Fußball | 2. Bundesliga Chris Löwe - "bester Mann"?

Viel Zuspruch, aber auch "Populismus"-Vorwurf: Die harte, emotionale Kritik von Chris Löwe an der Deutschen Fußball-Liga hat in den sozialen Medien für konträre Reaktionen gesorgt. Unterstützung bekommt Löwe derweil von seinem Trainer.

Die harte, emotionale Kritik von Chris Löwe an der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nach dem Zweitliga-Spiel bei Holstein Kiel (0:2) hat im Netz für unterschiedliche Reaktionen gesorgt - wenngleich der Abwehrspieler viel Unterstützung erhielt. "Harte und ehrliche Worte von Chris #Löwe. Der Wettbewerbsnachteil der Dresdner ist auf keinen Fall abzustreiten", schrieb etwa das Fußballmagazin "FUMS" auf Twitter. Das "Footage Magazin" ergänzte auf ironische Weise: "Im nächsten Hygiene-Konzept werden Tränen verboten." Und: "Seiferts Bürostuhl ist sogar deutlich teurer als 5.000 Euro." Auch viele Fans meldeten sich zu Wort - "bester Mann" war mehrfach zu lesen.

Löwe: "5.000 Euro teure Bürostühle"

Unter Tränen hatte sich Löwe nach der Niederlage in Kiel, die den fast sicheren Abstieg für Dynamo bedeutete, über das Mammutprogramm seiner Mannschaft seit dem Re-Start beschwert. "Glauben Sie, dass einer in der DFL sich nur eine Sekunde Gedanken macht, was bei uns in den Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheißegal. Die Leute sitzen in ihren 5.000 Euro teuren Bürostühlen und entscheiden etwas über unsere Köpfe hinweg", sagte Löwe bei "Sky".

Die Dresdner absolvierten am Donnerstag ihr siebtes Spiel innerhalb von 19 Tagen. Nach einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne aufgrund mehrfacher positiver Coronatests und nur einer Woche Training waren die Sachsen verspätet aus der Corona-Pause gekommen und mussten seitdem aller drei Tage antreten. Und am Sonntag geht es für Dynamo schon weiter: Das Spiel in Sandhausen ist die allerletzte Chance auf die Relegation, den direkten Klassenerhalt können die Dresdner schon gar nicht mehr schaffen.

"Populistische" Reaktion Löwes?

Es gab aber auch konträre Meinungen in den sozialen Medien. Der "Spiegel"-Journalist Benjamin Denes etwa sprach von einer "populistischen" Reaktion Löwes. Dynamo wäre "wahrscheinlich auch ohne Geisterspiele und das Gesundheitsamt Dresden abgestiegen". Und: "Ein Mann mit Profifußballer-Gehalt sollte nicht über teure Bürostühle wettern."

Spielerbündnis kämpft für Mitspracherecht

Wobei Löwe mit seiner Kritik offenbar nicht allein ist. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass sich ein neues Spielerbündnis gebildet hat, das für mehr Mitspracherecht der Fußballer kämpft. Zur Kerngruppe dieses Bündnisses gehören neben Weltmeister Mats Hummels auch der beim SC Freiburg spielende gebürtige Sachsen-Anhalter Nils Petersen und Sören Gonther von Erzgebirge Aue. "Wenn es eine Taskforce Fußball gibt, muss an diesem Tisch ein Spieler sitzen. Und wenn man über ein Hygiene-Konzept redet, müssen Spieler dazu befragt werden. Das darf nicht über unsere Köpfe hinweg entschieden werden", erklärte Gonther gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Kauczinski kann Kritik nachvollziehen - keine Strafe durch den DFB

Auch Dynamo-Trainer Markus Kauczinski konnte Löwes Kritik gut nachvollziehen. "Mit Sicherheit hätte ich es anders formuliert und wahrscheinlich zwei Sätze weggelassen. Aber in der Botschaft denken wir das Gleiche", sagte der Coach am Freitag auf einer Video-Pressekonferenz. Eine Strafe muss Löwe für seine Aussagen jedenfalls nicht fürchten: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) teilte am Freitag auf SID-Anfrage mit, dass der Kontrollausschuss kein Verfahren einleiten werde.

Markus Kauczinski (Dynamo Dresden) 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

---
mze/dpa/sid

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Aue-Cheftrainer Dirk Schuster
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Pressekonferenz mit Dirk Schuster
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (39)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 19. Juni 2020 | 17:45 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/e62dba2d-bee6-4ad4-b455-c6156e6c6b04 was not found on this server.