Fußball | 2. Bundesliga Aue hadert nach ausbleibendem Elfmeter-Pfiff: "Dafür fehlt mir das Verständnis"

Es war eine unglückliche Niederlage für Erzgebirge Aue im Sachsen-Derby gegen Dynamo Dresden. Doch neben dem Frust über die bittere Pleite überwog beim Verlierer vor allem der Ärger über eine strittige Schiedsrichterentscheidung zehn Minuten vor Schluss.

SpiO-Frühstück 32 min
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Es läuft die 80. Minute im Sachsen-Derby zwischen Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden. Beim Stand von 0:1 aus Sicht der Auer blockt Dynamos Michael Sollbauer einen Schuss von Nicolas Kühn im Strafraum aus kurzer Distanz mit dem Arm. Der von vielen erwartete Pfiff bleibt jedoch aus. Schiedsrichter Felix Brych entscheidet auf Weiterspielen, auch vom Videoschiedsrichter aus dem Kölner Keller kommt kein Signal. 14 Minuten später ist das Derby vorbei, Dynamo nimmt drei wichtige Punkt mit, Aue steckt zum Abschluss der Hinrunde mehr denn je im Tabellenkeller und Abstiegskampf.

Nazarov: "Das muss er sich angucken"

Dimitrij Nazarov 10, Aue, am Ball.
Dimitrij Nazarov Bildrechte: imago images/Picture Point

Auch am Tag darauf war der Frust in Aue über die vermeintliche Fehlentscheidung groß. "Ich bekomme heftige Bauschmerzen, wenn ich das sehe", erklärte Dimitrij Nazarov am Montag (13.12.2021) im "SpiO"-Frühstück. "Meiner Meinung nach vergrößert er (Michael Sollbauer, Anm. d. Red.) die Körperoberfläche. Das war ein ganz klarer Elfmeter." Vor allem die Entscheidung des Unparteiischen Brych, die Szene nicht wenigstens im Nachgang anhand der Videobilder zu bewerten, stößt auf Kritik. "Das muss er sich angucken. Wenn er bei der Entscheidung bleibt, dann ist ihm niemand böse. Aber dafür fehlt mir das Verständnis", so Nazarov.

Für Absicht braucht man eine Reaktionsmöglichkeit, die allerdings kaum gegeben war

Felix Brych Schiedsrichter
Schiedsrichter Felix Brych
Schiedsrichter Felix Brych Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Brych selbst bezog bereits am Sonntag im Gespräch mit "Sport im Osten" Stellung zu der Situation. "Die Szene war strittig und nicht ganz eindeutig", gibt der jüngst zum zweiten Mal gewählte Weltschiedsrichter des Jahres zu. "Ich habe mich aber gegen einen Elfmeter entschieden, weil der Ball aus minimaler Entfernung an die Hand ging. Wir haben vor der Saison ausgemacht, dass bei einem Handspiel immer eine Absicht im Vordergrund steht. Für Absicht braucht man eine Reaktionsmöglichkeit, die allerdings kaum gegeben war. Ich kann aber verstehen, dass darüber diskutiert wird, stehe aber nach wie vor zu meiner Entscheidung." Auch der von Nazarov geforderte Einsatz des Videoschiedsrichters (VAR) "hätte keinen anderen Fakt liefern können", meint der 46-jährige Jurist aus München.

Vergleichbarkeit der VAR-Entscheidungen problematisch

Dass der Einsatz des VAR seit seiner Einführung zur Saison 2017/18 kritisch beäugt wird, ist hinlänglich bekannt und hat durchaus seine Begründung. Das Problem ist dabei häufig die Vergleichbarkeit der strittigen Szenen. "So viele Situationen werden gepfiffen, andere nicht", betonte Nazarov und bezog sich auf ein vergleichbares Handspiel des Dortmunder Mats Hummels im Topspiel gegen Bayern München vor einer Woche, bei dem der Elfmeterpfiff nach Studium der Video-Bilder nicht ausblieb. "Es gab schon so viele strittige Szenen in der Hinrunde, aber wir haben nie einen Elfmeter bekommen", prangerte Nazarov an.

Aue nach Derby-Niederlage bedient

Nach der unglücklichen Derby-Niederlage, die ausgerechnet Aue-Ikone Martin Männel mit einem katastrophlen Fehlpass auf den Dresdner Torschützen Ransford Königsdörffer einleitete, ist die Ernüchterung im Erzgebirge groß. Nach einer zwischenzeitlich starken Serie mit zehn Punkten aus vier Spielen ist Aue kurz vor Weihnachten nach der dritten Niederlage am Stück wieder auf dem unsanften Boden der Tatsachen gelandet. Heiligabend wird man angesichts von vier Zählern Rückstand auf das rettende Ufer mindestens auf dem Relegationsplatz verbringen - selbst bei einem Sieg zum Jahres-Abschluss am kommenden Samstag beim 1. FC Nürnberg.

"Wir werden wieder die Klasse halten, da bin ich mir zu 100 Prozent sicher"

"Es hilft nicht, den Kopf in den Sand zu stecken", gab sich Nazarov kämpferisch. "Wir werden knallhart analysieren, was falsch gelaufen ist, um es gegen Nürnberg besser zu machen. Wir sind im puren Überlebenskampf, wissen aber, wie es geht. Wir werden wieder die Klasse halten, da bin ich mir zu 100 Prozent sicher." Zumal sich im Mai die Chance ergeben wird, die Scharte aus dem verlorenen Sachsen-Derby auszuwetzen. Denn die Niederlage gegen Dresden tat weh, "unendlich weh, vor allem für die Fans."

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR+ | Sport im Osten | 13. Dezember 2021 | 09:00 Uhr

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