist relativ schwer gerade, Worte zu finden. Wir haben heute gesehen, was für eine einzigartige Mannschaft wir haben. Es war der pure Wille", betonte Welter auf der anschließenden Pressekonferenz und schon mit wenig zweideutigen Worten in Richtung Liga-Verantwortliche nach: "Das Spiel hätte wie auch das am Mittwoch eigentlich nicht stattfinden dürfen, aber wir haben eine krasse Antwort gegeben. Wir geben einen Scheiß darauf, was die HBF mit uns anstellt."

Anica Gudelj (Halle) und Nathalie Hendrikse (Neckarsulm)
Halles Torhüterin Anica Gudelj brachte Nathalie Hendrikse und Co. 19 Mal zum Verzweifeln. Bildrechte: IMAGO / Fotostand

Gudelj überragt im Tor, Niewiadomska in der Offensive

Neckarsulm, das über die gesamte Spielzeit hinweig nur einmal in Führung lag – nach Perez' 0:1 in der ersten Minute –, sollte keinerlei Antworten auf das enthusiastische Teamwork der Saalestädterinnen finden. Zur Pause führte Halle mit 15:12 und hielt den Vorsprung auch in der Folge konstant. Nach dem Doppelschlag von Möschter und Lena Smolik auf 27:22 (54.) war die Partie vorentschieden.

Überragende Akteurin auf der Platte war Torfrau Anica Gudelj, die schlussendlich 19 teils phänomenale Paraden (41 Prozent gehaltene Würfe) vorzuweisen hatte. In der Offensive traf Rückraumspielerin Julia Niewiadomska mit neun Treffern (fünf davon vom Siebenmeterpunkt) am häufigsten. Zudem setzten Kreisläuferin Edita Nukovic, die vier ihrer vier Versuche auch versenkte, Camilla Madsen (fünf Treffer) sowie Lena Smolik (drei Tore), die bereits erwähnte Routinierin Möschter (drei Tore) und Jugendspielerin Isabelle Rösner (drei Tore) die wichtigen Akzente im Angriff.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 01. Mai 2022 | 19:00 Uhr

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