Fußball | Regionalliga Chemnitz-Coach Tiffert: "Besser sein als im letzten Jahr"

Das Prädikat "Bestes Rückrundenteam" hat gewisse Erwartungen rund um Fußball-Regionalligist Chemnitzer FC geschürt. Vom Aufstieg will Coach Christian Tiffert aber erst einmal noch nichts wissen. Maßstab ist beim letztjährigen Liga-Fünften die Vorsaison. Wir sprachen mit dem langjährigen Ex-Profi, der unter Felix Magath, Matthias Sammer und Peter Neururer trainierte, über den CFC als Favorit, die Bedeutung des Starts und den Umbau des Teams.

Christian Tiffert
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Herr Tiffert, haben Sie das unglückliche Aus im DFB-Pokal, 1:2 nach Verlängerung gegen Bundesligist Union Berlin, schon verdaut?

Christian Tiffert: "Das tut natürlich an dem Abend weh, am nächsten Tag auch. Wenn man Sportler ist, möchte man Spiele gewinnen, egal, ob man Favorit oder Underdog ist. Aber natürlich überwiegt der Stolz. Und wir können zurecht auch stolz auf die Leistung sein, aber leider ist es Fakt: Wir sind ausgeschieden."

Wie oft haben Sie noch an die Sekunden gedacht, als der CFC kurz mal führte?

"Ich glaube, es ist nichts Unnormales. Es passieren häufiger mal Tore direkt nach dem Torerfolg der eigenen Mannschaft. Und das ist leider in dem Fall passiert. Ich hätte es ganz gerne gesehen, wenn wir diesen 1:0-Vorsprung ein bisschen mehr Richtung in Richtung 90. Minute hätten retten können. Weil dann kommt dann ein bisschen Hektik auf und vielleicht wäre der eine oder andere Umschalter möglich gewesen Aber der unmittelbare Ausgleich dann so ein paar Sekunden danach - das ist dann schon bitter."

Christian Tiffert (CFC) 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Christian Tiffert (CFC) 1 min
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Kommen wir zur neuen Regionalliga-Saison. Wie lautet Ihr Saisonziel?

"Wir haben nichts offiziell ausgegeben. Aber klar sollte sein, dass man die Saison besser gestaltet als im letzten Jahr. Wir haben den Sachsenpokal gewonnen, wir waren das beste Rückrundenteam. Das ist alles Vergangenheit. Man möchte gut in die Saison starten, weil sich dann ein gewisses Selbstverständnis aufbaut. Man glaubt an sich, und dann können Dinge ins Rollen kommen. Wir sind der Chemnitzer FC, wir sind eine Großstadt, wir sind ein absoluter Traditionsverein. Und klar sollte unser Ziel sein, besser abzuschneiden als im letzen Jahr."

Wie hat sich Ihre Mannschaft verändert?

"Grundsätzlich ist es nicht so, dass wir alles über den Haufen werfen müssen. Klar, wir haben sehr, sehr viele Abgänge gehabt. Viele Leute fragen mich auch, 'Wieso habt Ihr so wenig Neuzugänge?', 'Nein, wir haben nicht so wenig Neuzugänge'. Wir haben viele U19-Spieler auch nach oben gezogen. Das ist der Weg, den wir gehen wollen, denn wir haben einen sehr guten Nachwuchs. Ich habe einen kleinen Kader, aber einen aus meiner Sicht sehr, sehr guten Kader. Es ist jetzt nicht so, dass wir Dinge, die wir in der Rückrunde sehr gut gemacht haben, über den Haufen werfen müssen. Warum auch? Wir haben uns da sehr, sehr viel erarbeitet."

Sehen Sie noch Nachholbedarf?

"Nein, grundsätzlich nicht. Weil wir auch als Verein gesagt haben, 'die Jungs, die wir haben, sind gut'. Und wir waren jetzt auch der Meinung, dass wir den Kader nicht vom Start weg voll haben müssen. Und sollte dann irgendwann Handlungsbedarf bestehen, dann können wir auch noch reagieren. Das Transferfenster ist noch relativ lange offen."

Wer sind für die die Meisterschaftsfavoriten?

"Mannschaften wie Lok Leipzig, Energie Cottbus, Altgliniecke, sicherlich auch Hertha II aufgrund des guten Nachwuchses, BFC Dynamo - es gibt zahlreiche Vereine. Jena habe ich auch noch vergessen. Es werden viele sein, ich denke, die Regionalliga Nordost ist so ausgeglichen wie noch nie."

Es gibt Regionalliga-Experten, die den Chemnitzer FC als einen der Titelanwärter ansehen. Was sagen Sie dazu?

"Jeder Experte kann ja seine Meinung abgeben. Ich habe ja jetzt auch ein bisschen was gesagt. Ich denke, dass es viele sind, in manchen Interviews muss man sich dann auf einen festlegen: Wenn wir jetzt dabei sind, dagegen wehren kann man sich so oder so nicht. Man kann immer nur einen Kader bewerten, und wenn viele der Meinung sind, unser Kader ist gut genug, um da oben zu stehen, dann können sie das sagen, aber gespielt werden muss ja trotzdem erst einmal."

Das heißt, es gibt beim CFC nicht das Ziel Aufstieg?

"Nein, ich wüsste jetzt nicht, dass irgendeiner hier im Verein etwas Anderes gesagt hat. Mir ist das jetzt auch noch nicht zu Ohren gekommen. Ich weiß aber sehr wohl, dass viele, auch aufgrund der Rückrunde, des Sachsenpokal-Siegs und des guten Laufs im letzten Jahr, gewisse Dinge erwarten. Aber ich lebe nicht in der Vergangenheit. Wir können uns dafür nichts mehr kaufen. Es wird neu gestartet. Und deshalb habe ich, auch mit meinen Jungs, nicht das Ziel ausgegeben, aufzusteigen."

Das Interview führte Christian Kerber

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 06. August 2022 | 16:00 Uhr

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