Fußball | 3. Liga Fehlstart perfekt - Erzgebirge Aue bricht gegen Wiesbaden auseinander

4. Spieltag

Erzgebirge Aue brauchte gegen Wehen Wiesbaden ein Erfolgserlebnis und erlebte ein Debakel. Der sieglos in die Saison gestartete Zweitliga-Absteiger fand gegen abgezockte Hessen keine Lösung und kam in der zweiten Halbzeit komplett unter die Räder.

Erzgebirge Aues Fehlstart ist perfekt. Das Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden wurde nicht zum erhofften Brustlöser, sondern zum Fiasko. Der reife und abgezockte SVWW zeigte die Schwachstellen der Veilchen schonungslos auf und gewann auch in der Höhe verdient mit 5:1 (2:0).

Wiesbaden sofort hellwach

Wiesbaden startete, wie erwartet, mit hohem Pressing und erzwang schon zu Beginn viele Fehler. Einen davon nutzte Thijmen Goppel (6.), der sträflich frei gelassen einen wunderschönen Distanzschuss aus 25 Metern unhaltbar in den Winkel setzen konnte. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit übernahm Aue zwar immer mehr Spielanteile, konnte daraus aber nie gefährliche Strafraumszenen kreieren.

Elias Huth (32, Aue), Florian Carstens (17, Wehen).
So wie Elias Huth (l.) tat sich die komplette Mannschaft mit Wiesbadens aggressiven Pressing schwer. Bildrechte: Picture Point

Wiesbaden ließ sich in der Phase zurückfallen und kam mit gutem Umschltspiel und einem spielwitzigen Hollerbach regelmäßig zu gefährlichen Konterchancen. Emanuel Taffertshofer vollstreckte eine dieser Chancen kurz vor der Halbzeitpause zum 2:0 (38.).

Aue bricht in der zweiten Halbzeit auseinander

Aue-Coach Timo Rost reagierte schon zur Halbzeitpause und brachte drei neue Kräfte in die Partie. Doch der frische Wind verpuffte früh, als Hollerbach nach schöner Vorarbeit von Froese zum 3:0 einschob (49.). Von dem Nackenschlag zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt erholte sich Aue nicht mehr. Ein Eigentor von Nkansah (55.) und ein weiterer Treffer von Hollerbach (61.) besiegelten den Kantersieg kurz darauf.

Mannschaft des SV Wehen Wiesbaden bejubelt das 2:0, Sam Schreck FC Erzgebirge Aue Mitte frustriert
Zum Beginn der zweiten Hälfte gerät Aue gegen kompromisslose Wiesbadener unter die Räder Bildrechte: IMAGO/Eibner

Im Erzgebirstadion herrschte seitdem neben vereinzelten "Wir haben die Schnauze voll!"-Rufen gespenstige Stille. Auswechslungen wurden von den 6.304 Fans mit Pfiffen und Fehler mit hönischem Jubel quittiert.

In der letzten halben Stunde schaltete Wiesbaden drei Gänge runter. Die Partie plätscherte so dahin, bis Thiel eine Unaufmerksamkeit von Reinthaler zum 5:1 Endstand ausnutzte (76.). Kurios war der Platzverweis von Robin Heußer (72.), der wenige Sekunden nach seiner Einwechslung vollkommen unnötig mit gestrecktem Bein in einen Zweikampf ging und direkt vom Platz flog.

Nach der Niederlage herrscht Frust und Ratlosigkeit

Aue-Kapitän Nazarov ließ sich in der Schlussphase zu einigen Frust-Fouls im Mittelfeld hinreißen und konnte am Ende froh sein, nicht ebenfalls die Rote Karte zu sehen. Im Anschluss der Partie stellte er sich als einziger den TV-Kameras, und rang vergeblich um eine Erklärung: "Mir fehlen die Worte. Wir müssen uns bei jedem Fan für diesen Auftritt entschuldigen. Das war ein Rabenschwarzer Tag für ganz Aue."

Wiesbaden hat dagegen den Glanzauftritt gegen Bayreuth aus der englischen Woche bestätigt. Die Mannschaft von Ex-Dynamo-Trainer Markus Kauczinski kann sich einzig und alleine vorwerfen lassen, das früh entschiedene Spiel mal wieder nicht mit weißer Weste über die Ziellinie gebracht zu haben.

Torwarttrainer Tomislav Piplica (Aue), Co-Trainer Oliver Gorgiev, Erzgebirge Aue, Trainer Timo Rost, Erzgebirge Aue
Aue-Coach Timo Rost fand weder auf das hohe Pressing, noch auf das Umschaltspiel von Wiesbaden eine Antwort. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Timo Rost schickte die Spieler nach Abpfiff zu den Fans, um sich dem von den Rängen entgegen schwallenden Unmut zu stellen. Später nahm er seine Mannschaft in Schutz: "Ich mache den Jungs keinen Vorwurf. Ich habe es heute nicht geschafft, eine Mannschaft aufs Feld zu schicken, die nach einem Nackenschlag zurückkommen kann. Das ist meine Aufgabe."

Ausblick

Der Traum vom direkten Wiederaufstieg rückt für die mit 17 Neuzugängen fast komplett ausgetauschte Mannschaft nach diesem Auftritt in weite Ferne. Mit zwei Punkten aus vier Spielen rutscht Aue auf den 17. Platz ab. Am kommenden Samstag (20. August, 14 Uhr) geht es gegen den noch ungeschlagenen und gegentorlosen 1. FC Saarbrücken. Für Timo Rost wartet bis dahin noch viel Arbeit.

Die Stimmen zum Spiel

Dimitrij Nazarov 5 min
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Timo Rost 2 min
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jas

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Spieler von Bayreuth am Ball, trifft zum Ausgleich.
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Spiele auf dem Feld
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 14. August 2022 | 15:45 Uhr

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