Fußball | Bundesliga RB Leipzig versinkt im Mittelmaß

RB Leipzig steht bereits vor dem Abschluss der Hinrunde vor einem Scherbenhaufen. Der Trainer ist längst angezählt und sieht sich massiver Kritik ausgesetzt. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff vermied ein Treuebekenntnis und kündigte Konsequenzen an.

Oliver Mintzlaff 4 min
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Noch nie hat RB Leipzig in seiner jungen Bundesliga-Geschichte drei Niederlagen in Folge kassiert. Gegen Union Berlin enttäuschte der mit großen Erwartungen in die neue Saison gestartete Vizemeister und DFB-Pokalfinalist der Vorsaison erneut und machte den Negativ-Hattrick perfekt. Dabei taumelt RB nicht erst seit der verdienten 1:2-Pleite am Freitagabend in Köpenick den eigenen Ansprüchen hinterher. Beständigkeit und Unbeständigkeit wechseln sich seit Saisonbeginn in regelmäßiger Folge ab.

Marco Kurth 3 min
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Sa 04.12.2021 10:45Uhr 02:44 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-rb-leipzig-marco-kurth-nach-union-berlin-100.html

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Konstanz? Fehlanzeige!

Furiosen Auftritten wie beim 6:0 gegen Hertha BSC oder dem 2:1 gegen Borussia Dortmund folgten meist enttäuschende und uninspirierte. Nach 14 Spielen steht RB mit 18 Punkten da. Die eklatante Auswärtsschwäche hält an: Unter Jesse Marsch holten die Leipziger noch keinen Sieg in der Fremde. Der Meisterzug ist längst abgefahren, auf internationalem Parkett geht es nur noch ums Überwintern in der Europa League – am Dienstagabend gegen Pep Guardiolas Manchester City. Angesichts von nach diesem Wochenende mindestens fünf Punkten Rückstand auf einen Champions-League-Platz ist die Stimmung am Leipziger Cottaweg alarmierend.

Geschäftsführer Oliver Mintzlaff wählte nach der Niederlage gegen Union drastische Worte, sprach von einer "katastrophalen" und "desolaten" Leistung der Mannschaft. "Das ist für unseren Anspruch zu wenig, das ist nicht das, was wir mit diesem tollen Kader erwarten können."

Silva blass - Defensive teils vogelwild

Josko Gvardiol, Andre Silva und Angelino enttäuscht
André Silva (mi.) sucht im Trikot von RB Leipzig nach seinem Torriecher. Bildrechte: IMAGO / opokupix

Jener Kader wurde im Sommer namhaft verstärkt. Unter anderem wurde Frankfurts Toptorjäger André Silva in die Messestadt gelotst. Der Portugiese konnte die hohen Erwartungen bislang allerdings nicht erfüllen, steht bei mageren drei Saisontreffern und hat wenig bis kaum Bindung ins Spiel. So ist es vor allem Christopher Nkunku zu verdanken, der seit Monaten in Höchstform spielt, dass RB auf nationaler als auch internationaler Ebene nicht noch schlechter dasteht.

Darüber hinaus konnten die Abgänge von Dayot Upamecano oder Ibrahima Konaté in der Defensive nicht kompensiert werden. Vergangene Saison war die Leipziger Abwehr mit nur 32 Gegentreffern die beste in der gesamten Liga. Nach 14 Spieltagen stehen bereits 18 Gegentreffer zu Buche – auch weil die Neuzugänge Mohamed Simakan und Josko Gvardiol mit schwankenden Leistungen kämpfen und teils vogelwild verteidigen. Marsch, der im Sommer noch vom "vielleicht qualitativ breitesten Kader der Liga" schwärmte, hat es bisher nicht geschafft, die zweifelsfrei hoch veranlagte Mannschaft weiterzuentwickeln.

Marsch angezählt

Jesse Marsch
Auch Leipzigs Trainer Jesse Marsch kann sich die Formschwankungen seines Teams nicht erklären. Bildrechte: Picture Point

In den US-Amerikaner wurden bei Amtsantritt viele Hoffnungen gesteckt. Marsch kennt den Red-Bull-Kosmos und sollte mit seinem intensiven und temporeichen Angriffsfußball an die zwei erfolgreichen Jahre unter Julian Nagelsmann anknüpfen. Nach einem verkorksten Saisonstart befand sich der 48-Jährige jedoch schnell im Kreuzfeuer. Mangelnde taktische Anweisungen, strittige Auswechslungen und ein zu lascher Führungsstil im Vergleich zu seinem Vorgänger wurden laut.

Dabei wirkt Marsch, dessen Außendarstellung zunehmend leidet, mittlerweile selbst verzweifelt. "Ich habe sicher Fehler gemacht, wir alle haben Fehler gemacht", räumte er mit bemerkenswert selbstkritischen Worten im Vorfeld der Union-Partie ein. "Es ist sehr schwer zu verstehen, warum unsere Leistungen von Spiel zu Spiel so unterschiedlich sind."

Mintzlaff kündigt Konsequenzen an

Zugegebenermaßen konnte Marsch aufgrund einer Corona-Infektion die vergangenen Partien nur aus dem Homeoffice coachen. Unabhängig davon wird die Luft für den vorherigen Salzburger Trainer nach der sechsten Saisonniederlage in der Bundesliga immer dünner. Mintzlaff betonte in seiner Wutrede zwar, dass neben dem Trainer vor allem die Leistung der Mannschaft zur Diskussion stehe. Die Mechanismen des Profigeschäfts werden aber auch vor Marsch nicht halt machen.

Wir werden jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken und warten bis das neue Jahr beginnt, sondern die Situation analysieren und die richtigen Schritte einleiten

Oliver Mintzlaff Geschäftsführer RB Leipzig

Wegweisende Partien bis zum Jahresende

Die Worte des RB-Bosses sind unmissverständlich: Die Schonzeit für Mannschaft und Trainer ist endgültig vorbei. Ob zunächst teaminterne Maßnahmen greifen oder Marsch sich früher als gedacht nach einem neuen Arbeitgeber umsehen muss, ist noch offen. Sein Trainerstuhl wackelt durch die erneute Niederlage aber bedenklich. So haben die vier verbleibenden Partien in Champions League (Manchester City) und Bundesliga (Gladbach, Augsburg, Bielefeld) vor dem Jahreswechsel wegweisenden Charakter. Vor einem endgültigen Absturz ins graue Mittelmaß wird man bei RB Leipzig in jeden Fall Konsequenzen ziehen.

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RB Leipzig, Benjamin Henrichs
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RB Leipzig, Benjamin Henrichs
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RB Leipzig steht im DFB-Pokal unter den besten acht. Die Ziele für den Pokal und die Tücken beschreibt RB-Spieler Benjamin Henrichs.

Mo 24.01.2022 17:17Uhr 00:39 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-interview-benjamin-henrichs-102.html

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Im Interview spricht RBL-Spieler Henrichs über Trainingseinheiten und das Spielsystem von Trainer Domenico Tedesco.

Mo 24.01.2022 17:14Uhr 01:12 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. Dezember 2021 | 14:00 Uhr

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