#miteinanderstark - die Sport-im-Osten-Aufsteiger Showdown gegen Braunschweig – Wie Erzgebirge Aue 2010 in die 2. Bundesliga zurückkehrte

Am Ostermontag zeigen wir den Aufstiegsklassiker zwischen dem FC Erzgebirge Aue und Eintracht Braunschweig aus dem Jahr 2010 im Re-Live. Zur Einstimmung blicken wir auf die Drittligasaison 2009/10 und das entscheidende Spiel der "Veilchen" zurück.

Showdown gegen Braunschweig – Wie Erzgebirge Aue 2010 in die 2. Bundesliga zurückkehrte

Dynamo Dresden, Carl Zeiss Jena, Rot-Weiß Erfurt oder Kickers Offenbach. In der Saison 2009/10 tummelten sich in der 3. Liga allerlei bekannte Namen. Auch der FC Erzgebirge Aue war mit von der Partie und wird die Spielzeit im Nachhinein wohl noch immer in guter Erinnerung haben.

Aue berappelt sich nach schlechtem Auftakt   

Doch der Reihe nach. Als die 3. Liga am 25. Juli 2009 in ihre zweite Spielzeit ging, blickte man im Erzgebirge auf eine durchwachsene erste Saison in der dritthöchsten deutschen Spielklasse zurück: 48 Punkte aus 38 Spielen und ein neutrales Torverhältnis bescherten den Auern einen 12. Platz. Zu wenig für den Anspruch der "Veilchen", die nach ihrem Abstieg aus der 2. Bundesliga 2008 die Rückkehr ins Fußball-Unterhaus so schnell wie möglich perfekt machen wollten. Die Marschroute in der zweiten Drittliga-Saison war für das Team von Rico Schmitt also klar: Ganz oben angreifen.

Torwart Martin Männel (Aue) kassiert ein Tor.
Aue verliert das Sachsenderby in Dresden. Martin Männel blickt dem Ball hinterher. Bildrechte: imago/Picture Point

Doch der Auftakt ging erst einmal gründlich in die Hose. Nur ein Sieg gelang dem FCE in den ersten sechs Partien. Zudem hagelte es am 5. Spieltag eine bittere 0:3-Niederlage im Sachsenderby gegen Dynamo Dresden. Statt Tabellenspitze hieß es also Platz 16. Doch die Mannschaft berappelte sich in den folgenden Wochen und fuhr satte sechs Siege aus sieben Spielen ein – gleichbedeutend mit Rang vier, den man auch zum Ende der Hinrunde einnahm.

Revanche im Sachsenderby und Sprung an die Tabellenspitze

Nach einem aussichtsreichen Start in die Rückrunde (4:2 gegen Kickers Offenbach) setzte es nur eine Woche später auswärts beim FC Ingolstadt die höchste Saison-Niederlage. Mit 5:1 kam der FCE gegen die "Schanzer" unter die Räder. Auch gegen den FC Carl Zeiss Jena musste man wenig später eine bittere 0:1-Pille schlucken.

Jubelnde Auer Thomas Paulus und Rene Klingbeil (re.) nach dem Spiel.
Jubelnde Auer Thomas Paulus und Rene Klingbeil (re.) nach dem Spiel gegen Dynamo Dresden. Bildrechte: imago/Picture Point

Am 24. Spieltag stand schließlich das zweite Sachsenderby der Saison an – und die "Veilchen" nutzten es für eine Initialzündung. Nach Toren von Eric Agyemang und Jan Hochscheidt revanchierte man sich mit einem 2:0 für die herbe Hinspiel-Niederlage und setzte zu einer famosen Serie an: Bis zum 37. Spieltag ging man nur noch einmal als Verlierer vom Platz, fuhr einen Sieg nach dem anderen ein und schwang sich an die Tabellenspitze.

Showdown gegen Eintracht Braunschweig

Am 30. April 2010, dem vorletzten Spieltag, stand schließlich der Showdown gegen die Eintracht aus Braunschweig an. Mit einem Sieg würde die Konkurrenz die Sachsen nicht mehr von einem der beiden Aufstiegsplätze verdrängen können, soviel stand fest. Doch der Gegner aus Niedersachsen wollte im Aufstiegsrennen gerne noch ein Wörtchen mitreden. Schließlich blickte die Eintracht auf eine Serie von acht ungeschlagenen Spielen in Folge zurück und schielte mindestens auf den Relegationsplatz. Für Spannung war also gesorgt.

Vor 15.000 Zuschauern im ausverkauften Erzgebirgsstadion dauerte es bis zur 54. Minute, ehe Marc Hensel mit einem fulminanten Rechtschuss aus der zweiten Reihe die Lila-Weißen zum ersten Mal jubeln ließ. Damit stand die Tür zur 2. Bundesliga ganz weit offen, doch nur elf Minuten später schockte Braunschweigs Dennis Kruppke die "Veilchen" und erzielte den Ausgleich. Die Sachsen warfen in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne und liefen unermüdlich an – die Rückkehr ins Unterhaus sollte hier und heute auf jeden Fall gelingen.

Le Beau lässt alle Dämme brechen

In der 85. Minute brachen im Erzgebirgsstadion zum zweiten (und nicht letzten) Mal an diesem Tag alle Dämme. Aues Urgestein Skerdilaid Curri brachte eine Ecke von der linken Seite in den Strafraum, wo Pierre le Beau am höchsten stieg und die Kugel per Kopf im Netz versenkte. Kurios: Sowohl Hensel als auch le Beau erzielten an diesem Tag ihre ersten Tore für den FCE in der Saison. Keine sieben Minuten später war das Ding durch und Erzgebirge Aue in der 2. Bundesliga. Die Fan stürmten das Feld, feierten mit ihren Helden, zündeten bengalische Feuer und aus den Stadienboxen ertönte "We are the Champions".

Aues Siegestorschütze Pierre Le Beau vor den jubelnden Fans
Bildrechte: imago/Kruczynski

Inmitten einer Jubeltraube versuchte Aufstiegscoach Rico Schmitt die Gefühle in Worte zu fassen: "Wahnsinn! Ich kann es nicht beschreiben. Sensationell, was die Mannschaft heute abgerufen hat." Auch Torschütze Marc Hensel kam aus dem Jubeln nicht mehr heraus: "Das war der absolute Höhepunkt. Daraufhin habe ich 19 Jahre gearbeitet. Dass man dann so ein wichtiges Tor schießt, ist unbeschreiblich."

Unbeschreiblich müssen sicher auch die folgenden Tage und Nächte in Aue gewesen sein. Denn obwohl man dem VfL Osnabrück am letzten Spieltag vorbeiziehen lassen musste, war die Rückkehr in die zweite Bundesliga nach zweijähriger Abstinenz perfekt.

Auf dem Rathausbalkon wurde u.a. Publikumsliebling Skerdilaid Curri (Mitte) beim Aufstieg des FC Erzgebirge Aue gefeiert.
Auf dem Rathausbalkon wurde u.a. Publikumsliebling Skerdilaid Curri (Mitte) beim Aufstieg des FC Erzgebirge Aue gefeiert. Bildrechte: imago images / Picture Point

Highlights aus Aue vs. Braunschweig

Marc Hensel 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

#miteinanderstark - die Sport-im-Osten-Aufsteiger Hensel bringt Aue in Führung

Hensel bringt Aue in Führung

Der FC Erzgebirge Aue jubelt im Erzgebirgsstadion. Marc Hensel erzielt beim Aufstieg 2010 gegen Eintracht Braunschweig sein erstes Saisontor - mit einer perfekten Schusshaltung.

Mo 13.04.2020 12:27Uhr 00:59 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/aue-tor-marc-hensel-video-102.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Aue-Torwart Martin Männel nach dem Gegentor gegen Braunschweig 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

#miteinanderstark - die Sport-im-Osten-Aufsteiger Mirko Boland gleicht aus

Mirko Boland gleicht aus

Wird der Aufstieg doch vertagt? Beim FC Erzgebirge Aue ist Torhüter Martin Männel noch dran. Aber den Ausgleich von Eintracht Braunschweigs Mirko Boland kann er nicht verhindern.

Mo 13.04.2020 12:30Uhr 00:56 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/erzgebirge-aue-braunschweig-gegentor-video-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Pierre le Beau trifft nach Ecke für Aue 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

#miteinanderstark - die Sport-im-Osten-Aufsteiger Pierre le Beau erzielt das 2:1

Pierre le Beau erzielt das 2:1

Es ist sein erstes Tor für Kumpelverein FC Erzgebirge Aue: Pierre le Beau steigt nach einer Ecke von Aues Urgestein Skerdilaid Curri am höchsten und erzielt den 2:1-Siegtreffer.

Mo 13.04.2020 12:35Uhr 00:59 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/tor-le-beau-aue-video-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Schlusspfiff in Aue - Marc Hensel jubelt 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

#miteinanderstark - die Sport-im-Osten-Aufsteiger Schlusspfiff - Aue ist aufgestiegen

Schlusspfiff - Aue ist aufgestiegen

Schlusspfiff im Erzgebirgsstadion. Der FC Erzgebirge Aue kehrt in die 2. Bundesliga zurück. Die Party in lila-weiß kann für den Kumpelverein mit Trainer Rico Schmitt beginnen.

Mo 13.04.2020 12:52Uhr 00:59 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/schlusspfiff-erzgebirge-aue-video-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

   

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 13. April 2020 | 19:30 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/c3ec790a-451a-4d38-915e-c7580586b8f8 was not found on this server.