Fußball | Euro 2022 Deutschland unterliegt England im EM-Finale

Das englische Nationalteam hat im Finale der Frauenfußball-EM Deutschland mit 2:1 besiegt. Nach einem physisch intensiven Spiel, in dem Deutschland die Führung der Engländerinnen neutralisieren konnte, erzielte Chloe Kelly den Siegtreffer erst in der Verlängerung.

Chloe Kelly
Triumph in der Nachspielzeit: Chloe Kelly feiert den 2:1-Siegtreffer im Finale der Frauenfußball-EM. Bildrechte: picture alliance/dpa | Sebastian Christoph Gollnow

Ohne ihre Anführerin Alexandra Popp haben die deutschen Fußballerinnen den ersehnten neunten EM-Titel nach einem Kampf auf Biegen und Brechen knapp verpasst. Der Rekord-Europameister verlor das Finale von Wembley 1:2 (1:1, 0:0) nach Verlängerung gegen Gastgeber England und kassierte damit seine erste EURO-Endspiel-Niederlage.

Die eingewechselten Ella Toone (62.) und Chloe Kelly (110.) erzielten vor der ohrenbetäubend lauten EM-Final-Rekordkulisse (Frauen und Männer) von 87.192 Zuschauern die Treffer für die Engländerinnen, die ihren ersten großen Titel holten. Lina Magull (79.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen.

Torgarantin Popp ausgefallen

Nicht im Finale dabei war Kapitänin und Torgarantin Popp, die wegen muskulären Problemen ausfiel. Die 31-Jährige hatte zuvor in allen fünf Spielen getroffen. Laut DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff erlitt Popp schon am Samstag eine "leichte Zerrung". Für Popp spielte Lea Schüller - die frisch gekürte Fußballerin des Jahres. Svenja Huth vertrat Popp als Spielführerin.

Lina Magull
Lina Magull nach dem Ausgleichstreffer Bildrechte: IMAGO / Pro Sports Images

Die DFB-Elf wurde zu Beginn der hitzigen Partie in die Defensive gedrängt. Mitte der ersten Hälfte befreiten sich die Deutschen vom englischen Druck. In der 25. Minute hätte Marina Hegering nach einer Ecke den Ball fast über die Torlinie gestochert. Ein potenziell strafbares Handspiel der englischen Kapitänin Leah Williamson in dieser Szene wurde per Videobeweis zu Ungunsten der DFB-Auswahl überprüft.

Deutschland dominiert in zweiter Hälfte des EM-Finales zunächst

Zu Beginn des zweiten Durchgangs drehten die Deutschen auf. Beim Gegentreffer von Toone war die deutsche Abwehr allerdings zu weit aufgerückt. Magull hätte postwendend den Ausgleich erzielen können, traf aber nur den Pfosten (66.). Danach warfen die Deutschen alles nach vorne, Voss-Tecklenburg brachte für die Schlussoffensive eine Reihe frischer Kräfte. Magull belohnte das anrennende DFB-Team mit dem Ausgleich. In der Verlängerung waren die Deutschen zunächst aktiver, Kelly spitzelte den Ball nach einer Ecke aber über die Linie.

Schon vor dem Finale war klar, dass unabhängig vom Ausgang am Montagnachmittag in Frankfurt/Main gefeiert wird. Die deutsche Mannschaft präsentiert sich ihren Fans auf dem Rathausbalkon am Römer.

Queen Elizabeth gratuliert, Voss-Tecklenburg "todtraurig"

Queen Elizabeth II. gratulierte den englischen Fußballerinnen zu ihrem Sieg. "Das ist eine bedeutende Leistung für das gesamte Team, einschließlich Ihres Betreuungsstabs", schrieb die Königin in einem Glückwunschschreiben. Auch der scheidende britische Premier Johnson beglückwünschte das Team zum Sieg.

Die deutsche Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zeigte sich nach dem Spiel tief enttäuscht: "Alexandra Popp hätte auch beim Gegner etwas ausgelöst mit ihrer Präsenz. Aber es ging einfach nicht. Wir sind todtraurig, dass wir verloren haben. Wir sind in einem Prozess, es hat nicht ganz gereicht. Also müssen wir noch ein bisschen mehr tun. Wir wachsen an solchen Spielen."

SID/dpa (jan)

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 01. August 2022 | 17:45 Uhr

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