Fußball | DFB-Pokal Wolfsburg im Glück: Last-Minute-Knockout für FC Carl Zeiss Jena

1. Hauptrunde

Fußball-Regionalligist FC Carl Zeiss Jena hat bis in die Nachspielzeit hinein von einer Sensation gegen Bundesligist VfL Wolfsburg träumen können. Dann erst wurde das bittere Aus in der 1. Runde des DFB-Pokals besiegelt.

FC Carl Zeiss Jena 5 min
FC Carl Zeiss Jena Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Der FC Carl Zeiss Jena ist auf denkbar unglückliche Art und Weise aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Der Regionalligist unterlag Bundesligist VfL Wolfsburg in der 1. Runde am Samstag mit 0:1. Das Goldene Tor kassierten die Thüringer erst in der Nachspielzeit.

Vor 6.100 Zuschauern auf der ausverkauften Baustelle Ernst-Abbe-Sportfeld stand der Außenseiter defensiv meist ordentlich und ließ nicht so viel zu. Die Gäste ließen ihr spielerisches Können gegen die dichte FCC-Abwehr zuweilen aber schon aufblitzen und verzeichneten vor der Pause vier gute Gelegenheiten. Nach Ablage von Lukas Nmecha zog Jonas Wind von halblinks ab, aber Jenas neuer Schlussmann Kevin Kunz rettete im Nachfassen (8.). Kunz war von Regionalliga-Rivale Chemnitzer FC an die Kernberge gewechselt.

Sieben Minuten später war es erneut Wind, der nach einer Ecke hochstieg und nur um Zentimeter links am Pfosten vorbei köpfte. Dann konnte Carl-Zeiss-Kapitän Bastian Strietzel nach einer guten VfL-Kombination den Abschluss von Lukas Nmecha noch blockieren (25.). Und schließlich zog Nationalspieler Nmecha eineni Seitfallzieher nach einer Flanke von rechts drüber (36.).

Justin Schau, Omar Marmoush und  Jonathan Muiomo
Die Jenaer Justin Schau (li.) und Jonathan Muiomo (re.) gegen Omar Marmoush und Jonathan Muiomo. Bildrechte: IMAGO / Picture Point LE

Jena wurde im Laufe der ersten 45 Minuten immer mutiger. Besonders Rechtsaußen Maximilian Krauß zeigte keinen Respekt. Sein Flachschuss aus 17 Metern, den VfL-Keeper Koen Casteels parierte (39.), war auch die beste Chance der Gastgeber.

Jena nach der Pause lange auf Augenhöhe

Was sich schon vor der Pause andeutete, setzte sich nach dem Wechsel fort. Jena spielte munter und mutig mit, die Partie war bis in die Schlussphase hinein, als beim FCC die Kräfte nachließen und die Wadenkrämpfe einsetzten, auf Augenhöhe. Justin Schau wurde erst in letzter Sekunde gestoppt (51.), bei einem Knaller von Marcel Hoppe war Casteels auf dem Posten (57.).

Andreas Patz
Jenas Trainer Andreas Patz Bildrechte: IMAGO/Picture Point LE

Kopfball nach Freistoß zum 0:1

Wolfsburg besaß weiterhin die besseren Chancen zur Führung: Jonas Wind traf nach einer Kombination die Unterkante der Latte (48.), bei einem Kopfball des gerade eingewchselten Jakub Kaminski zeigte Kunz seine Klasse (67.). Dann zirkelte Josip Brekalo gegen müde Jenaer einen Freistoß von links in die Mitte, wo sich Omar Marmoush gegen René Lange durchsetzte und unhaltbar für Kunz ins rechte Ecke zum Siegtreffer traf (90.+2). Trotz eines tollen Fights hatte es Jena damit nicht in die Verlängerung geschafft.

Ein Fußballer beim Interview 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das sagten die Trainer

Niko Kovac (Wolfsburg): "Zunächst möchte ich dem Gegner zu einem tollen Spiel gratulieren. Jena hat es über 90 Minuten sehr gut gemacht, hat wirklich alles gegeben. Aber wir sind weitergekommen. Und aufgrund der Chancen ist das auch verdient, denke ich. Klar: Wenn man in der Nachspielzeit sein Tor erzielt, dann ist das glücklich. Aber jede erste Pokalrunde ist schwierig. Man weiß nie genau, wo man steht. Wenn man auf die anderen Plätze schaut, dann kann man sehen, dass einige andere schon raus sind. Wir sind aber weiter dabei. Und nur darauf kommt es an."

Andreas Patz (Jena): "Ich bin stolz auf meine Jungs. Wir haben einen tollen Pokalfight abgeliefert und können erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Dass wir es so lange offenhalten konnten, war toll für die Zuschauer, die uns so kräftig unterstützt haben. In der einen oder anderen Umschaltsituation hätten wir der Sensation vielleicht näherkommen können. Aber unterm Strich muss man sagen: Dass die Wolfsburger hier in der letzten Minute das Tor machen, spricht für ihre Qualität."

 Matthias Patz im Interview 3 min
Bildrechte: ARD.de

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 31. Juli 2022 | 19:30 Uhr

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