Fußball | DFB-Pokal Leistner-Eklat: Noch keine Strafe für den Dynamo-Tribünenbesucher

Dynamo Dresden hat rund zehneinhalb Monate nach dem Zwischenfall um den Ex-Dresdner Toni Leistner beim DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV noch keine Konsequenzen gegen den beleidigenden Fan ausgesprochen. Die Palette der möglichen Strafen reicht von einem Verweis bis zu einem möglichen Vereinsausschluss.

HSV-Spieler und Ex-Dynamo Toni Leistner
Bildrechte: IMAGO / Steffen Kuttner

Vor dem Aufeinandertreffen in der 2. Fußball-Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV am Sonntag (13:30 Uhr im Liveticker und Audio-Stream in der "SpiO"-App) berichtet die "Sächsische Zeitung", dass die Vorkommnisse aus dem DFB-Pokalspiel Dynamo gegen den HSV (4:1) im September 2020 nur zu zwei Dritteln aufgearbeitet worden sind.

Übelste Beleidigungen gegen Leistner

Dynamo musste für das Fehlverhalten seiner Anhänger 2.000 Euro zahlen. Der in Dresden geborene HSV-Verteidiger Toni Leistner wurde zu einer Sperre von je zwei Punkt- und Pokalspielen und einer Geldstrafe von 6.000 Euro verdonnert. Leistner, der plant nach seiner Karriere in die sächsische Landeshauptstadt zurückzukehren, sah sich nach dem Pokal-Aus übelsten Beleidigungen ausgesetzt. Unter anderem soll seiner hochschwangeren Frau, die ihr Kind später in Dresden bekam, eine Fehlgeburt gewünscht worden sein. Nach den Beschimpfungen stürmte Leistner auf die Tribüne und knöpfte sich den Übeltäter vor.

Toni Leistner (Hamburger SV) schaut enttäuscht.
Bildrechte: imago images / Jan Huebner

Zehneinhalb Monate ist der Eklat her

Dieser entpuppte sich später als Dynamo-Mitglied. Dem "Pöbel-Fan" (SZ), der mit Leistner am Tag danach telefonierte und die Sache ausräumte, steht nun ein Ehrenratsverfahren bevor, das durch das Präsidium beantragt wurde. Der gerade wieder gewählte Dynamo-Präsident Holger Scholze erklärte: "Ich kann nachvollziehen, dass der Eindruck entstehen könnte, es habe sich in dieser unsäglichen Geschichte nichts getan. Dem ist aber nicht so. Fakt ist: Das Verhalten dieses Zuschauers ist zu verurteilen. Es wird definitiv nichts unter den Teppich gekehrt."

Fakt ist: Das Verhalten dieses Zuschauers ist zu verurteilen. Es wird definitiv nichts unter den Teppich gekehrt.

Holger Scholze, Präsident von Dynamo Dresden Sächsische Zeitung

Nach dem Pokalspiel habe der Verein zunächst Zeugen ausfindig gemacht und dann auch mit ihnen sprechen müssen. Die Situation habe sich als sehr komplex dargestellt. Auch Corona und die damit einher gehenden Kontaktbeschränkungen hätten nicht geholfen. Nach SZ-Informationen sei der Ehrenrat allerdings auch nicht unbedingt an einem solchen Verfahren interessiert gewesen.

Holger Scholze
Dynamo-Präsident Holger Scholze Bildrechte: imago images/Steffen Kuttner

Antrag nun fertig

Scholze selbst erhielt einen Verweis und 250 Euro Ordnungsgeld wegen angeblicher Schleichwerbung in einem Interview auf der Vereinshomepage. Auch wenn der Präsident mit der Entscheidung des Ehrenrats nicht einverstanden ist, lässt er es auf sich beruhen. Viel wichtiger ist ihm der Abschluss des "Leistner-Eklats": "Inzwischen haben wir den Antrag fertiggestellt". Von einem Verweis über eine Geldstrafe bis zu einem Vereinsausschluss reicht die Palette der möglichen Strafen. Zum neuen Ehrenrat gehören nach "Sportbuzzer"-Infos Andreas Göckeritz, Jürgen Wulff, Christian Bartsch, Jörg Kotsch und Sven Schellenberg. Die Ehrenrat besteht aus fünf Mitgliedern, die jeweils über 35 Jahre alt sein müssen. Einer davon soll die Befähigung zum Richteramt haben.

red

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 01. August 2021 | 13:30 Uhr

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