Fußball | DFB-Pokal Mit Forsberg-Faktor ins Finale - RB Leipzig träumt vom Pokaltriumph

Halbfinale

Auf Emil Forsberg ist Verlass - der Schwede ist der Mann für die Jubiläums- und die wichtigen Tore. Dank Forsberg steht RB Leipzig zum dritten Mal im DFB-Pokalfinale. Nun soll der erste große Pokal her.

Emil Forsberg 2 min
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Er hat es wieder gemacht: Emil Forsberg hat RB Leipzig erneut ins Finale des DFB-Pokals geschossen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Do 21.04.2022 00:14Uhr 01:58 min

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Emil Forsberg - immer wieder Emil Forsberg. Der Schwede ist der Mann für die ganz wichtigen Tore bei RB Leipzig. Im Mai 2016 zum Beispiel, als er den damaligen Zweitligisten RB mit seinem 1:0 gegen Karlsruhe in die Bundesliga schoss. Oder im September 2017, als er beim 1:1 gegen Monaco das historisch erste RB-Tor in der Champions League machte.

2016, 2017, 2019, 2021, 2022

Oder im November 2019, als er mit einem Kopfballtor in der Nachspielzeit gegen Lissabon Leipzigs Achtelfinal-Einzug in der Königsklasse perfekt machte. Oder im April 2021, als Forsberg mit seinem Tor in der Nachspielzeit der Verlängerung gegen Werder Bremen den Finaleinzug eintütete. So wie auch an diesem Mittwoch im April 2022: Nachspielzeit im Pokal-Halbfinale gegen Union Berlin, Kopfball Forsberg, Tor, Jubel, Trubel, Finaleinzug.

RB Leipzig vs Union Berlin
Die RB-Spieler feiern nach dem Spiel mit Final-T-Shirts. Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

"Nichts Neues, oder?"

„Nichts Neues, oder? Das habe ich schon ein paarmal gemacht", scherzte Forsberg, der sich mit dem 500., 700. und 1000. Pflichtspieltor für Leipzig zudem schon fest in die RBL-Geschichte eingeschrieben hat, auf seinen besonderen Treffer angesprochen. "Aber es ist immer noch ein unglaubliches Gefühl. Sowas vergisst Du nie. Das nimmt man für immer mit", beschrieb der 30-Jährige, der seit 2015 bei den Leipzigern ist, seine Gefühle nach dem dritten Finaleinzug von RB.

Tedesco: "Ab sofort immer Flanke auf Forsberg"

Zu Scherzen war auch Leipzigs Trainer Domenico Tedesco aufgelegt. "Er ist unser Zielspieler, ab sofort immer Flanke auf Forsberg", sagte der RB-Coach mit einem verschmitzten Lächeln auf seinen nur 1,77 Meter großen Offensivspieler angesprochen.

"Fürchterlich nervös"

Während des Spiels war Tedesco lange nicht zu Späßen geneigt. "Wir haben eine fürchterliche erste Halbzeit gespielt. Fürchterlich, weil wir extrem nervös waren. Ich muss ehrlich sein, dass ich damit nicht gerechnet habe", sagte der 36-Jährige mit Verweis auf viele Fehlpässe und leichte Fehler im Spielaufbau. RB war mit insgesamt 68 Prozent Ballbesitz und 667 gespielten Pässen (zum Vergleich: Union spielte 296 Pässe) zwar optisch klar überlegen. Doch gegen die sehr kompakt auftretenden Berliner, die nach einem blitzsauberen Konter zudem noch in der ersten Halbzeit führten (25.), rannte RB vor der Pause immer wieder erfolglos an.

Tedesco: "Mannschaft war verkopft"

Tedesco stellte in der Halbzeit um, spielte nach dem Wechsel mit zwei Achtern und gab seinem Team mit, einfacher und schnörkelloser zu spielen. "Ich hatte das Gefühl, dass die Mannschaft vielleicht ein bisschen verkopft war. Wir haben gedacht, dass wir es einfacher machen müssen und es über schnelle Spielverlagerungen hinbekommen", sagte der Coach. Der Plan ging auf, RB hatte nach dem Wechsel mehr Zugriff auf das Spiel - und drehte die Partie schließlich durch ein Elfmetertor von André Silva (62.) und das Last-Minute-Tor von Forsberg.

"Auf den Weg gegeben, dass er das Spiel entscheiden kann"

Dabei durfte Forsberg mal wieder nicht von Beginn ran - so, wie zuletzt öfter. "Emil ist seit sieben Jahren hier, er ist eine Legende. Und dann entscheiden zu müssen, dass er jetzt nicht spielt, das ist schon schwierig", erklärte Tedesco. Vor Forsbergs Einwechslung in der 62. Minute gab er seinem Edel-Joker aber noch eins mit: "Ich habe ihm mit auf den Weg gegeben, dass er das Spiel entscheiden kann. Aber so, das hätte ich auch nicht gedacht."

RB Leipzig vs Union Berlin
Emotionen nach dem entscheidenden 2:1 durch Forsberg. Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

Durch den Forsberg-Treffer am Mittwoch gegen Union ist RB nun als einziger deutscher Klub weiterhin in drei Wettbewerben am Start. Neben dem DFB-Pokal können die Sachsen auch in der Europa League noch ins Finale einziehen. Und in der Bundesliga hat RB erst am Sonntag (17.04.2022) mit einem Sieg in Leverkusen den dritten Platz erobert.

Mintzlaff: "Hätte uns niemand zugetraut"

Eine Entwicklung, die bei den Leipzigern nach einem elften Platz in der Bundesliga kurz vor Weihnachten niemand für möglich gehalten hätte. "Es hätte uns niemand zugetraut, dass wir ins Pokalfinale einziehen, wenn ich noch an den Dezember denke", blickte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff auf die Zeit vor dem Trainerwechsel von Jesse Marsch auf Domenico Tedesco zurück.

Drittes Pokal-Finale - erstes Forsberg-Tor?

Tedesco, der sich nach dem Spiel erstmals in der Fankurve zeigte und Richtung RB-Anhang winkte, gab zu, dass er bei seinem Amtsantritt nicht mit dem Pokalfinale gerechnet hat. "Diese Fantasie hatte ich nicht, weil ich andere Sachen im Kopf hatte. Da ging es darum, die Mannschaft zu stabilisieren."

RB Leipzig vs Union Berlin
Erstmals in der Fankurve: Domenico Tedesco. Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

Nun könnte die Saison, die im Dezember noch zu missraten drohte, am 21. Mai beim Pokalfinale in Berlin mit dem ersten bedeutenden Pokal der Vereinsgeschichte gekrönt werden. Nach dem Sachsenpokal 2011 und 2013 hoffen die Leipziger im dritten Anlauf den DFB-Pokal in die Höhe stemmen zu dürfen. "Wir ziehen ein nach Berlin und wollen natürlich gewinnen", sagt Mintzlaff. Vielleicht wieder durch ein Forsberg-Tor. In den bisherigen zwei DFB-Pokalfinals von RB hat er noch nicht getroffen. Ein Tor am 21. Mai könnte wieder historisch sein.

Dirk Hofmeister

Oliver Mintzlaff 1 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 21. April 2022 | 19:30 Uhr

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